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Der wiedergewählte Vorstand des Oberrother Feuerwehrvereins, flankiert von den Kommandanten Daniel Haagen (ganz links) und Stefan Ahlert (rechts): Hans-Georg Kellerer, Klaus Kellerer, Robert Neser und Rainer Wiedemann (von links).

Bei der Feuerwehr ist „Feuer unterm Dach“

Feuerwehr Oberroth fühlt sich nicht gewertschätzt

Oberroth - Die Feuerwehr in Oberroth fühlt sich von den Gemeindevertretern nicht gewertschätzt. Der Kauf eines neuen Fahrzeugs verzögert sich weiter.

Bei der Feuerwehr Oberroth ist „Feuer unterm Dach“. Die Truppe wünscht sich schon seit Jahren ein neues Fahrzeug, aber die Gemeinde Schwabhausen hat derzeit kein Geld dafür übrig. Bei der Hauptversammlung ließ Kommandant Daniel Haagen seinem Unmut über diese aus seiner Sicht unbefriedigende Situation freien Lauf. Er monierte, dass die Kommunikation mit dem Bürgermeister, dem Gemeinderat und der Verwaltung leider nicht so laufe, wie „man“ sich das wünscht. „Wir haben fest damit gerechnet, dass wir ein neues Fahrzeug bekommen, und jetzt müssen wir wieder warten“, sagte Haagen enttäuscht.

Zur Vorgeschichte: Weil es mit dem technischen Zustand des vorhandenen Tragkraftspritzenfahrzeugs (Baujahr 1994) nicht mehr zum Besten stand, hatte die Oberrother Wehr bereits im März 2013 bei der Gemeinde einen Antrag auf Beschaffung eines Gerätewagens Logistik (GWL-1) gestellt. Da sich ein Fahrzeug dieser Art aber nicht in die Alarmplanung einfügte, lehnte die Regierung von Oberbayern eine Bezuschussung ab. Kreisbrandrat Heinrich Schmalenberg empfahl daraufhin, stattdessen die Beschaffung eines Tragkraftspritzenfahrzeugs (TSF) ins Auge zu fassen. Im Oktober 2013 beschloss der Gemeinderat, die Feuerwehr Oberroth mit einer Fahrzeug-Ersatzbeschaffung in das „Gesamtkonzept Feuerwehrwesen der Gemeinde“ aufzunehmen. Daraufhin beantragte Daniel Haagen erneut die beschleunigte Ersatzbeschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeugs.

Nach einem weiteren Gespräch mit dem Kreisbrandrat und den Kommandanten aus Schwabhausen und Oberroth im Januar 2014 wurde aber dem neuen Fahrzeug für die Schwabhausener Wehr Priorität eingeräumt und Oberroth ganz oben auf die Warteliste gesetzt und die Anschaffung in die Haushalts- und Finanzplanung aufgenommen.

Nachdem für die Arnbacher Wehr bereits ein neues Fahrzeug beschafft worden war, wurde den Oberrothern das bisherige Arnbacher Tragkraftspritzenfahrzeug zur Verfügung gestellt. Damit war zwar die Einsatzfähigkeit gewährleistet, aber die Oberrother wollten sich damit nicht zufrieden geben und kennzeichneten das Fahrzeug demonstrativ mit einem Aufkleber als „Übergangsfahrzeug“.

Mit der Aufnahme des ursprünglich gewünschten Logistik-Fahrzeugs in die Förderrichtlinien im März 2015 schien nun der Wunsch der Oberrother Wehr in greifbare Nähe gerückt – wenn nur das liebe Geld nicht wäre. Weder im Haushalt 2015, noch bei der Haushaltsplanung für 2016 konnte die Gemeinde für das neue Fahrzeug der Oberrother Wehr Mittel bereitstellen.

Als Daniel Haagen das im Rahmen der Oberrother Bürgerversammlung erfuhr, platzte ihm beinahe der Kragen. „Ich war so sauer über die Gemeinde, dass ich dem Bürgermeister persönliche Konsequenzen ansagte. Ich spielte mit dem Gedanken, mich dem zurückgetretenen TSV-Vorstand anzuschließen und auch meinen Dienst niederzulegen. Jedoch haben mich meine Frau und der Kreisbrandrat überzeugt, dass dadurch nur die Bürger Verlierer wären, und nicht die Gemeinde. Somit sehen heute meine Konsequenzen so aus, dass ich für die Sicherheit unserer Bürger weiter kämpfe, denn für die wird es ernst, wenn es uns nicht mehr gibt“, zeterte Haagen und fügte hinzu: „Hierzu fragt’s am besten erfahrene Leute, die unsere Arbeit erlebt haben. Anderen wird für gute Arbeit gedankt, bei uns gibt’s des ned“.

In seinem Grußwort wiegelte Bürgermeister Josef Baumgartner ab: „Ich würde nichts lieber tun, als Euch morgen ein neues Fahrzeug vor die Tür zu stellen, aber leider geht halt nicht alles von jetzt auf gleich“.

Baumgartner gab auch bekannt, dass in einer erneuten Gesprächsrunde im Dezember mit dem Kreisbrandrat und allen Kommandanten aus der Gemeinde Schwabhausen noch einmal die Bedarfsplanung explizit durchgegangen wird und ergebnisorientiert in ein bis zwei Jahren eine Neubeschaffung realisiert werden könne..

ela

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