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Sinnlos und unmenschlich

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Heute wichtiger denn je: Viele Ainhofer gedachten der Opfer von Kriegen. Mit jungen Bläsern marschierten die Vereine mit ihren Fahnen vom Hofbauer-Hof in Richtung Wallfahrtskirche.
Heute wichtiger denn je: Viele Ainhofer gedachten der Opfer von Kriegen. Mit jungen Bläsern marschierten die Vereine mit ihren Fahnen vom Hofbauer-Hof in Richtung Wallfahrtskirche. © ost

Im Rahmen des Volkstrauertags hat der Krieger- und Soldatenverein Ainhofen der Kriegsopfer und der Opfer von Terror und Gewalt gedacht.

Ainhofen - Der Wortgottesdienst fand wegen der Corona-Pandemie nicht in der Marien-Wallfahrtskirche, sondern unter freiem Himmel im Kirchenfriedhof statt. Dazu versammelten sich die Fahnenabordnungen des Krieger- und Soldatenvereins, des Schützenvereins Freischütz Ainhofen, des Schützenvereins Glück auf Eglersried, der Freiwilligen Feuerwehr Ainhofen sowie des Burschenvereins Ainhofen im Hofbauern-Hof, bevor es mit jungen Bläsern aus der Blaskapelle Langenpettenbach im Marschschritt vors Kriegerdenkmal ging. Hier sorgten ehemalige Bundeswehrsoldaten aus dem Bereich der ehemals selbstständigen Gemeinde Ainhofen für eine Ehrenwache mit Fackeln.

Diakon Raimund Richter betonte hier, wie wichtig es sei, sich für den Frieden einzusetzen. Dabei erinnerte an den „sinnlosen Afghanistan-Krieg, der 59 deutsche Soldaten das Leben kostete“. Die Auslandseinsätze deutscher Soldaten stellte auch Olaf Schellenberger in Frage, der als Ainhofner Gemeinderat namens der Marktgemeinde Indersdorf einen Kranz niederlegte und dem Krieger-und Soldatenverein für die gute Organisation des Volkstrauertages dankte.

Die derzeit „untragbaren Zustände an der Grenze zwischen Belarus und Polen, die dringend behoben werden müssten, weil es unmenschlicher kaum geht“, waren bei den Reden am Kriegerdenkmal Thema.

Einen Kranz, der Symbol der Mahnung, der Wachsamkeit und des Friedens sein soll, legte auch Stefan Moor vom VdK-Ortsverband Indersdorf nieder. Der VdK bemühte sich in seiner Gründerzeit stark um die Hinterbliebenen der vielen Kriegsopfer und ist heute noch den Krieger- und Soldatenvereinen sehr verbunden.

Michael Breitsameter, Vorsitzender des örtlichen Krieger- und Soldatenvereins, erinnerte daran, wie grausam sich die beiden Weltkriege für die Bevölkerung in der ehemaligen Gemeinde Ainhofen ausgewirkt haben: Allein wegen des Ersten Weltkriegs von 1914 bis 1918 konnten 29 junge Männer ihre Heimat nicht wiedersehen. Der Zweite Weltkrieg forderte 22 Gefallene und ebensoviele Vermisste und brachte so großes Leid in die Familien. Daher müsse man den Krieger- und Soldatenverein auch viele Jahre nach den beiden Weltkriegen als Mahner zum Frieden sehen.

Bei dem von den Musikern dargebotenen „Guten Kameraden“ senkten sich nicht nur die Fahnen, auch Kanonier Lorenz Hecht und die Böllerschützen gedachten der Verstorbenen aus dem Verein. Nach der Bayern-Hymne wurde schließlich mit dem Deutschland-Lied der feierliche Trauerakt, der alle Teilnehmer zum Nachdenken anregte, beendet.

ost

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