Fotos als Poster, Leinwanddruck und vieles mehr: Das bieten René Ruhla nd (rechts) mit seiner Frau Anna und Bruder Marc. Ihr Unternehmen „myposter“ gehört zu den wachstumsstärksten in Deutschland

Aus dem Landkreis ins World Wide Web

Durchgestartet mit „myposter“

Einen von ihnen haben Sie bestimmt schon flitzen sehen: Die cremeweiß-blauen Minis mit dem Aufdruck „myposter“. Wissen Sie, warum die hier so häufig zu sehen sind?

Breitenau – Weil die Online-Plattform „myposter“ ihren Sitz in Breitenau in der Gemeinde Bergkirchen hat.

Das Unternehmen, das 2011 von zwei Brüdern gegründet worden ist, gehört zu den wachstumsstärksten Unternehmen in Deutschland – deswegen hat das Magazin „Focus Spezial“ „myposter“ auch mit dem Siegel „Wachstums Champion 2017“ ausgezeichnet. Im gesamten Ranking der 500 gelisteten Unternehmen steht „myposter“ an Position 49. Als Basis für die Bewertungen wurde das durchschnittliche prozentuale Umsatzwachstum zwischen 2012 und 2015 zugrunde gelegt. Firmengründer sind die beiden Brüder René (37) und Marc Ruhland (38).

Sie kommen ursprünglich aus dem Saarland, sind aber nach dem Studium nach München gezogen – vor allem wegen Renés großer Liebe Anna, die er während seines BWL-Studiums in der Landeshauptstadt kennengelernt hatte und die inzwischen seine Frau und Geschäftsführerin der Firma ist. 

Zusammen mit seinem Bruder hatte er bereits eine Firma gegründet, die handgemalte Ölbilder aus China importierte. Diese wurden dann im Einzelhandel verkauft.

Wie kamen die Ruhlands auf die Geschäftsidee?

Der erste Firmensitz war in der Dachauer Einsteinstraße. Dort begannen die Ruhlands auch mit der eigenen Produktion, um nicht mehr die sperrigen Keilrahmen importieren zu müssen. Sie verkauften irgendwann vor allem an Möbelhäuser und Baumärkte. „Doch das wurde immer schwieriger, weil der Handel erst spät bezahlt“, berichtet Anna Ruhland (35). Da reifte die Idee, in den Online-Handel einzusteigen. „Hier wird direkt bezahlt, und man ist unabhängig von Großkunden“, sagt Ruhland. 2011 wurde die Idee umgesetzt.

Das Geschäft, hochwertige Poster, Leinwände und andere Produkte von privaten Aufnahmen herzustellen, gab des damals schon im Netz. Trotzdem funktionierte es hervorragend. Bereits 2012 musste die Firma ihr Büro und die Produktion nach Breitenau verlagern – der Sitz in Dachau-Ost war zu klein geworden. „Schließlich haben wir alles selbst produziert.“ In Breitenau gab es eine große Produktionshalle, die jedoch zunächst umgebaut werden musste. Doch das lohnte sich – das Geschäft floriert.

2014 hatte das Unternehmen einen Jahresumsatz von sechs Millionen Euro, 2016 waren es schon 16 Millionen. „Heuer planen wir mit 26 bis 28 Millionen Euro“, berichtet Anna Ruhland. Inzwischen arbeiten 130 Menschen für „myposter“, darunter etwa zehn Flüchtlinge – Tendenz steigend. Denn: „Wir können auch komplett Ungelernte einstellen.“

Der Arbeitsprozess bei „myposter“ spielt sich komplett digital ab. Die Rahmen für die Produkte werden in einer eigenen Schreinerei selbst gefertigt. „So können wir jede Rahmengröße anbieten.“ Das Kerngeschäft sind Wandbilder, die Kunden vor allem „von emotionalen Ereignissen“ bestellen. „Das sind Hochzeit, Geburt, der letzte Urlaub oder Landschaftsbilder“, berichtet die Geschäftsführerin. 

Ein Problem: die Mitarbeitersuche

Das Hauptgeschäft findet in Deutschland statt, aber auch Kunden in Frankreich, der Schweiz, Österreich, Luxemburg, Italien, Belgien, Spanien oder den Niederlanden bestellen bereits in Breitenau. „Und wir wollen uns weiter internationalisieren“, berichtet Anna Ruhland. Bis vor ein paar Tagen befand sich das E-Commerce-Unternehmen in dem kleinen Ort an der Staatsstraße 2047, vom Marketing bis zur Produktion und dem Versand. Nun ist ein Teil nach München umgezogen.

Das Problem: die Mitarbeitersuche. „Es war einfach sehr schwer, jemanden zu überzeugen, nach Breitenau zu fahren“, erzählt die Mutter von bald vier Kindern. Das durchschnittliche Alter der Mitarbeiter im Büro liege bei unter 30 Jahren. „Da bin ich mit 35 schon fast ein altes Eisen.“

Ein Versuch, das Problem mit der Anbindung zu lösen, ist das „Mini-Programm“: Die Mitarbeiter konnten die Minis entweder kostenlos ab dem Dachauer Bahnhof nutzen oder günstig leasen – deswegen die vielen „myposter“-Autos auf den Straßen.

Von Conny Kirmaier

Vom Landkreis ins Web

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- Jung, wuid und erfolgreich: Laura und Christoph Forstner aus Schwabhausen drucken bayerisches Lebensgefühl auf T-Shirts und vermarkten sie im Internet.

- Petra Wendel und Tilo Klesper haben das größte Möbelgeschäft in Welshofen - Petra Wendel sagt: „Ich lebe Ebay“

- Wie man Groß und Klein gesundes Essen schmackhaft macht, erzählen Julia Trejo und Andrea Matz auf ihrem Blog „Healthy Schnitzel“.

- Schriftsteller Christian Wagner aus Dachau hat eine Homepage, die Phantasienschmiede.de. Hier berichten Autoren von ihren Schreibplätzen.


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