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Erläuterte die baulichen Varianten für den Ausbau der Grundschule: Architektin Carola Hain-Fischer.

Ein Ja zur Ganztagsschule

Rat tagt in der Schulaula

Petershausen - Der Petershausener Gemeinderat hat sich für die Einrichtung einer gebundenen Ganztagsschule ausgesprochen. Jetzt geht es darum, wie das Ganze baulich umgesetzt werden kann.

Das Interesse war riesengroß, als der Gemeinderat zu einer Sondersitzung in der Aula der Grundschule Petershausen zusammentrat. Rund 60 Zuhörer erlebten, wie sich das Gremium mit großer Mehrheit für die gebundene Form der Ganztagszweigs an der Grundschule aussprach.

Schulleiterin Ulrike Schneider-Güll stellte die verschiedenen Formen der Ganztagsbetreuung vor: Da ist zum einen die gebundene Ganztagsschule (GTS), für die ein positiver Vorbescheid des Kultusministeriums vorliegt. Sie geht bis 16 Uhr an mindestens vier Wochentagen. Möglich sind auch fünf Tage, genauso wie eine Verlängerung über 16 Uhr hinaus, aber dann mit Zusatzkosten für Eltern, während die GTS an sich kostenfrei ist.

Mindestens 13 Schüler müssen angemeldet werden, damit eine Ganztagsklasse zustandekommt. Bei der gebundenen GTS können die Schüler am besten individuell gefördert werden. Das wird deshalb auch von Schneider-Güll und ihrem Lehrerkollegium favorisiert. „Es ist ein Mehr an Schule“, so Schneider-Güll.

Den Bedarf hatte die Gemeinde im Januar mit einer Fragebogenaktion erfragt. Von 572 Fragebögen kamen 310 zurück und 109 wünschten eine gebundene GTS, wie Bürgermeister Marcel Fath berichtete. Doch die Nachfrage werde angesichts von mehr Gewerbe und neuen Baugebieten deutlich steigen. Allein im Februar 2016 sei die Bevölkerung Petershausens um 96 Personen, davon 30 Asylbewerber gewachsen.

Doch das ist nicht mehr im bestehenden Schulgebäude zu realisieren. Architektin Carola Hain-Fischer hatte für die Gemeinde untersucht, welche Raumvarianten möglich sind. Die erste sah den Umbau der Aula und des Mehrzweckraumes zu Klassenzimmern mit der Nutzung des heutigen Rathauses für zusätzliche Schulräume sowie einem Zwischenbau zwischen beiden vor. Kosten einschließlich Rathausneubau: 8,8 Millionen Euro.

In der Abwandlung ist an einen Abriss des nicht denkmalgeschützten Teils des Rathauses zugunsten eines Schulneubaus gedacht, was nur 8,3 Millionen kosten würde. Eine weitere Variante sieht einen Ergänzungsbau an der Münchner Straße mit drei Geschossen für 7,9 Millionen Euro vor. Nachteil wäre jedoch, der gerade erst vor zwei Jahren neu gebaute Regenwasserkanal müsste verlegt werden.

Wie flexibel das Ganze auch hinsichtlich der späteren Nutzung der Räume ist, wollte Gerhard Weber (CSU) wissen. „Der Gebäudekörper muss flexibel nutzbar sein“, antwortete Bürgermeister Marcel Fath (FW). Wie zweiter Bürgermeister Wolfgang Stadler (SPD) meinte, könne also in einem Geschoss übergangsweise bis zum Rathausneubau die Verwaltung und im anderen die Schüler unterkommen. Gegen eine gebundene GTS votierten letztlich Daniel Lettmair, Jürgen Junghans, Albert Kirmair (alle CSU) und Inge Dinauer (FW).

rds

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