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"Warm trocken und sicher"

Flüchtlinge im Landkreis: Die erste Traglufthalle ist eingeweiht

Karlsfeld - Die erste Traglufthalle im Landkreis für Flüchtlinge wurde nun in Karlsfeld  eingeweiht – mit vielen Gästen, einem flammenden Appell und einem prägnanten Bibelzitat.

In drei Traglufthallen will der Landkreis Dachau jeweils rund 300 Flüchtlinge unterbringen. Die erste steht im Gewerbegebiet Karlsfeld, sie wurde am  gestrigen Dienstag offiziell eingeweiht.

Jeweils sechs Flüchtlinge teilen sich ein Abteil

In den nächsten Tagen wird die 36 mal 72 Meter große Halle vorwiegend von allein stehenden Männern bezogen, die im Moment noch in der Berufsschulturnhalle Dachau und in der Tennishalle in Indersdorf untergebracht sind. Ein Bett und ein Spint in neun bis zwölf Quadratmeter großen Abteilen, – mehr hat ein Flüchtling nicht. Das Abteil teilt er sich mit fünf anderen Asylbewerbern.

Rund 300 Interessierte nutzten die Gelegenheit, die Halle zu besichtigen.

Die Halle bietet dazu Sanitäranlagen, einen Aufenthaltsbereich mit Sofas, Tischen und Stühlen, einen Essbereich und sogar eine Spielecke. Diese wird aber umgebaut, man wolle stattdessen Freizeitmöglichkeiten für Männer schaffen, etwa ein kleines Basketballfeld, so Landrat Stefan Löwl. Vertreter der Caritas, drei sogenannte Kümmerer des Landratsamts sowie der mittlerweile über 150 Personen umfassende Asylhelferkreis Karlsfeld betreuen die Flüchlinge. Rund um die Uhr sind Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes anwesend.

Es sei kein Anlass zur Freude, Menschen in so einer Halle unterbringen zu müssen, sagte Landrat Löwl. Doch sei es dem Landkreis unmöglich, für die vielen Flüchtlinge in der Kürze der Zeit adäquaten Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Im Januar habe man mit 1200 Flüchtlingen bis Ende 2015 gerechnet, aktuell sei von knapp 2000 Menschen auszugehen. Die Halle sei kein Luxus, „aber sie ist warm, trocken und sicher“.

Bürgermeister Stefan Kolbe rief die knapp 300 Anwesenden dazu auf, „den Menschen, die zu uns kommen, mit Respekt und Verständnis“ zu begegnen.

Diakon Josef Enthofer und der evangelische Pfarrer Christoph Hilmes gaben der Halle den kirchlichen Segen. Enthofer betonte, dass die Flüchtlinge herausgerissen worden seien aus allem, „was ihnen Heimat und Geborgenheit war“. Seinen Appell entnahm der Diakon der Bibel: „Behandelt Fremde wie euresgleichen!“

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