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Gefährlich: Die Eisfläche in Straßbach. foto: 

 Ganz sicher ist nur die Kunsteisbahn 

Gefahren beim Eislaufen: Rettungskräfte klären auf

Schlittschuhfahren und Eisstockschießen sind derzeit angesagt. Doch Vorsicht: Trotz Kälte könnte das Eis brechen. Männer, die es wissen müssen, geben Tipps, damit der Freizeitspaß kein jähes Ende nimmt.

Die 8-jährige Franziska Deichl hat sich extra beeilt, um direkt nach der Schule ihre Runden auf dem gefrorenen Eis in Straßbach drehen zu können. Ein Warnschild der Gemeinde und ein Brett zur Rettung im Notfall mahnen zwar, doch Sorgen wegen der Tragfähigkeit der Fläche machen sie und ihre Mutter Iris sich nicht: „Es ist ja nur ein aufgestauter Bach, tief einsinken könnte man hier ja nicht einmal“, sagt Iris Deichl. Wie der Name Straßbach schon sagt, läuft auf der Wiese im Sommer einfach nur ein Bach. Im Winter wird dieser aufgestaut, sodass sich bei günstiger Witterung die Möglichkeit zum Eislaufen oder Stockschießen bietet. „Wir pachten die Fläche jedes Jahr von dem dort ansässigen Bauern“, erklärt Klaus Mayershofer, Geschäftsleiter der Gemeinde Markt Indersdorf, macht aber zugleich klar: „Verantwortung dafür, ob das Eis trägt, können wir nicht übernehmen.“

Nicht überall ist das Wasser so niedrig und die Falltiefe damit überschaubar wie in Straßbach. Im Landkreis gibt es zahlreiche Weiher, die zwar bei den seit Wochen anhaltenden Minustemperaturen einen vertrauenswürdigen Anblick machen. Doch der Schein kann trügen. Oliver Welter, Vorsitzender der Kreiswasserwacht im Landkreis Dachau, warnt besonders vor Weihern mit Grundwasserquellen. An der Stelle der Quelle sei das Wasser oft bei weit über null Grad, weshalb das Eis hier gefährlich dünn sein könne.

Letztendlich bleibe die Verantwortung bei den Wintersportlern selbst hängen. Das Landratsamt und dessen Leiter der Stabstelle, Wolfgang Reichelt, wollen – verständlicherweise – keine belastbaren Angaben zu den Gewässern im Landkreis machen. Auch Wasserwacht und Feuerwehr wollen sich nicht in die Verantwortung begeben, würden sie es tun, müssten sie die Sicherheit des Eises laufend prüfen und im Falle eines Unfalls: vermutlich haften. „Betreten der Eisfläche auf eigene Gefahr!“, also, wie das Schild in Straßbach verdeutlicht.

Grundsätzlich sollte die Eisdecke mindestens 20 Zentimeter dick sein, so Reichelt, er schränkt aber ein: „Ein gewisses Restrisiko bleibt immer, und die Angaben sind natürlich ohne Gewähr.“ Reichelt ist neben seiner Behördentätigkeit auch Pressesprecher der Feuerwehr in Dachau und rät dazu, im Zweifel lieber am sicheren Ufer zu bleiben, denn die Dicke zweifelsfrei festzustellen, ist schwierig. Zwar ginge das mit einer Bohrung, doch Oliver Welter erklärt: „Unterwasserbewuchs, Wärmequellen oder anderes können das Eis schwächen“. Wirklich aussagekräftig seien nur Bohrungen an mehreren Stellen. Die wenigsten werden sich wohl den Aufwand mit Bohrer und Messstab machen. Welter empfiehlt, sich an Einheimische zu halten, die ihre Gewässer oft sehr gut kennen würden.

Falls wirklich mal etwas schief gehen sollte, empfiehlt es sich sofort die 112 zu wählen. Dann rücken die Feuerwehr und die Wasserwacht aus. Beide wollen gut vorbereitet sein, deshalb treffen sich Feuerwehr, THW und Wasserwacht am Sonntag zu einer Eisrettungsübung am Karlsfelder See. Welter stellt allerdings klar: „In den über 20 Jahren, in denen ich bei der Wasserwacht bin, hatten wir zum Glück keinen ernsten Einsatz.“

Einen etwas egoistischen, aber wohl nicht ganz unnützen Tipp hat ein Mann, der in Straßbach seine Runden auf dem Eis dreht, parat: „Am besten nicht der Erste auf dem Eis sein“, sagt er. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, dem sei die Kunsteisbahn in Dachau ans Herz gelegt. Hier begibt man sich zwar auf dünnes Eis, allerdings nicht sprichwörtlich sondern bildlich, denn das Eis ist nur rund vier Zentimeter dick – aber garantiert einbruchsicher.

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