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Im Tanderner Kirchenwald: (v.l.) Forstamtchef Hans-Jürgen Gulder, Kirchenpflegerin Maria Riedlberger, Försterin Lisa Schubert und Waldbauerngeschäftsführer Peter Göttler.

Forstamt und Dachauer Waldbauernvereinigung

Große Aufgaben für Waldbesitzer

Tandern – Wegen des Klimawandels sind Dachaus Waldbesitzer gefordert. Der Tanderner Kirchenwald ist ein gutes Beispiel für klimatoleranten Waldumbau. Über zehn verschiedene Baumarten sind dort mittlerweile beheimatet.

Das und noch viel mehr erfuhren die Teilnehmer an einer Waldbegehung, darunter auch Vertreter der Presse. 

Die Themen Waldumbau und Klimawandel standen im Blickpunkt der Veranstaltung des Amtes für Landwirtschaft und Forsten und der Dachauer Waldbauernvereinigung. Der 17 Hektar große Kirchenwald mit einem Altbestand an wertvollen Weißtannen gilt als Musterbeispiel für einen klimatoleranten Waldumbau, hier werde seit Jahren in eine zukunftsträchtige Entwicklung umgesteuert, sagte Forstamtsleiter Hans-Jürgen Gulder. 

„Im Schutze des Altbestandes von über hundertjährigen Fichten und Tannen sind hier über zehn verschiedene Baumarten ansässig geworden“, ergänzte die zuständige Revierförstern Lisa Schubert. Auf rund ein Drittel der Waldfläche wachsen größtenteils nach Naturanflug Tannen, Eichen, Buchen, Birken, Bergahorn, Vogelbeere, Fichten, Douglasien und Lärchen im unterschiedlichen Alter heran, so dass sich hier ein zukunftsfähiger Mischwaldbestand bildet.

Die jungen Pflanzen werden zum Großteil durch Zäune und vom Waldbetreuer des Kirchenwaldes der Pfarrei Tandern, Johann Kreitmeir, beschützt, was Gulder als „vorbildlich“ bezeichnet. Kirchenpflegerin Maria Riedlberger, die Johann Kreitmeir bei der Besichtigung vertrat, wies daraufhin, dass „schon in den nächsten Wochen die Tannenzapfenpflücker auf den luftigen Höhen der Tanderner Weißtannen im Gange sein werden, um die wertvollen Tannenzapfen zu ernten, um Samen für die Nachzucht von heimischen Tannen zu gewinnen“. 

Trotz aller Pflege: Der Klimawandel stellt die Waldbesitzer vor große Herausforderungen. Das Wetter der vergangenen Jahre schlägt immer wieder Kapriolen, die Winter der vergangenen drei Jahre seien keine gewesen, so Gulder. Die Durchschnittstemperaturen der Jahre 2014/15 brachen mit 9,8 bzw. 9,7 Grad alle Wärmerekorde, sie lagen über zwei Grad über dem langjährigen Mittel. 

Besorgniserregend war überdies, dass es 2015 an 20 Tagen Temperaturen über 30 Grad gab, der Spitzenwert lag bei 34,9 Grad. „Dies war eine Situation, die unsere Waldbäume bisher nicht kannten“, sagte Gulder. Dies alles ging an den Waldbäumen nicht spurlos vorbei. Praxis wie auch Wissenschaft seien sich einig, dass „es noch schlimmer werden könnte“. 

Waldbesitzer müssen nun laut Gulder die nach wie vor weit verbreiteten Fichtenbestände mit klimatoleranten Buchen und Tannen unterbauen und Laubbäume in der Pflege begünstigen. Ziel sei es, so der Forstfachmann, dass in Zukunft jeder Bestand mindestens drei bis vier zukunftsfähige Baumarten aufweist. 

Die Waldbesitzer seien in ihren Bemühungen um die Bewältigung der Folgen des Klimawandels aber nicht allein. Unterstützung erhalten sie durch die umfassende Beratung der Förster wie auch durch weitreichende staatliche Förderprogramme. Parallel biete dazu die Waldbesitzervereinigung ein professionelles und breitgefächertes Dienstleistungsangebot vom Holzeinschlag bis zum Waldpflegevertrag.

Franz Hofner

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