Aussteigen will Luise Kinseher, vielen als Bavaria vom Münchner Nockherberg bekannt. Für die Zeit auf einer Schweizer Alm übt sie schon mal das Kuhglockenspiel. foto: RDS

Die fettigen Jahre sind vorbei

Petershausen - Überlebensstrategien mit und ohne Geld, sozialkritische Betrachtungen und ihre optimistische Sicht auf die Apokalypse vereinte die Kabarettistin Luise Kinseher in Petershausen zum Lachmuskeltraining.

Mit ihrem Programm „Einfach reich“ startet die Kabarettistin Luise Kinseher, bekannt als die Bavaria vom Münchner Nockherberg, einen Generalangriff auf die Lachmuskeln von 199 Gästen in der Petershausener Grundschulaula. Sie ergänzt sich selbst mit vier Charakteren, bei denen sich alles ums liebe Geld drehte. Ob Banker und Millionäre, die Bedürfnislosigkeit auf einer Alm, wo nur die Espressomaschine fehlt, außerdem Weltuntergangsapokalyptiker, Frauen und die Partnerwahl - alle und jeder, sie selbst und das Publikum eingeschlossen, bekamen ihr Fett weg.

Gleich zu Beginn fördert Kinseher ein Bündel Banknoten zutage - die Bareinnahmen des Abends. „Ich zahle Ihnen ihren Eintritt zurück“, erklärt sie ein ums andere Mal. Und schlüpft in die Rolle der geizigen „Frau Rösch“, die genau das erfolgreich verhindert. Später gesteht Kinseher - diesmal ganz sie selbst: „Ich wollte immer frei sein und Geld verdienen.“

Kinseher richtet den Blick auf die Finanzkrise und stellt fest:„Banker wollten wissen, wie es ist mit nix“. Sozialkritisch und bissig merkt sie an, in der Krise habe das Motto gelautet: „Wir brauchen mehr Bescheidenheit. Vor allem bei denen, die das gewohnt sind.“ Das größte Problem für Millionäre sei es, die Garderobe in den verschiedenen Zweitwohnungen zusammenzuhalten. Zurück bei Otto Normalbürger hakt sie nach: „Haben Sie kein Gartenhäuschen?“

In Solidarität zu den Fraurät: „Augen auf bei der Partnerwahl. Der Gewinn liegt im Einkauf.“ Ihre glasklare Erkenntnis: „Unser Wohlstand basiert auf Geld, das es gar nicht mehr gibt. Jeder geht kaputt - aber ich zuletzt.“ (rds)

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