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Post im Türgriff: Mitarbeiter einer Burger-King-Filiale sollen unerlaubt Werbe-Flyer auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau verteilt haben.

Ärger um Flyer

Fast-Food-Kette verteilt Werbung an KZ-Gedenkstätte

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Immer wieder wurden auf dem Parkplatz der KZ-Gedenkstätte Dachau Flyer für die Fast-Food-Kette Burger King verteilt. Die Stiftung Bayerische Gedenkstätten wollte das nicht hinnehmen und erwirkte eine einstweilige Verfügung. Doch der Restaurant-Betreiber legte Einspruch ein.

Dachau – Als das gestohlene KZ-Tor nach Dachau zurückkehrte, war der Parkplatz vor der Gedenkstätte rappelvoll. Doch nachdem der offizielle Termin mit Kultusminister Ludwig Spaenle vorüber war, erreichten die Mitarbeiter der Gedenkstätte einige Beschwerden von Besuchern. An manche Autos auf dem Parkplatz seien Flyer der Fast-Food-Kette Burger King geklemmt worden.

Es war nicht das erste Mal. „Bestimmt zehn Mal“ hätten Gärtner oder Besucher der Gedenkstätte morgens am Parkplatz die Gutschein-Flyer im DIN-A4-Format gefunden, sagt Sandra Zerbin von der Gedenkstätte. Zwei Mal hätten die Parkwächter zudem Mitarbeiter in Burger-King-Uniform des Parkplatzes verwiesen. Bis zu 800 000 Menschen besuchen jedes Jahr die KZ-Gedenkstätte in Dachau. Viel Potenzial für zahlende Restaurantkunden.

Doch Werbung ist auf dem Gelände der Gedenkstätte verboten, nicht einmal Wahlplakate dürfen in der Nähe des Erinnerungsortes aufgehängt werden. „Es ist schlicht nicht vereinbar mit dem Ort“, sagt Gedenkstätten-Leiterin Gabriele Hammermann. Die Mitarbeiter der Gedenkstätte versuchten erfolglos, Kontakt zu dem Betreiber der nur wenige Minuten entfernten Filiale aufzunehmen. Schon vor rund 20 Jahren hatte es ein ähnliches Problem mit einer damals neu eröffneten McDonalds-Filiale gegeben. Doch nach einem Gespräch und einem Entschuldigungsbrief war die Sache aus der Welt. Diesmal nicht. Also erwirkte die Stiftung Bayerische Gedenkstätten eine einstweilige Verfügung, um die Werbeaktionen zu unterbinden. Dagegen legte der Betreiber Widerspruch ein. Gestern trafen sich die Anwälte der Streitpartner vor dem Münchner Landgericht.

Der Anwalt des Betreibers argumentierte, sein Mandant habe nicht bewusst veranlasst, dass die Flyer dort verteilt würden. Ihm sei klar, dass Werbung an diesem Ort pietätslos sei. Aber die beklagte Vermögensgesellschaft, die für die Produktion der Flyer verantwortlich ist, sei nicht der Betreiber der Fast-Food-Filiale. Geschäftsführer beider Gesellschaften ist allerdings ein und dieselbe Person. Nach einem Telefonat mit seinem Mandanten willigte der Anwalt aber schließlich doch ein, für alle drei an der Burger-King-Filiale beteiligten Gesellschaften seines Mandanten die Unterlassungserklärung zu unterzeichnen – „wenn es dem Frieden dient“. Die Verfahrenskosten trägt der Schnellrestaurant-Betreiber.

Gedenkstätten-Mitarbeiterin Sandra Zerbin zeigte sich nach dem geschlossenen Vergleich zufrieden. „Wir wundern uns nur, dass das nicht früher möglich war.“ Den Burger-Unternehmer hat die Gedenkstätte jetzt zu einem Gespräch eingeladen. Pädagogische Nachlese sozusagen. Zerbin sagt: „Ich bin mir nicht sicher, ob er die Bedeutung dieses Ortes so ganz verstanden hat.“

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