Gespannt folgen Gemeinderäte und Bürger den Ausführungen des Architekten foto: m. Sailer

Weg frei für den Windpark

Odelzhausen - Odelzhausen hat Platz für fünf Windkraftanlagen auf rund 125 Hektar im Nordosten der Gemeinde.

Auf mehr als vier Prozent der Gemeindefläche kann Windkraft entstehen. Das hat der Gemeinderat mit der Ausweisung eines rund 125 Hektar großen Windparks Odelzhausen im Nordosten der Gemeinde beschlossen. Der Gemeinderat geht mit der Ausweisung von Konzentrationszonen für Windkraftanlagen im Flächennutzungsplan über die rechtlich geforderten Werte hinaus. In der Folge werden theoretisch fünf Windkraft-anlagen im Adelzhausener Wald möglich. Zu allen Wohnsiedlungen wurde ein Abstand von 900 Metern beschlossen. Bürgermeister Konrad Brandmair: „Die Abstände sind für alle gleich, das ist ein Riesenerfolg. Mit der vorliegenden Planung haben wir die nächsten 20 Jahre Ruhe.“ Jetzt will die Gemeinde für das Waldstück auch einen Bebauungsplan aufstellen, um Details wie Anzahl der Windräder und infrastrukturelle Maßnahmen besser regeln zu können.

Vor der Entscheidung hat der von der Gemeinde beauftragte Planer Hans Brugger den Rat über die Planungskriterien und rechtliche Vorgaben informiert. Auch ein wesentliches Argument für die Windkraftgegner, eine optisch bedrängende Wirkung von Windkraftanlagen (WKA) wurde untersucht. Brugger: „Bei einem Abstand von mehr als der dreifachen Höhe eines Windrades, wie in der Planung mehr als berücksichtigt, ist keine optisch bedrängende Wirkung mehr gegeben.“ Der Schutz der Bevölkerung sei, so Brugger, ein sehr wichtiges Kriterium in den Planungen gewesen. Die Auswirkungen auf die Natur und das Landschaftsbild wurden ebenfalls untersucht. Nicht nur deshalb war das Glonntal mit seinen Biotopflächen von vornherein Tabu für Windkraftanlagen. Das Areal liegt in einem idyllischem Waldgebiet auf

einem Höhenzug von etwa 500 bis 530 Metern beiderseits der Autobahn München-Augsburg. Das Thema Naherholung sei so Brugger kein „hartes Ausschlusskriterium“ für Windkraftanlagen. Brugger: „Die TA-Lärm-Vorschrift gibt klare Abstände vor und empfiehlt für reine Wohngebiete 550 Meter Abstand. Das Landesamt für Umweltschutz sieht aber 1000 Meter als durchaus üblich an.“ Bei Einhaltung der rechtlich vorgegebenen Abstände ist laut Brugger kein Lärmschutzgutachten erforderlich. Der Landschaftsarchitekt untersuchte zwei Varianten. Es stellte sich heraus, dass sowohl 900 wie auch nur 800 Meter keine große Unterschiede bei den übrig bleibenden Windkraftflächen ausmachen. Nachdem Brugger um jede Wohnsiedlung Kreise mit dem Radius von 900 Meter gezogen hatte, war auf einer gezeigten Karte ein 23-Hektar-Areal südlich und ein 102-Hektar-Areal nördlich der Autobahn A8 im Adelzhausener Wald übrig geblieben.

Einen interessanten Aspekt hinsichtlich der Effektivität hat Brugger eher beiläufig erwähnt. Die Gemeinde Odelzhausen verbraucht rund 14,5 Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr. Aus regenerativen Energiequellen, vor allem Solarenergie, werden bereits sieben Millionen Kilowattstunden erzeugt .

(sm)

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