Fechten mit den Füßen

Indersdorf - Taekwondo - Fechten mit den Füßen, sagt Florian Stahl. Der 34-Jährige ist Abteilungsleiter der Indersdorfer Taekwondoka. Die Begeisterung für den südkoreanischen Kampfsport lässt ihn seit mehr als 20 Jahren nicht los. Und mit seiner Leidenschaft ist Florian Stahl in Indersdorf in großer Gesellschaft.

Es ist schon fast zum Fürchten: Lautes Kampfgebrüll füllt die Halle. Ein Mann in Weiß reißt seinen Fuß nach oben und tritt nach seinem Gegenüber. Dieser weicht dem Tritt gekonnt aus und entgeht dem Fuß um Zentimeter. Dann folgt der Gegenangriff. Ein Kampf ums Überleben oder doch eher eine Action-Szene?

Weder noch: Florian Stahl und Simon Hahn befinden sich ebenso wie zwölf weitere Frauen und Männer in der Sporthalle. In weißen Anzügen, sogenannten Doboks, nehmen sie am Taekwando-Training des TSV Indersdorf teil. Im September feiert die Abteilung ihr 20-jähriges Bestehen. Dafür machen sich die Sportler seit Monaten fit.

Die Initiative für eine Taekwando-Abteilung kam 1992 von zwei Jugendlichen aus Indersdorf. Sie wollten gerne die Kampfsportart aus Südkorea erlernen. Mit Hilfe von Helmut Weitmann, dem Onkel eines der Jungen, kam die Sache ins Rollen.

„Beim ersten Training war die Halle wirklich voll“, erinnert sich Florian Stahl. Er selbst war als Zwölfjähriger auch an der Kampfsportart interessiert. Heute ist er der Abteilungsleiter. Die anfängliche Begeisterung hat sich weiterentwickelt und inzwischen ist die Teilnehmerzahl relativ konstant. Seit zehn Jahren zählt der Verein rund 90 Mitglieder - Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Die Sportart ist für jedes Alter geeignet. Ab sechs Jahren können Kinder mit Taekwando anfangen. „Eine Obergrenze gibt es nicht“, sagt Florian Stahl. Auch Erwachsene können noch mit dem Kampfsport beginnen. Sie müssen die Gelenke nur langsam an die Bewegungen gewöhnen.

„Taekwando - das ist Fechten mit Füßen. Die Hände dürfen zum Schlagen nur selten verwendet werden“, erklärt der 34-jährige Abteilungsleiter. Beim TSV Indersdorf wird allerdings auch viel Wert auf Abwechslung gelegt. „Wir decken so viele Facetten ab, zum Beispiel auch Wettkampftraining und Selbstverteidigung“, berichtet Friederike Krisch. Sie selbst war bereits deutsche Meisterin im Taekwando.

Selbstverteidigung ist vor allem beim Training der Kinder ein wichtiger Aspekt. „Wir üben einfache Techniken so lange, bis sie im Schlaf sitzen“, sagt Simone Nostrini. Zusammen mit ihrem Mann Andreas leitet sie einmal die Woche das Training der Kinder. Außerdem lernen die Kleinsten beim Taekwando schon früh, diszipliniert und rücksichtsvoll miteinander umzugehen. „Es macht total viel Spaß, die Kinder zu trainieren, weil man dabei ihre Entwicklung beobachten kann“, fügt Andreas Nostrini hinzu.

Einmal im Jahr fährt die Kindergruppe übers Wochenende ins Zeltlager. Und auch sonst ist die Taekwando-Abteilung des TSV Indersdorf sehr familiär: „Wir trainieren nicht nur zusammen, sondern treffen uns auch häufig außerhalb der Sporthalle. Und neue Leute werden immer freundlich aufgenommen“, sagt Simone und lacht.

Für die Gäste des Fests am Samstag, 22. September, in der Turnhalle Markt Indersdorf haben sich die Veranstalter einiges einfallen lassen. Ab 10 Uhr morgens können die Mitglieder an Taekwando-Lehrgängen teilnehmen und von Großmeistern noch einiges lernen. Zuschauen darf jeder. Im Anschluss findet um 18 Uhr eine Abendgala mit Livemusik statt.

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