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Künftig wird Plantschen im Karlsfelder Hallenbad teurer. Weil sich einige Badebesucher durch das Drehkreuz mogeln, sagt die Gemeinde.

Hallenbad Dachau

Teurer Wasserspaß

Karlsfeld - Badegäste im Karlsfelder Hallenbad müssen in Zukunft tiefer in die Tasche greifen. Und sie müssen sich auf Kontrollen gefasst machen.

Vor sechs Jahren hat der Gemeinderat die Eintrittspreise für das Karlsfelder Hallenbad erhöht: Damals wurde der Beitrag für Kinder und Jugendliche von 1,50 auf zwei Euro erhöht, für Erwachsene von drei auf vier Euro (wir haben berichtet). Nun geht die Erhöhung der Hallenbadpreise weiter.

Die Gemeinderäte legten sich in ihrer Sitzung darauf fest, dass Kinder und Jugendliche nicht mehr nur zwei Euro, sondern 2,50 Euro undErwachsene statt bisher vier nun fünf Euro zahlen.

Mehreinnahmen von 70 000 Euro

„Wir haben uns für eine moderate Erhöhung entschieden, um die Defizite im Verwaltungshaushalt in den Griff zu bekommen“, erklärte Bürgermeister Stefan Kolbe. Durch die Anhebung der Preise würden Mehreinnahmen von insgesamt 70 000 Euro generiert. Jedoch mahnte Adrian Heim (Bündnis für Karlsfeld): „Mit den Eintrittspreisen decken wir nicht mal die laufenden Kosten.“ 

Denn es kämen noch die Unterhaltskosten für das Hallenbad und nötige Investitionen dazu. Die höheren Eintrittspreise tragen daher nur dazu bei, das bisherige Defizit zu vermindern. Im vergangenen September stellte das Ingenieurbüro Kannewischer zum Beispiel Schäden am Dach und Mängel an der Lüftung in Höhe von rund 700 000 Euro fest.

Übeltäter mogeln sich am elektronischen Drehkreuz vorbei, sagt die Gemeinde

Auch Beate Full (SPD) rechtfertigte die Preiserhöhung. Denn auch einige Besucher hätten dazu beigetragen: „Es gibt einfach sehr viele, die gar nicht oder einen falschen Preis bezahlen.“ Schließlich gibt es im Karlsfelder Hallenbad keine Kasse, an der die Besucher ihre Tickets kaufen können – die Schwimmer bedienen sich selbst an einem Automaten und gehen dann durchs Drehkreuz ins Hallenbad. Ein paar Übeltäter sollen sich ab und an schon am elektronischen Drehkreuz vorbeigemogelt oder als Erwachsener zum Beispiel nur eine Kinderkarte gekauft haben.

Videoüberwachung ist nicht möglich

Diese Tatsache ärgert natürlich die Gemeinderäte. Die Forderung nach Videoüberwachung im Eingangsbereich des Hallenbades kam bei ihnen bereits 2013 auf.

Jedoch musste Hauptamtsleiterin Petra Welle wieder auf die damalige Auskunft des Landesdatenschutzes verweisen: Eine Videoüberwachung sei im Hallenbad nicht möglich. „Denn alle Besucher, die sich vertragstreu verhalten, würden dadurch benachteiligt“, zitierte Welle aus dem Schreiben der Datenschutzbeauftragten. Vielmehr gäbe es andere Mittel, den Moglern auf die Spur zu kommen – zum Beispiel durch regelmäßige Ticketkontrollen am Eingangsbereich.

Stichproben angekündigt

Bürgermeister Stefan Kolbe kündigte diese Stichproben im Bad für die Wiedereröffnung nach der Sommerpause bereits an. Vielleicht würde auch ein menschlicher Ticketverkäufer das ganze Problem lösen.

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