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Feuer im Gebäude für Verkehrstechnik

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Tausende verrußte Verkehrsschilder, geschmolzene Steuerungen für Ampeln, ein kaputtes Dach: Heribert Lorenz, Leiter der Verkehrstechnik, koordiniert die Arbeiten. foto: flg
Tausende verrußte Verkehrsschilder, geschmolzene Steuerungen für Ampeln, ein kaputtes Dach: Heribert Lorenz, Leiter der Verkehrstechnik, koordiniert die Arbeiten. foto: flg

Dachau - Heribert Lorenz, der Leiter der Verkehrstechnik, ist um eine Berufserfahrung reicher: Er koordiniert nach einem Feuer die Reparaturarbeiten - als eine Art Brandbeauftragter.

Eigentlich ist Heribert Lorenz Leiter der Verkehrstechnik bei der Stadt. Als solcher hat er naturgemäß selten mit Feuer zu tun. Das hat sich am 3. Januar gegen Mittag geändert. Und zwar schlagartig, als in seinem kleinen Reich, dem Gebäude für Verkehrstechnik, ein Feuer ausbrach - und damit das Arbeitsleben des Verkehrsexperten gehörig durcheinanderwirbelte.

Heribert Lorenz steht vor dem Gebäude der Verkehrstechnik auf dem Gelände des städtischen Bauhofs in Dachau-Ost. Ein halbes Dutzend Gerüstbauer ist gerade damit beschäftigt, ein provisorisches, aber tonnenschweres Dach über dem zweistöckigen Bau aufzustellen. Denn das eigentliche Dach erfüllt seit dem 3. Januar seinen Zweck nicht mehr. Der Brand, den ein technischer Defekt im Erdgeschoss ausgelöst hatte, hat auch die Dachkonstruktion zerstört.

Überhaupt: Das Feuer hat sich einen ziemlich unpassenden Ort ausgesucht. Es hätte ja auch in einem Altpapiercontainer ausbrechen können oder irgendwo anders, wo es keinen großen Schaden angerichtet hätte. Aber nein, es musste ja in der Verkehrstechnik brennen. Genau dort, wo die teuren Steuerungen für Fußgängerampeln eingelagert waren. „Die sind auf diese Größe zusammengeschmolzen“, berichtet Heribert Lorenz und formt mit den Fingern einen Kreis in Golfballgröße.

Das Feuer hat einen Schaden in sechsstelliger Höhe angerichtet. Bauhofleiter Anton Hörhammer schätzt ihn auf 400 000 Euro. Das komplette Gebäude muss vom Ruß befreit und saniert werden, das Dach muss neu gemacht und Schilder geputzt werden.

Denn der Rauch hat tausende Verkehrsschilder verrußt. Und die müssen jetzt Stück für Stück wieder gesäubert werden - eine Sisyphusarbeit, die aber immerhin nicht den Geldbeutel der Bürger belastet. Denn die Bayerische Versicherungskammer übernimmt die Brandschäden. Und zwar vollumfänglich, wie Heribert Lorenz betont. Außerdem achtet der Versicherer darauf, dass für die Reparaturarbeiten nur Handwerksunternehmen beauftragt werden, mit denen die Stadt einverstanden ist. Somit kommen vor allem einheimische Firmen zum Zug.

Heribert Lorenz geht davon aus, dass es noch ein paar Monate dauern wird, bis das beschädigte Gebäude wieder genutzt werden kann. Bis dahin ist er auf dem Bauhof in inoffizieller Doppelfunktion beschäftigt. Als Leiter der Verkehrstechnik und „als so eine Art Brandbeauftragter“, der zusammen mit Bauhofleiter Hörhammer die Reparaturarbeiten koordiniert. Auf diese zusätzliche Berufserfahrung hätte er nur allzu gern verzichtet.

flg

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