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Standort Sonnenstraße: Das Gymnasium wird neben dem Kinerhaus (links) gebaut.

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Freie Wähler Dachau wollen fünftes Gymnasium doch nicht in Bergkirchen

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Der Beschluss, den der Kreistag am 26. Oktober 2018 mit großer Mehrheit gefasst hat, ist eindeutig: Das fünfte  Landkreisgymnasium kommt nach Bergkirchen. Das wollen die Freien Wähler Dachau nun doch nicht mehr. 

Dachau – Der Beschluss im Oktober ist eindeutig: „Die Gymnasialplanung des Landkreises Dachau soll mit der Neuerrichtung eines im Eingangsbereich bis zu vierzügigen fünften Gymnasiums primär am Standort Bergkirchen und gegebenenfalls alternativ am Standort Hebertshausen/Röhrmoos fortgeschrieben werden.“

Mit anderen Worten:Das fünfte Landkreisgymnasium kommt nach Bergkirchen, die ebenfalls diskutierten Standorte Petershausen, Vierkirchen, Odelzhausen und Sulzemoos gehen leer aus. Einen entsprechenden Antrag auf Genehmigung und Finanzierung sendeten die Verantwortlichen im Landratsamt bereits an das Kultus- und Finanzministerium. „Wir hoffen, noch in diesem Jahr eine positive Antwort zu bekommen“, betont Landratsamtssprecher Wolfgang Reichelt.

Doch trotz dieser eindeutigen Beschlusslage und dem fortgeschrittenen Verfahren kamen die Freien Wähler Dachau nun mit einer, in ihren Augen neuen Idee um die Ecke: Das fünfte Landkreisgymnasium solle nun doch nicht nach Bergkirchen, sondern in Kooperation mit den Landkreisen Freising, Pfaffenhofen und Neuburg-Schrobenhausen in Petershausen realisiert werden. Der Landrat möge, so steht es in dem entsprechenden Antrag, „Kontakt mit den Landratsämtern aufnehmen und den Kreisgremien berichten“.

Im Dachauer Landratsamt ist man über den Vorstoß verwundert. Eine mögliche interkommunale Zusammenarbeit sei für die Standorte Odelzhausen und Petershausen ja diskutiert worden, betont Reichelt. Aus guten Gründen habe man sich aber dagegen entschieden. Denn: Die Zeit dränge, das fünfte Gymnasium sollte aufgrund der Wiedereinführung des G9 bis 2025 fertig sein. Erfahrungsgemäß dauert es Reichelt zufolge „länger, wenn man sich mit einem Partner abstimmen muss“. Dies habe in der Vergangenheit die Zusammenarbeit mit der Stadt München gezeigt. Zudem, so Reichelt, „haben wir gar keinen Platz für Kinder aus anderen Landkreisen.“

FW-Sprecher Sebastian Leiß aber scheint plötzlich andere Zahlen zu kennen: Die Festlegung des Kreistags auf Bergkirchen sei mehr eine „Struktur- statt Sachentscheidung gewesen und daher nicht nachhaltig“. Die Verkehrsanbindung sei ungünstig und müsste aus Kreismitteln durch Busse organisiert werden. Abgesehen davon würden „niedrigere Schülerzahlen prognostiziert“, wodurch es dringend Kinder aus anderen Landkreisen bedürfe, die diese Schülerlücke füllen sollten.

Allein: Die „prognostizierten niedrigeren Schülerzahlen“ dürfte es so nicht geben; zuletzt hatte dies ein Vertreter des Bayerischen Landesamts für Statistik dem Schulausschuss des Kreistags eindrucksvoll erklärt (wir berichteten). Und ob in den Nachbarlandkreisen überhaupt Bedarf nach weiteren Gymnasien besteht, ist mehr als fraglich: Im Landkreis Freising allein gibt es fünf Gymnasien.

Unwahrscheinlich also, dass sich für Leiß’ Antrag eine Mehrheit findet. Die Landkreisverwaltung jedenfalls ist Reichelt zufolge mit allen Unterlagen gewappnet, „wir haben ja noch alles da“.  

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