Schlussbesprechung im Hof des Kapplerbräu: Nach der Großübung der Feuerwehren gab es natürlich auch Kritik. Foto: gh

Gefahr im Anzug

Altomünster - Gasunfall beim Kapplerbräu! Helle Aufregung am Samstagvormittag im Obermarkt in Altomünster. Wer sich herantraute, konnte aber schnell aufatmen: Es war eine Großübung.

Manch ein Altomünsterer mag sich am Samstagmorgen gewundert haben, warum Feuerwehr um Feuerwehr angerückt ist und für gut drei Stunden das Geschehen im Obermarkt beherrscht hat. Alle Feuerwehren der Marktgemeinde und ihrer Ortsteile waren im Einsatz, darüber hinaus waren auch die Wehren aus Tandern, Hilgertshausen, Eisenhofen, Röhrmoos und Hebertshausen gekommen, und als Besonderheit auch der Gefahrgutzug aus Dachau.

Und dass es sich um einen Gefahrguteinsatz handelte, das wurde den Floriansjüngern aus Altomünster schnell bewusst, als sie hörten, dass in der Kapplerbrauerei Ammoniakgas ausgetreten sei. Bei Reparaturarbeiten sei es zu diesem Störfall gekommen, denn Ammoniak wird in einer Brauerei zur Bierkühlung gebraucht. Deshalb war für den ersten Atemschutztrupp höchste Eile angesagt, um die vier verletzten Personen aus dem verrauchten Gebäude zu retten.

Ziemlich echt wirkten die Vorfälle, und die vielen Feuerwehrler und sicher auch Bräu Willi Wiedemann waren froh, dass es sich nur um eine Großübung in der Kapplerbrauerei handelte.

Auch Bürgermeister Anton Kerle und Vertreter des Landratsamtes und Kreisinspektion verfolgten diesen Einsatz mit größten Interesse. Die Bürger in der Nerbstraße waren aufgerufen worden, Fenster und Türen geschlossen zu halten und sich nicht ins Freie zu begeben. Dichter Qualm wurde aus dem Kellergebäude abgesaugt. „Normalerweise hätten wir das nach oben steigende Ammoniak mit einem Wasserstrahl nach unten gedrückt“, erklärt Peter Heinrich, der Kommandant der Altomünsterer Wehr und Einsatzleiter der Großaktion. „Aber wir wollten jetzt bei der Übung beim Kappler nicht alles unter Wasser setzen, weshalb wir uns für das Ableiten entschieden haben.“

Im Erstfall wäre also Wasser angesagt, denn das Ammoniak würde sich bei Feuchtigkeit auflösen. Das war auch ein Grund, weshalb die „Verunglückten“ nach ihrer Rettung zunächst mit einem Wasserstrahl von dem anhaftenden Gas befreit wurden. Dass die Rettung der Personen beim ersten Einsatztrupp ganz oben auf der Prioritätenlisten gestanden habe, wurde als sehr positiv betrachtet, auch wenn es möglicherweise für die Feuerwehrler ohne spezielle Schutzanzüge etwas risikoreicher gewesen wäre. Bei einer hohen Konzentration, die aber hier nie erreicht wird, weil nur 28 Kilogramm gelagert werden, könnte es schnell für die Verletzten lebensbedrohlich werden.

Nachdem endlich der Rauch abgezogen war, konnte sich ein ausgebildeter Spezialtrupp des Gefahrengutzuges in die nochmals ganz besonders dichten grünen Schutzanzüge begeben und dann versuchen, im Keller das Leck in der Gasleitung abzudichten. Um Punkt zwölf Uhr konnte auch das letzte Rohr eingeräumt werden, und die Floriansjünger kamen zur Schlussbesprechung zusammen. Nicht nur Kommandant Peter Heinrich gab hier Kommentare ab, sondern auch Jürgen Eder, Verantwortlicher für den Gefahrenzug, sowie Jörg Merwerth als Schiedsrichter und Gruppenführer vom Gefahrenzug wiesen auf Stärken und Schwächen der Übung hin. (gh)

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