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Der Laden in der Dachauer Altstadt.

Thema im Hauptausschuss

Verzweifelter Kampf um die Franziskuswerk-Läden in Dachau

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Die  Enttäuschung  der Bürger ist groß, nachdem das Franziskuswerk bekannt gegeben hat, seine beiden Läden in Dachau zu schließen. Jetzt landete das Thema im Dachauer Hauptausschuss. OB Florian Hartmann sprach  über seine vergeblichen Bemühungen, die Läden zu retten.

Gertrud Schmidt-Podolsky (CSU) hat das Thema in der Sitzung des Hauptausschusses auf den Tisch gebracht. Nach Angaben des Franziskuswerks ist das Defizit zu groß, um die Läden zu erhalten. 

Doch OB Florian Hartmann (SPD) kämpft für ein Lebensmittelgeschäft in der Altstadt und in Dachau-Süd. Auch Gertrud Schmidt-Podolsky ist es wichtig, dass die Versorgung weitergeht, vor allem in der Altstadt: „Für mich ist das wichtiger, als es die Schranne je gewesen ist“, sagte sie. Sie sei enttäuscht, weil im Stadtrat so manche Entscheidung für die Behinderteneinrichtung gefallen sei, „um das Wirken des Franziskuswerks hier festzuhalten“ – und nun werden die Läden geschlossen. Die Stadträtin kritisierte die mangelnde Transparenz des Franziskuswerks gegenüber der Öffentlichkeit. „Doch vielleicht ist der Zug ja noch nicht abgefahren?“

Doch Hartmann machte ihr keine Hoffnung: Er habe mit dem Franziskuswerk gesprochen und sich erkundigt, ob ein Zuschuss der Stadt das Defizit ausgleichen könnte. „Der Zuschuss müsste mindestens im oberen fünfstelligen Bereich liegen“, habe Hartmann als Antwort bekommen. „Das ist sehr hoch, und außerdem dürfen wir das als Stadt gar nicht.“ Ob es dem Franziskuswerk helfen würde, wenn die Mietkosten niedriger wären, hatte der OB gefragt. Denn die Stadtbau sei Vermieter von dem Gebäude am Klagenfurter Platz. „Aber auch das würde die Entscheidung nicht revidieren.“

Hartmann ist sehr enttäuscht – nicht zuletzt weil viele Mitarbeiter der Stadt sich in der Mittagspause in dem Laden in der Altstadt versorgt haben. „Wir waren nicht der schlechteste Kunde.“ Die beiden Läden seien wichtig, natürlich für die Allgemeinheit, aber auch als Arbeitsplatz für Menschen mit Behinderung.

Mit Supermarkt-Betreibern hat Hartmann Kontakt aufgenommen. „Allerdings werden die Standorte als sehr schwierig beurteilt, weil es wenig Parkplätze gibt und die Anlieferung schwierig ist.“ Er werde sich aber weiterhin bemühen, „denn es ist uns ein Anliegen, dass wir hier wieder einen Laden hinbekommen“.

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