Frauenunion Dachau fordert bessere Begehbarkeit

Fußgängerunfreundliche Altstadt

Dachau – Die Frauenunion (FU) Dachau macht darauf aufmerksam, dass für eine behinderten- und fußgängerfreundliche Dachauer Altstadt noch viel getan werden muss.

Auf der Tagesordnung des Ortsvorstandes der Frauenunion Dachau sei die Mobilität von Menschen mit Behinderung und älteren Menschen ein wichtiger Punkt gewesen, wie FU-Ortsvorsitzende Katja Graßl in einer Pressemitteilung erklärt. Die Frauenunion fordert den Stadtrat auf, aktiv mit der Umsetzung des Beschlusses für eine bessere Begehbarkeit in der Altstadt zu beginnen, bei dem die Mitglieder des Umwelt- und Verkehrsausschusses den Denkmalschutz überstimmt und sich für eine bessere Behinderten- und Fußgängerfreundlichkeit entschieden hatten. Deshalb sollten für den Haushalt 2017 entsprechende Mittel eingesetzt werden, so Graßl. 

„Der Platz vor dem Rathaus, die Apothekergasse sowie der Pfarrplatz wären nach unserer Auffassung an erster Stelle fußgängerfreundlich umzugestalten“, empfiehlt sie. Als positives Beispiel für die Umsetzung des Grundsatzbeschlusses des Stadtrates, die Mobilität für Fußgänger im Altstadtbereich nach und nach zu optimieren, sieht Graßl die Pflasterung der Hubergasse. Bei einem Ortstermin habe sich der Vorstand der FU von der „hervorragenden Begehbarkeit“ des Pflasters überzeugen können. 

Die FU-Ortsvorsitzende weiß: „Bei der Abwägung zwischen Bewahrung von Historischem und Bedürfnissen von Menschen mit körperlicher Behinderung, sei es mit Rollstuhl, Rollator oder auch nur einem Gehstock sowie Eltern mit Kinderwägen, ist der Mobilität der Vorrang zu geben.“ Dies entspricht auch der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen, die eine möglichst umfassend barrierefrei gestaltete Umwelt fordert. Katja Graßl ist aber überzeugt, dass auch historische Altstädte, selbst bei Berglage wie in Dachau, keinen Gegensatz zu modernen Mobilitätsansprüchen darstellen und so umgestaltet werden können, dass der Charakter der Örtlichkeit optisch nicht beeinträchtigt wird. Sie kritisiert jedoch die Dachauer „Bewahrer der historischen Altstadt“ – es dränge sich der Verdacht auf, dass diese absichtlich Maßnahmen für eine barrierefreie Altstadt blockieren.

 „Warum passiert hier nichts, warum geht alles so langsam?“, fragt sie und beschuldigt die Stadtverwaltung, den Stadtrats-Beschluss „noch nicht einmal halbherzig“ umzusetzen. Dabei sollten „barrierefreie Innenstädte eine Selbstverständlichkeit sein“, so Graßl, denn: „Gut begehbare Straßen und Wege gehören zu den Grundvoraussetzungen eines barrierefreien Gemeinwesens."

Eva Lang

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