Kein Luxus für das neue Gerätehaus

Bau für 1,3 Millionen

Tandern - Die Tanderner Feuerwehr bekommt für rund 1,3 Millionen Euro ein neues Domizil. Ursprünglich waren für das neue Gerätehaus am nordöstlichen Ortsrand sogar 2,4 Millionen Euro veranschlagt gewesen.

Einstimmung hat sich der Gemeinderat von Hilgertshausen-Tandern dafür entschieden, am Ortseingang von Tandern (von Gartelsrieder Seite her) ein neues Gerätehaus für die Tanderner Wehr zu bauen, das mindestens 1,3 Millionen Euro verschlingen wird.

Gemeinderat Christoph Hardt (Bürgerliste Tandern) hat sich bei der Planung dieses Bauwerks im Vorfeld sehr engagiert, wofür ihm Bürgermeister Hans Kornprobst besonders dankte. Hardt selbst erklärte, dass der Bürger wissen solle, dass es sich gelohnt habe, in mehreren Runden die Kosten für dieses Bauwerk zu senken. Laut Hans Glas (Tanderner Bürgerliste) habe das Abspecken durchaus Sinn gemacht, „denn es waren ja schon Kosten von 2,4 Millionen Euro im Spiel“. Glas erinnerte diesbezüglich an die Forderung nach einem Bürgersaal in diesem Gebäude.

Der beauftragte Tanderner Planer Richard Lugmair hat dem Gemeinderat die Planung näher vorgestellt. Seinen Ausführungen nach soll das stattliche Bauwerk mit Schlauchturm und zwei Fahrzeugstellplätzen über den Richtung Wald führenden Flurbereinigungsweg erschlossen werden. Es sei vorgesehen, die Erschließungsstraße mit festem Belag auf fünf Meter zu verbreitern, denn hier benötige man zwei Zufahrten: Eine für den Einsatzverkehr, und eine zweite für die Parkplätze, denn die Fahrwege dürfen sich nicht überschneiden. Die Verlegung des bestehenden Grabens sei daher unbedingt erforderlich.

Lugmair empfahl dem Gemeinderat, doch zu überlegen, ob es zur Verlangsamung des Verkehrs auf der angrenzenden Kreisstraße sinnvoll wäre, einen Kreisel zu bauen. Der Hauptzugang zum Feuerwehrgerätehaus soll von der Ostseite des einstöckigen Gebäudes her erfolgen.

Fürs Dach hat sich der Planer für eine Nagelbinderkonstruktion entschieden. In dem neuen Domizil der Wehr, die jetzt sehr beengt mitten im Dorf untergebracht ist, soll auch eine Werkstatt, ein Kommandanten-Büro und ein Schulungsraum entstehen, der als Mehrzweckraum auch für Veranstaltungen der Tanderner Vereine genutzt werden könnte. Dieser Raum soll einen eigenen Zugang bekommen.

Im Feuerwehrbereich sollen eine Stiefelwaschanlage, sanitäre Anlagen und ein Florianstüberl nicht fehlen. Laut Planer wird rollstuhlberecht gebaut. Auch ein Fahnenlager für die Tanderner Vereine ist vorgesehen. Ein separates Treibstofflager soll außerhalb des Bauwerks, direkt am Übungsplatz entstehen. Zur Verwirklichung der Baumaßnahme sind relativ geringe Abgrabungen erforderlich.

„Wir wollen durch dieses Gebäude ländlichen Charakter zum Ausdruck bringen“, erklärte Lugmair in der Diskussion um das Anbringen einer Holzverschalung am Feuerwehrhaus, was mit 50 000 Euro Mehrkosten zu Buche schlagen würde. Die Befürworter einer Holzverschalung, die damit argumentierten, dass künftig keine Malerarbeiten anfallen würden, waren klar in der Minderheit. Die große Mehrheit schloss sich den Worten von Josef Dunau (CSU Tandern) an, der erklärte: „Eine weiße Wand sieht doch schön aus, und auch das spätere Weißeln ist doch kein großes Problem“. Die Zusatzkosten für die 50 000 Euro teure Holzverschalung dürfe man nicht kleinreden.

Sehr unterschiedlich fallen die Meinungen zu einem Waschplatz am neuen Gerätehaus aus: Die Tanderner Ratsherren hätten diesen Waschplatz, der mit möglicher Überdachung und Ölabscheider rund 50 000 Euro kosten würde, gerne in die Planung aufgenommen, von Hilgertshauser Seite kam aber eine klare Ablehnung. Das hängt damit zusammen, dass schon seit Jahren vorgesehen ist, in Hilgertshausen neben dem bestehenden Feuerwehrhaus einen Bauhof zu errichten. Dort wäre dann eine gemeinsame Waschplatznutzung von Feuerwehr und Bauhof möglich.

Für den Waschplatz in Hilgertshausen sprachen sich in aller Deutlichkeit die WG-Gemeinderäte Werner Kerzel und Hans Pröbstl aus. „Wir können den Bauhofbau in Hilgertshausen nicht nochmal zehn Jahre hinausschieben“, so Pröbstl, während Hans Glas meinte, man dürfe die Anlage eines Waschplatzes nicht mit dem späteren Bauhof verbinden.

Das Thema Waschplatz wurde schließlich zurückgestellt. Einig war man sich aber, das es mit dem Feuerwehrhausbau schnell vorangehen soll. 400 000 Euro sind immerhn bereits für heuer bereitgestellt. „So wollen wir mal die Bauphase einleiten“, sagte Bürgermeister Hans Kornprobst.

ost

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