Gedenkakt am ehemaligen SS-Schießplatz

Dachau - Wieder einmal steht ein Jahrestag der Greueltaten der NS-Verbrecher an.

Am Mittwoch, 22. Juni, dem 70. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion, findet um 11 Uhr ein Gedenkakt anlässlich der Bestattung von sterblichen Überresten unbekannter sowjetischer Kriegsgefangener auf dem ehemaligen „SS-Schießplatz Hebertshausen“ statt. Dabei sprechen Dr. Gabriele Hammermann, Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau, Karl Freller, MdL, Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, Andrej Grozow, Generalkonsul der Russischen Föderation, Alexander Ganevich, Generalkonsul der Republik Belarus, Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen KultusgemeindeMünchen und Oberbayern.

Anschließend sprechen Vertreter der jüdischen, russisch-orthodoxen, katholischen, evangelischen und islamischen Religionsgemeinschaften Totengebete zum Gedenken an die unbekannten Ermordeten.

Der „SS-Schießplatz Hebertshausen“ war in den Jahren 1941 bis 1942 einer der zentralen Exekutionsorte für sowjetische Kriegsgefangene im deutschen Reichsgebiet. Gegen geltendes Völkerrecht erschossen SS-Einheiten des Konzentrationslagers Dachau hier etwa 4500 sowjetische Gefangene - Offiziere, kommunistische Funktionäre, Intellektuelle und Juden. Die Leichen dieser sowjetischen Kriegsgefangenen wurden im Krematorium des KZ Dachau eingeäschert.

Bei archäologischen Grabungen auf dem ehemaligen Schießplatz im Jahre 2001 traten neben Patronen und Resten von Handschellen auch Knochenfragmente zutage. Diese wurden durch rechtsmedizinische Untersuchungen als die menschlichen Überreste der unbekannten Opfer identifiziert.

Auf Antrag der KZ-Gedenkstätte Dachau wurde inzwischen ein Teil des Gedenkortes „Schießplatz Hebertshausen“ als Friedhof ausgewiesen. Dort können nun die sterblichen Überreste der unbekannten sowjetischen Kriegsgefangenen bestattet werden. dn

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