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Die sieben glorreichen Ski-Konstrukteure: (v.l.) Christian Rabl, Christian Burgmair, Seppi Lechner, Claus Friedrich, Sebastian Tyroller. Vorne Michael Doll (l.) und Felix Kroschewski. In der Hand haben sie ihrem „Zebrano“

Freerider entwickeln den perfekten Tiefschnee-Ski

Dachau - Sieben Freunde aus Dachau, alles passionierte Freerider, haben in monatelanger Tüftelarbeit den perfekten Tiefschnee-Ski entwickelt. Auf das Wunderding sind inzwischen auch Manager der Sportmesse ISPO aufmerksam geworden.

Am Anfang stand eine Wette unter Spezln. Felix Kroschewski (37) aus Purtlhof bei Dachau behauptete im Herbst 2009, den für ihn ultimativen Ski bauen zu können. Er erntete Gelächter. Das spornte den Mittelschullehrer an.

Die Schreinerei Pfeil im nahen Bergkirchen, wo sein Freund Christian Burgmair arbeitete, ließ ihn gewähren. Dort durfte er nach Herzenslust herumtüfteln. Das machte er auch: Er probierte Materialien aus, Formen, optimierte einzelne Abschnitte sowie den Aufbau – und begeisterte immer mehr Kumpels für seinen Traum. Irgendwann standen sie zu siebt in der Werkstatt. Allesamt sind sie passionierte Freerider im Alter zwischen 31 und 42 Jahren, die abseits der Pisten ständig auf der Suche nach unberührtem Schnee und Hängen sind. Immer wieder testeten sie die verschiedenen Prototypen, die sie in ihrer Werkstatt gebaut hatten. Am Ende war er dann fertig: der „Zebrano“, 1,91 Meter lang, vorne gut 16 und in der Mitte 13,8 Zentimeter breit, 2450 Gramm schwer, mit einem Kern aus Esche. Die Deckschicht besteht aus einem Holzfurnier im Zebramuster, daher der Name.

Rund 1000 Euro kostet die braun-schwarze Kultlatte. „Es ist ein reiner Tiefschneeski, der seine ganz eigene Persönlichkeit hat“, sagt Felix Kroschewski. „Da surft man über den Schnee“, ergänzt Seppi Lechner (31), der auch mitgebaut hat. Kann man den Zebrano auch auf der Piste fahren? „Durch seine Breite ist es schwer, auf die Kante zu kommen“, gibt Kroschewski zu.

Dennoch ist klar: Der Ski-Tüftler hat seine Wette zusamen mit seinem Team gewonnen. Das ausgelobte Spanferkel ist längst verspeist. Es ist auch nicht so, dass sie den „Zebrano“ einfach Pi mal Daumen geschnitzt und zusammengenagelt haben – in dem Ski steckt mittlerweile jede Menge Know-how. Er wird hochpräzise angefertigt. Von sieben Kumpels, die im bürgerlichen Leben Architekt oder Heizungsbauer sind. Inzwischen sind sogar Manager der Sportmesse Ispo auf den Zebra-Ski aufmerksam geworden. Von Sonntag bis Mittwoch dürfen die Tüftler, die sich den Namen „Manufaktur Pfeil Ski“ gegeben haben, ihre außergewöhnlichen Bretter in der Halle A 3 vorstellen.

Gewinn machen wollen die sieben Skimacher nicht unbedingt. „Wir wollen zunächst, dass sich eine Fangemeinde bildet, die sich austauscht. Wenn dann noch was für unsere eigene Ausrüstung rausspringt, dann reicht das“, sagt Claus Friedrich (38) von „Pfeil Ski“. Bis zu 20 Paar, schätzen die Skibauer, könnten sie pro Jahr produzieren.

von Thomas Zimmerly

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