Fußball war sein Leben

Trauer um Franz Klier

Indersdorf - Über 40 Jahre hat Franz Klier Jugendlichen auf dem Fußballplatz etwas beigebracht. Doch dabei ging es um viel mehr als nur um Fußball. Jetzt ist er im Alter von 83 Jahren gestorben. Der TSV Indersdorf trauert um einen engagierten Trainer, der seinesgleichen sucht.

Er war kein Schreihals, keiner, der ständig brüllen musste. Wenn er mit seinen Jungs auf dem Platz geredet hat, war der Ton immer väterlich. So gut wie jeder, der in den vergangenen 40 Jahren in Indersdorf Fußballspielen gelernt hat, hat von Franz Klier etwas gelernt. Und dabei ging es um viel mehr als nur um Taktik oder Ballgefühl. Franz Klier lernte den Jugendlichen etwas fürs Leben.

Genau wie einst seinem Freund Manfred Weisenburger. Auch er engagiert sich seit vielen Jahrzehnten für die Fußballjugend des TSV Indersdorf. Der heute 74-Jährige weiß, warum Franz Klier der Fußball so am Herzen lag: „Franz hat immer den Teamgeist unter den Spielern geschärft, hat ihnen beigebracht, wie wichtig Zusammenhalt ist – weit über den Fußballplatz hinaus.“ Weil er immer für seine Spieler da war, hatte er für viele etwas Väterliches. „Egal, welche Probleme einer hatte, oder wie schwierig er war, Franz hat es geschafft, ihn zu integrieren.“ Er hatte das Geschick und das Gespür, seinen Schützligen zu erklären: Beim Fußball geht’s um mehr als um Tore – hier lernt man Werte fürs Leben. Vor allem Toleranz und Fairness lagen ihm am Herzen.

Normalerweise klingt es nach einer Floskel, wenn man sagt: „Fußball war sein Leben.“ Aber nicht bei Franz Klier. „Sein zweites Zuhause war am Fußballplatz“, sagt Manfred Weisenburger. Und auch Norbert Klier betont: „Fußball war das Wichtigste für meinen Papa. Dafür hat er gelebt.“ Kein Wunder also, dass eine der ersten Geschenke von Franz Klier an seinen Sohn kleine Mini-Fußballschuhe waren. Denn neben dem Fußball gab es noch etwas, das für Franz Klier alles bedeutete: seine Familie.

65 Jahre war Franz Klier Mitglied beim Indersdorfer TSV, mit seiner Jugendarbeit hat er Spuren im Verein Hinterlassen. Er war auch in Vierkirchen und Dachau aktiv und war dabei, als sich die Indersdorfer Bayern-Bazis gegründet haben.

Fast bis zum Schluss stand er noch jede Woche selbst auf dem Platz und spielte Fußball. Erst vor zwei Jahren hörte er damit auf.

Jetzt ist Franz Klier im Alter von 83 Jahren gestorben. Um ihn trauern nicht nur seine Lebensgefährtin, seine beiden Söhne und seine beiden Enkel. Hunderte wollten sich von Franz Klier verabschieden. Auf seiner Beerdigung erwiesen ihm so viele Menschen die letzte Ehre, dass in der Indersdorfer Kirche nicht genug Platz war: Während der Trauerfeier standen viele sogar draußen.

Christiane Breitenberger

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