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Dank an die Familie Mair: Dirigent Alexander Möck mit (v.l.) Winfried, Hanni und Margarethe Mair.

Die Ära Georg und Winfried Mair endet

Wechsel bei Gesangverein Frohsinn

Altomünster - Der Gesangverein Frohsinn und der Bäcker Mair – das war jahrzehntelang nicht voneinander zu trennen. Mit dem Ausscheiden des Vorsitzenden Winfried Mair ist jetzt aber doch eine Ära zu Ende gegangen.

„Es war und ist eine historische Verbindung zwischen dem Gesangverein Frohsinn und dem Bäcker Mair“ stellte Schriftführer Michael Eggendinger fest, als er in einer kleinen Sonderprobe des Altochores im großen Saal des Seniorenwohnens eine Laudatio auf den langjährigen Vorsitzenden Winfried Mair hielt. 37 Jahre lang war dieser im Vorstand tätig, seit 1992 als erster Vorsitzender. Grund genug für Winfried Mair, sich jetzt aus der Verantwortung zurückzuziehen.

Dem Chor selbst gehört er schon seit 55 Jahren an, war immer unersetzlich mit seiner tiefen Bassstimme. Die Geschichte vom Frohsinn und dem Bäcker Mair begann aber schon viel früher, nämlich bereits 1949, als Bäckermeister Georg Mair den Gesangverein nach dem Krieg wieder gründete und auch zum ersten Vorsitzenden gewählt wurde. 1967 wurde er zusammen mit Josef Felsl zudem Dirigent der Sangesbrüder.

Der Chor entwickelte sich zunächst als reiner Männerchor und verbuchte große Erfolge mit seinen Auftritten, Konzerten und humorvollen Abenden. Erst seit 2003 ist der Chor wieder ein gemischter Chor. Vor einigen Jahren hat er sich in „Altochor“ umbenannt.

Früher war es beileibe nicht selbstverständlich, in den Chor aufgenommen zu werden, die Vorstandschaft musste dafür einen Aufnahmebeschluss fassen. So kam es 1961 zu neun Neuaufnahmen. Darunter war auch Winfried Mair, der gerademal 20-jährige Sohn vom Bäcker Mair. Als Georg Mair 1978 krankheitsbedingt von seinem Amt zurücktrat, übernahm der junge Apotheker Peter Schultes den Vorsitz vom Frohsinn, und Winfried Mair wurde zum zweiten Vorstand gewählt.

14 Jahre hatte das Gespann das Sagen, dann trat Winfried Mair die Nachfolge von Schultes an. Hans Neumair, Simon Wackerl und Peter Schliephake wurden in der Folge die zweiten Vorsitzenden.

Jetzt vor wenigen Wochen war es dann an Winfried Mair, aus dieser verantwortlichen Stelle auszuscheiden. Er gab das Zepter an Thomas Kühne weiter, der seit 15 Jahren ein rühriger Sänger beim heutigen Altochor ist.

Michael Eggendinger, der wohl mittlerweile zu den dienstältesten Mitgliedern im Verein zählt, wollte an diesem Abend einmal das Lebenswerk von Winfried Mair würdigen und ihm vor allem danken dafür, dass er es immer geschafft habe, „dass er uns zammhoit“.

Die Vereinsführung sei die eine Seite gewesen, die andere war die Auswahl eines Dirigenten für den Chor, wobei der Bäcker Mair immer eine glückliche Hand gehabt habe. So sei es zunächst Hermann Well senior gewesen, der den Chor nach der Erkrankung von Georg Mair geleitet hatte. Von 1979 bis 1987 übernahm der junge Organist Karl Grimm den Dirigentenstab und übergab ihn schließlich weiter an Hans Winkel und Raimund Wurmser.

1992 kehrte Karl Grimm wieder nach Altomünster zurück, „und wir hatten eine schöne Zeit und viele schöne Aufführungen mit ihm“, erinnerte Eggendinger. 2004 ist Grimm leider viel zu früh gestorben.

Mit Peter Gampl kam schließlich wieder ein frischer Wind in den Chor. Seit 2008 hat nun Alexander Möck das musikalische Sagen, und die Sänger sind froh, dass sie ihn haben. Die 48 aktiven Chormitglieder sind aber auch glücklich, dass mit Hanni Mair im Sopran doch noch die Ära des Bäcker Mair weitergeht.

Ein dickes Dankeschön gehörte an diesem Abend Margarethe Mair, „die als Ehefrau und Nichtmitglied so viel für den Verein getan hat, dass das unbedingt mit einem Blumenstrauß gewürdigt werden muss“. Dirigent Alexander Möck hatte für Winfried Mair mit von einer Konzertreise mitgebrachten chinesischen Pinselmalstiften in Kalligraphie kunstvoll eine Ehrenurkunde gefertigt.

Ein dicker Applaus für die ganze Familie Mair am Ende dieser Feierstunde unterstrich die Anerkennung für das jahrzehntelange Wirken zum Wohle des Gesangvereins.

gh

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