Wie gefährlich ist diese Bushaltestelle?

Gemeinderat Röhrmoos

Gefahr für Schulkinder am Bushäuschen in Biberbach?

Biberbach - Ist es unverantwortlich, Kinder  in einem Buswartehäuschen warten zu lassen, das nur einen Meter vom Straßenrand entfernt steht? Diese Frage beschäftigt den Röhrmooser Gemeinderat.

Das Bushäuschen in der Dorfstraße in Biberbach – damit werden sich die Röhrmoser Gemeinderäte wohl noch öfter beschäftigen müssen. Denn viele Eltern sorgen sich hier um ihre Kinder. Einige hatten ihre Ängste um die Schulwegsicherheit schon bei der Bürgerversammlung im Herbst deutlich gemacht und später mit einer Unterschriftenliste erneut auf die ihrer Meinung nach untragbare Situation hingewiesen.

Die Gemeinde reagierte auf die Kritik der Eltern hin (25 Unterschriften): Das Wartehäuschen wurde frisch gestrichen, der Bodenbelag erneuert und ein Solar-LED-Licht zu Testzwecken eingebaut.

Doch das ist den besorgten Eltern zu wenig: Um ausreichend Platz für die Grundschüler zu schaffen, die hier in den Bus einsteigen, fordern sie eine Versetzung des Buswartehäuschens um rund einen Meter rückwärts. Peter Weimer, ein Sprecher der Eltern, erklärte, dass der Grundbesitzer signalisiert hätte, den zur Versetzung des Häuschens notwendigen Grund abzutreten.

Der Gemeinderat aber pocht auf die Verkehrsschau. Dabei ist nämlich Richard Wacht von der Polizeiinspektion Dachau zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Versetzung des Häuschens nicht erforderlich sei. Die Fläche sei ausreichend groß, das Häuschen und die wartenden Kinder seien gut sichtbar, lautet die Einschätzung der Polizei.

In der Straßenverkehrsordnung heißt es außerdem: „Wer ein Fahrzeug führt, muss sich gegenüber Kindern, hilfsbedürftigen und älteren Menschen, insbesondere durch Verminderung der Fahrgeschwindigkeit und durch Bremsbereitschaft, so verhalten, dass eine Gefährdung dieser Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist“.

Bürgermeister Dieter Kugler (CSU) zeigte im Gemeinderat auf, dass die Polizei empfohlen hatte, Radarmessungen an dieser Stelle durchzuführen.

Gemeindebeamte Erwin Zelenka meinte dazu, dass an anderen Bushaltestellen in der Gemeinde Röhrmoos der Verkehr auch nicht langsamer sei als in der Dorfstraße in Biberbach. Er sprach sich auch gegen zusätzliche Warnschilder aus: „Schilder, die zu viel sind, nimmt der Autofahrer nicht wahr.“ Die Polizei vertrete die Meinung, dass situationsbedingt die Autofahrer angehalten sind, auch einmal Schrittgeschwindigkeit zu fahren, ohne dass es gleich ein Schild geben muss.

Bei einer bereits durchgeführten Geschwindigkeitsmessung fuhr von 38 gemessenen Autos in der Zeit zwischen sieben bis neun Uhr kein einziges zu schnell.

Bürgermeister Dieter Kugler sagte, dass auch künftig immer wieder das Geschwindigkeitsmessgerät an der Stelle aufgestellt werden soll. Grundschul-Rektorin Ursula Krusch habe ihm versichert, dass die Verkehrsproblematik an Schulbus-Haltestellen im Rahmen der Verkehrserziehung an der Schule verstärkt zur Sprache gebracht wird.

Eher auf die Seite der Eltern schlug sich die Gemeinderätin Ulrike Mayer-Lange (FW), die im Röhrmooser St. Johannes-Kindergarten arbeitet. „Aber das in Biberbach ist Gefahr doch nicht von der Hand zu weisen. Jedes verunglückte Kind ist ein Kind zu viel“, sagte sie.

Dennoch kamen die Gemeinderäte schließlich zu dem Schluss, dass die von der Verwaltung veranlassten Maßnahmen am Buswartehäuschen ausreichen. Der Bürgermeister will die Antragsteller anschreiben und anfragen, wer sich für die Aufgabe einer Bushaltestellenaufsicht zur Verfügung stellen würde.

Gegen dieses Vorgehen sprachen sich nur die drei Gemeinderäte der Grünen Unabhängigen Liste (GUL), Dr. Nicolas Kugler, Renate Heyden-Klentzan und Rosa Hefele-Stein aus.

Peter Weimer von den Antragstellern glaubt nach dem Beschluss, dass man seitens des Gemeinderats das genaue Anliegen der Eltern, nämlich einen unfallfreien Schulweg, nicht richtig erkannt habe. Man dürfe nicht übersehen, dass es an der Dorfstraße keinen Gehweg gibt und deshalb zumindest eine optische Kennzeichnung des Übergangs von der Haltestelle zur Straße hin erfolgen sollte. Im übrigen müsse die Gemeinde auch bei einem Wegrücken des Häuschens keine Unsummen von Geld in die Hand nehmen: „Denn keiner von uns fordert ein Schmuckstück.“

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