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Verabschiedet: Bürgermeister Dieter Kugler (links) sagte Andreas Seidenberger mit dem Ehrenkrug der Gemeinde Dank für 22 Jahre als Feuerwehrführungskraft.

Kommandant tritt wegen Querelen zurück

Wechsel bei Sigmertshauser Feuerwehr

Sigmertshausen – Querelen innerhalb der Vorstandschaft haben dazu geführt, dass Andreas Seidenberger mitten in der Bauphase des neuen Feuerwehrhauses in Sigmertshausen das Handtuch geworfen hat.

Bei der Wahl am Mittwochabend hat sich Seidenberger nicht mehr als 1. Kommandant zur Verfügung gestellt.

Was genau zu diesem Schritt geführt hat, wollte Seidenberger nicht sagen. Gegenüber den Dachauer Nachrichten deutete er aber an, dass „hintenrum“ einiges gegen seine Person gelaufen sei und er es deshalb nicht bereue, unter sämtliche Feuerwehrämter in Sigmertshausen einen Schlussstrich zu ziehen: „Eine Zusammenarbeit in gewohnter Form war nicht mehr möglich“.

Seidenberger, der auch im Röhrmooser Gemeinderat sitzt, hat, wie Bürgermeister Dieter Kugler betonte, bei der Planung und Durchführung des Feuerwehrhausbaus großes Engagement gezeigt. „Er war der Antreiber und Motor“, sagte der Gemeindechef.

Seidenberger war zwölf Jahre 1. Kommandant und zuvor zehn Jahre 2. Kommandant. Besonders eingesetzt hat er sich für die Einführung des Digitalfunks. Kugler betonte auch, dass Seidenberger das Sprachrohr im Gemeinderat für alle Feuerwehren war. Das habe sich erst vor kurzem gezeigt, als er eine Anerkennungspauschale von jährlich 100 Euro für die Jugendwarte der vier Wehren durchsetzen konnte.

Dass Seidenberger aus persönlichen Gründen künftig nicht mehr für das Feuerwehrwesen in der Gemeinde Röhrmoos zur Verfügung steht, bedauerte Kugler mit den Worten: „Er hat wirklich gute Arbeit gemacht, das muss man einfach respektieren“. Ende Januar hatte Seidenberger auch die Bauleitung beim Feuerwehrhausbau abgegeben. Der Bürgermeister verabschiedete „die Feuerwehrführungskraft mit Leib und Seele“ mit dem Ehrenkrug der Gemeinde Röhrmoos.

Die Wahl der neuen Führungsmannschaft ging unter Kuglers Leitung schnell über die Bühne, denn man musste nicht lange nach Kandidaten suchen. Neuer 1. Kommandant ist der bisherige Stellvertreter Seidenbergers, Christian Wallner, auf den 18 Ja- und drei Nein-Stimmen entfielen. Der bisherige 2. Vorsitzende Tobias Ludwig wurde mit 17:4 Stimmen zum neuen Kommandanten-Stellvertreter gewählt. Sowohl Wallner als auch Ludwig arbeiten auch im Vorstand der Röhrmooser Feuerwehr mit.

Auch bei der Wahl innerhalb des Sigmertshauser Feuerwehrvereins gab es keine Probleme und nur einstimmige Wahlergebnisse. So wählte man Stefan Kottermair wieder zum Vorsitzenden und Josef Betz zu seinem neuen Stellvertreter. Der langjährige Schriftführer, Vitalis Mairhanser (zwölf Amtsjahre) stellte sich nicht mehr zur Wahl. Zu seinem Nachfolger wurde Nico Richter gewählt. Die Kasse bleibt in den Händen von Andi Pichler und Markus Renkl steht weiter als Fahnenträger zur Verfügung.

Wenngleich auch 2015 acht Einsätze und elf Übungen zu Buche stehen, war der schon weit fortgeschrittene Gerätehausbau das große Thema bei der Sigmertshauser Wehr. Das stattliche Bauwerk soll auf jeden Fall noch heuer eingeweiht werden. Der Bürgermeister versicherte den 32 Aktiven in dem 56 Mitglieder zählenden Feuerwehrverein schon mal: „Es wird ein Schmuckstück für den Ort“.

Wie die weiteren Berichte zeigten, wurde die Eigenleistung seitens der Feuerwehr und des örtlichen Schützenvereins beim Bau groß geschrieben. Auch die am Bau beteiligten Firmen aus der Gemeinde seien bei der Preisgestaltung entgegengekommen. Wie Vorstand Kottermair betonte, war der Baufortschritt vom schwachen Winter begünstigt. Gemeinderat und Zimmerermeister Martin Mayr war beim Dachstuhl federführend, und eine Reihe von Privatleuten lieferten für die ehrenamtlichen Mitarbeiter Brotzeiten. „Ich hoffe, dass sich auch bei den restlichen Arbeiten noch Freiwillige einbringen“, sagte Kottermair.

Stolz könne Sigmertshausen auf die Jugendfeuerwehr sein, die 2015 unter der Leitung von Jugendwartin Daniela Betz nicht untätig war. Betz hat 53 Übungsstunden bei der Jugend registriert. 69 Stunden hat die Jugendwartin in die Ausbildung des Nachwuchses investiert, wenngleich es, wie sich Seidenberger ausdrückte, schwer sei, die Jugend für die Feuerwehr zu begeistern.

„Aber nur wer Jugend hat, hat Zukunft“, stellt der scheidende Kommandant fest, in dessen Ära enorm viel für die Ausbildung der Floriansjünger getan wurde. In den vergangenen zwölf Jahren habe sich Sigmertshausen durch Leistungsprüfungen und über 40 Kurse kontinuierlich weiterentwickelt.

ost

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