Politische Prominenz beim Basketballspiel: Die Landwirtschaftsminister Jacques Mézard (F, mit Ball) und Christian Schmidt (D, daneben) mit Aktiven und Offiziellen. Links der Oradourer Bürgermeister Philippe Lacroix.
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Politische Prominenz beim Basketballspiel: Die Landwirtschaftsminister Jacques Mézard (F, mit Ball) und Christian Schmidt (D, daneben) mit Aktiven und Offiziellen. Links der Oradourer Bürgermeister Philippe Lacroix.
Dachau und Oradour-sur-Glane
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Dachau und Oradour-sur-Glane: Drei Tage der Freundschaft und der Jugend.
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Dachau und Oradour-sur-Glane: Drei Tage der Freundschaft und der Jugend.

Dachauer Delegation in Oradour-sur-Glane

Drei Tage der Freundschaft und der Jugend

Immer noch gibt es viele bewegende Momente, wenn Dachauer Delegationen nach Oradour-sur-Glane reisen, oder umgekehrt. Das war jetzt  beim Besuch zum „Wochenende der Freundschaft und Jugend“ wieder so.

Dachau/Oradour-sur-Glane – Gerda Hasselfeldt hat mit ihrem Besuch vor zehn Jahren den Weg geebnet für den Austausch zwischen Dachau und Oradour-sur-Glane. Seit die Bundestagsabgeordnete 2007 dem kleinen französischen Ort ihre Aufwartung machte, sind gerade aus Dachau einige Delegationen insbesondere aus Politik und Sport hin- oder hergereist. Nach Frankreich geht es von Dachau aus natürlich regelmäßig zum großen jährlichen Gedenktag an das entsetzliche Massaker der SS am 10. Juni 1944. Auch heuer ist an diesem Tag eine Delegation der Großen Kreisstadt zu Besuch gewesen (wir haben berichtet).

Doch neben dem Gedenken geht es eben auch um Versöhnung und den Blick nach vorn; und so gab es heuer eine weitere Reise von Dachau nach Oradour. Einige Radsportler der Soli sowie Basketballdamen des TSV 1865 Dachau legten die mehr als 1000 Kilometer zurück, um beim „Wochenende der Freundschaft und der Jugend“ vom 1. bis 3. September in Oradour-sur-Glane dabei zu sein. Die 16-köpfige Reisegruppe kehrte jetzt mit bewegenden, unter die Haut gehenden Begegnungen und Eindrücken im Gepäck zurück. Ihre Gastgeber hatten ein perfektes Programm vorbereitet, das von einer Führung durch ein Museum einer Porzellanfabrik bis hin zu einem Empfang beim Bürgermeister in Limoges reichte.

Kulinarisch wurden die Dachauer ebenfalls verwöhnt, auch hier kam man sich näher und erfuhr außergewöhnliche Herzlichkeit.

Unumstrittener Höhepunkt des Wochenendes waren die Aufführungen des Musicals „Mademoiselle Marie“. Das Ensemble der Cadolzburger Burgfestspiele aus Fürth war mit rund 150 Mitwirkenden vor und hinter der Bühne angereist und lieferte an zwei Abenden vor insgesamt fast 1500 Zuhörern zwei mitreißende Darbietungen des Nachkriegsstücks um eine selbstbewusste Bäuerin, die der Liebe wegen zwischen Deutschland und Frankreich hin- und hergerissen wird. Ein Lehrstück über die Wunden, die ein Krieg immer hinterlässt, und das nicht nur wegen der Handlung, die das Verbrechen von Oradour-sur-Glane einbezieht, unter die Haut geht.

In der ersten Reihe im Complexe sportif intercommunal an der Rue Pralon nahmen am Samstagabend neben dem 92-jährigen Robert Hébras – dem letzten der sechs Überlebenden des Massakers – auch die Minister für Landwirtschaft, Christian Schmidt (Deutschland) und Jacques Mézard (Frankreich), Platz. Auch Emile-Roger Lombertie war als Bürgermeister des nahen Limoges gekommen, seine Stadt verbindet eine langjährige Partnerschaft mit Fürth. Daneben konnte Philippe Lacroix, der Bürgermeister von Oradour, noch viele hochrangige Politiker aus Frankreich und Deutschland begrüßen, etwa den deutschen Botschafter und den Generalkonsul. Neben den Darstellern, darunter viele Kinder und Jugendliche, sowie Robert Lébras – der selbst in einer Rolle im Musical gespielt wurde – bekam auch Lacroix minutenlang stehende Ovationen. Lange schon nach Mitternacht bedankte sich der Bürgermeister tief bewegt, und sein: „Es lebe Frankreich und es lebe die deutsch-französische Freundschaft“, hätte das Ansinnen des Musicals und der vielen anderen Veranstaltungen an diesem denkwürdigen Wochenende nicht besser zusammenfassen können.

60 Teilnehmer aus beiden Ländern nahmen etwa an einem Fußmarsch rund um Oradour teil, und mehr als 100 Radsportler an einem Randonnée, einer vom örtlichen Radsportclub ARPAD organisierten Radwanderung. Zum anschließenden „Glas heben auf die Freundschaft“ waren sogar einige französische Sportlegenden gekommen. Etwa der frühere Weltklassesprinter und spätere Sportminister Frankreichs, Roger Bambuck (71). Oder das 81-jährige Radsportidol Raymond „Poupou“ Poulidor, in seiner aktiven Zeit der populärste Sportler Frankreichs. Von der Soli aus Dachau wurden dazu August Mayer und Sofiane Allata aufs Podium gebeten – eine schöne Auszeichnung.

Zwischen Radsport und Musical stand noch eine Premiere an – das Basketballmatch zwischen den Damen von USO Oradour Basket und des TSV 1865 Dachau. Die Gäste erarbeiteten sich vor rund 100 Zuschauern bis zur Pause einen kleinen Vorsprung, der danach aber Makulatur war, als die Teams wie geplant bunt durcheinandergemischt wurden, um nicht nur gegen- sondern vor allem eben miteinander zu spielen. Das wurde auch bei den Unparteiischen so gehandhabt: Raphael Bournat (F) und Simone Wester (D) leiteten diese unterhaltsame Premierenpartie. Die eine Fortsetzung finden soll, denn die Dachauer sprachen sowohl dem Damen- als auch Herrenteam eine Gegeneinladung für nächsten Sommer aus.

Was die Abgeordnete Gerda Hasselfeldt vor zehn Jahren begonnen hat, trägt nun auf sportlicher und kultureller Ebene reiche Früchte.

tor

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