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Die Ehrengäste (v.l.): Dr. Max Mannheimer, begleitet von Sr. Elija vom Karmel-Kloster, Dr. Harald Parigger, Bernhard Seidenath und Florian Hartmann mit Begleiterinnen.

Holocaust-Gedenkkonzert

Von der Freude, das Grauen überlebt zu haben

Dachau - Wie sich Holocaust und Freude musikalisch in Einklang bringen lassen, das hat Jürgen Rothaug als künstlerischer Leiter des Holocaust-Gedenkkonzerts unter dem Titel „Rage to live“ in der ehemaligen Papierfabrik demonstriert.

Denn es sollte das Gegenteil von einem Trauerkonzert werden. Die Freude, das Grauen überlebt zu haben und hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken, stand im Vordergrund. Die Gruppe The Fanatics, Neuntklässler aus der Greta-Fischer-Förderschule in Dachau, erinnerten mit ihrem erfrischenden Rap „Ein bisschen mehr probieren, ein bisschen mehr als sonst“ – frei nach dem bayerischen Lied „Weida mitanand“ – an die Namensgeberin ihrer Schule, Greta Fischer, die sich der Kinder angenommen hatte, die die Konzentrationslager überlebten.

Feierlich eingeleitet wurde das anspruchsvolle Programm mit „Da pace domine“ von Arno Pärt, gefolgt von geistlichen Werken des Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy, der einer angesehenen jüdischen Familie entstammte.

Zum dritten Mal hat Jürgen Rothaug als Konzerthalle die MD-Fabrik gewählt und die Räume, in denen einmal Maschinen arbeiteten, „nun durch Musik weiterklingen lassen“. Für die Nutzung bedankte er sich bei dem anwesenden Eigentümer Herbert Ullmann. Und zur zweiten Aufführung am Sonntag war auch Schirmherr Dr. Max Mannheimer, der 96-jährige Vorsitzende der Lagergemeinschaft Dachau, gekommen, ohne den für Rothaug „ein Gedenkkonzert in Dachau nicht denkbar gewesen wäre“.

Eingeblendet wurden Max Mannheimers ausdrucksstarke Bilder von intensiver Strahlkraft – „als Symbiose zur gesungenen und gespielten Musik“. Zu den zahlreichen Ehrengästen zählte neben Dachaus OB Florian Hartmann und MdL Bernhard Seidenath Dr. Harald Parigger als Vertreter des verhinderten bayerischen Kultusministers Dr. Ludwig Spänle. In seinem Grußwort mit Gedanken zur Erinnerungskultur betonte Parigger die Verantwortung der Gesellschaft mit Blick auf die Zukunft. Im zweiten Konzertteil stand nach „Peace and Hope“ in Text und Musik die Freude „Joy“ im Vordergrund mit Titeln wie „O be joyful“ des bekannten amerikanischen Komponisten John Butler. Oder auf ganz andere Weise ausgedrückt, von der begeisternden „Sintiband“, den Vollblutmusikern aus München, die ohne Noten auskommen.

Ein Höhepunkt war zweifellos der Auftritt Jürgen Rothaugs als Komponist und Sänger zusammen mit Mario Dengler bei der Vorstellung des im Januar dieses Jahres in New York uraufgeführten Songs „Rage to live“ anlässlich der von Anna Andlauer initiierten Ausstellung „Life After Survival“ im Gedenken an Greta Fischer. Den Refrain „Look in our eyes, tell me what you see“ sangen die Zuhörer ergriffen mit.

Mit dem bewegenden Schlussgesang „This is my song“ aus „Finlandia“ von Jean Sibelius mit Chor und Orchester, am Flügel großartig begleitet von dem jungen Pianisten Stefan Gröschner, endete das für die Zuhörer beglückende Erlebnis, dabei gewesen zu sein. Mit Riesenapplaus bedankten sie sich bei den großartigen Sängern mit den Solistinnen Carina Ellerhoff, Annette Thomas und Irmi Fröch sowie den Instrumentalisten und Jürgen Rothaug für die Meisterleistung, durch Geschick und Leidenschaft verschiedene Musikrichtungen zusammengeführt zu haben.

ink

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