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Gut gelaunt beim Jubiläum: FW-Sprecher Hubert Güntner, Festredner Prof. Wilhelm Liebhart, der Vorsitzende des Kreisverbands, Josef Baumgartner, und Altomünsters Bürgermeister Anton Kerle (v.l.).

50 Jahre Freie Wähler Altomünster

Eine feste Größe in der Marktgemeinde

Altomünster - Seit 50 Jahren oder zwei Generationen ist sie eine feste Größe in der Marktgemeinde und der Kommunalpolitik. Am Samstagabend hat die Freie Wählergemeinschaft Altomünster das Jubiläum in großer Runde im Kapplerbräu gefeiert.

Es ging hauptsächlich um Kommunikation und Austausch. Diese Devise hatte FWG-Sprecher Hubert Güntner bereits in seiner Begrüßung ausgegeben und freute sich, dass nicht nur Aktive und ehemalige FW-Gemeinderatsmitglieder der Einladung gefolgt waren, sondern auch aktive und ehemalige Mitglieder des Kreisverbands und nahezu der gesamte Gemeinderat – über Parteigrenzen hinweg. Einmal mehr der Beweis für das bekannt gute Klima im Gremium.

Das erste Wort hatte dann auch Altomünsters Bürgermeister Anton Kerle. „Wir beide waren einst Konkurrenten und arbeiten trotzdem effektiv und wertschätzend sehr gut zusammen“, kündigte Hubert Güntner den CSU-Mann an.

Anton Kerle machte vier Komponenten für die langjährige Erfolgsgeschichte der FWG aus: Die Unabhängigkeit, durch die die FWG eine Plattform für Bürger bildet, die nur kommunale Interessen haben. Toleranz, ohne Gruppenzwang und Geschlossenheit als dritte Komponente. So hätten es die Freien Wähler geschafft, Zersplitterung durch Ortsteildenken zu vermeiden und statt dessen Ortslisten zugelassen.

Das vierte Geheimnis liege in den akzeptierten Persönlichkeiten“ der FWG, die nicht taktisch geprägt seien. Persönlich dankte Kerle wiederum Hubert Güntner für die konstruktive Zusammenarbeit.

Altomünster habe schon immer zu den Stützen im Landkreis gehört, betonte der Vorsitzende des FW-Kreisverbands und Bürgermeister der Gemeinde Schwabhausen, Josef Baumgartner. Er erinnerte zudem an die mit 300 Interessierten besuchte Aufstellungsversammlung zur Bürgermeisterwahl 2014: „So etwas gibt es im ganzen Landkreis nicht“, meinte Baumgartner und dankte für die immer gute Zusammenarbeit in Kreistag und Landkreis.

Gewohnt launig und mit einigen Ankedoten gespickt, unternahm Festredner Prof. Dr. Wilhelm Liebhart schließlich einen Streifzug durch 50 Jahre Freie Wählergemeinschaft. Dabei dröselte er nicht die Geschichte der FWG im Detail auf, sondern ließ den Wandel der Zeit anhand von Wahlprogrammen der letzten Jahrzehnte Revue passieren.

Im Gründungsjahr 1966, Anlass war die bevorstehende Kommunalwahl und die Tatsache, dass sich 1964 ein Ortsverband der CSU gegründet hatte, wurde für Kandidaten geworben, „die frei und ohne parteipolitische Bindungen ihren Idealismus und ihre Lebenserfahrung zur Verfügung stellen, um als Gemeinderäte mit gesundem Menschenverstand die Geschicke der Gemeinde in die Hand zu nehmen.“

1978 gab es dann programmatische Aussagen, so etwa „reibungslose Eingliederung aller Gemeindeteile, Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls aller Bewohner, gleiche Behandlung aller Gemeindeteile und die Erstellung eines Gemeindeentwicklungsplans. Der letzte Punkt zog sich fortan durch alle Wahlprogramme durch. 1984 wurde das immer noch aktuelle Logo erstmals eingesetzt. Der heuer verstorbene Manfred Heinrich hatte ein Steuerrad kreiert: in der Mitte der Kirchturm von Altomünster, umgeben von den Namen der acht Altgemeinden. Ein Zeichen dafür, dass Altomünster das Zentrum ist, aber die Wähler in den Altgemeinden sitzen. Geworben wurde unter anderem mit der Förderung des mittelständischen Gewerbes, der Baulandbeschaffung für Einheimische oder der Errichtung eines Heimatmuseums.

1990 war das Wahlprogramm bereits auf 17 Schlagworte angewachsen, erstmals mit der Ausweisung eines Gewerbegebiets und wieder einem Gemeindeentwicklungsplan.

Wilhelm Liebhart befasste sich auch mit „Wechselphänomenen“. Er führte SPD-Gemeinderätinnen an, die sich den Freien Wählern anschlossen, und den späteren Bürgermeister Anton Hofberger, der 1970 von SPD und FWG als Kandidat einer vorgezogenen Bürgermeisterwahl nominiert wurde. 1972 trat er für die FWG und CSU gemeinsam an, 1978 nur noch für die CSU Altomünster.

1987 warb die CSU Josef Mederer von den Freien Wählern ab. Er scheiterte 1990 aber gegen den FW-Kandidaten Konrad Wagner. Dieser blieb bekanntlich 24 Jahre im Amt. Die CSU stellte in der Zeit nie mehr einen eigenen Kandidaten auf.

Mit einem Satz aus einer SPD-Chronik schloss Liebhart seinen Vortrag. Er zeigt die Bedeutung der Gruppierung, die sich übrigens nie dem Landesverband anschloss: „Die Gemeinde Altomünster wird von der Freien Wählergemeinschaft und der CSU politisch bestimmt.“

Musikalisch abgerundet wurde der gesellige Abend von Hans und Manfred Wagner aus Tödtenried.

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