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Frech und charmant am Nabel der Zeit

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Heizten ein: die Kabarettistinnen D´oro Thea Anzinger und Martina Wick-Laudahn.  Foto:spi
Heizten ein: die Kabarettistinnen D´oro Thea Anzinger und Martina Wick-Laudahn. Foto:spi

Dachau - Sie sind laut und schrill und bringen die Dinge auf den Punkt: „die Lästerschwästern“. D'oro Thea Anzinger und Martina Wick-Laudahn heizten dem Publikum in der Kultur-Schranne in Dachau gehörig ein.

„Schicht im Schacht!“ lautet der Titel ihres neuen Programms - in Anlehnung an die „Generation Facebook“, an die Finanzkrise, die Eurorettung und den demographischen Wandel und vielem mehr. Die beiden Kabarettistinnen sind brandaktuell und machen vor keinem gesellschaftspolitischen Thema Halt. Sie greifen die Themen gnadenlos auf, frech und ohne Umschweife. Sprachgewandt, manchmal ironisch und doppeldeutig, liefern sie sich schlagfertige Wortgefechte. Auf ihre eigentümliche, liebenswerte und witzige Weise präsentieren sie ein Potpourri an unterschiedlichen Themen, schlüpfen immer wieder in unterschiedliche Rollen des Alltags und des politischen Geschehens.

„Alle die Handys raus“, fordert Anzinger zunächst. „Wir schalten nun auf den Kennenlern-Modus“, ruft sie. Denn: Wer führt heutzutage noch eine analoge Unterhaltung, also eine Unterhaltung unter vier Augen? Selbst die Putzfrau verfüge bereits über einen Facebook-Account. Kurzerhand funktioniert sie die Kultur-Schranne in ein virtuelles Wohnzimmer um. Wie neue Medien genutzt werden, reibt sie den Gäsen unverblümt unter die Nase und zieht mit Sprachwitz Rückschlüsse auf den Zustand der Gesellschaft. Lautstark fällt ihr dabei Martina ins Wort. die Dialoge sind begleitet von unglaublicher Gestik und Mimik. Immer wechseln die beiden Rollen und Outfit, bedienen sich verschiedener Dialekte. Vom Bayerischen verfallen sie in die aktuelle Teenie-Sprache oder in die Baby-Sprache.

D'oro Thea und Martina strotzen nur so voller Energie. Die beiden Kabarettistinnen liefern sich den ganzen Abend lang heiße Wortgefechte. Sie parlieren über die aktuelle Grippe-Welle, stülpen sich plötzlich neonfarbigen leuchtende Gebilde über den Kopf - und verwandeln sich eindrucksvoll zu Bakterien.

Auf aberwitzige Weise sprechen sie auch das Thema Euro-Rettung an. Dazu mutiert Martina zum kleinen, frechen und frustrierten 13-jährigen Euro-Jungen. Martina gibt die Pflegemutter Angela Merkel und zieht alle Register der Erziehungsmethoden: Sie schimpft, züchtigt, tröstet. „Solange Du Deine Füße unter meinen Rettungsschirm hast…“, erwidert sie und erstickt die jugendliche Euro-Rebellion im Keim. Auch beim Thema Weltuntergang hat sie das letzte Wort: „Ich bin gerüstet“, ruft sie. „Eierlikör und Zigaretten und dann ,Hasta la vista Baby!‘“ Einfach nur großartig brachten die Lästerschwästern die Dinge auf den Punkt. Oftmals mit einer Prise schwarzem Humor, dazu ironisch und manchmal geradezu respektlos, immer aber sehr charmant. Sie begeisterten das Publikum und forderten höchste Aufmerksamkeit bis zum Schluss. So endete ihr Auftritt als Zwillingspaar im Mutterleib in einem Stakkato! (spi)

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