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Der Stand entspricht nicht mehr den gesetzlichen Vorgaben: Und die Ertüchtigung kostet.

Karlsfelder Haushalt 2016

Fast 200.000 Euro für Ertüchtigung eines Schießstands

Karlsfeld - Da steht ein dicker Brocken im Haushalt der Gemeinde Karlsfeld für das Jahr 2016: 193 000 Euro kostet die Ertüchtigung des Kleinkaliberschießstands im Karlsfelder Bürgerhaus.

So stellte sich die Frage bei den Haushaltsvorberatungen im Hauptausschuss des Gemeinderats, ob man so viel Geld angesichts ziemlich leerer Kassen denn unbedingt in die Hand nehmen müsse.

Man muss. Es sei denn, man akzeptiert die einzige Alternative. Und wie die aussieht, machte Bürgermeister Stefan Kolbe den Gemeinderäten deutlich: „Der Stand wird sonst geschlossen.“

Hintergrund sind neue Festsetzungen in den Schießstandrichtlinien des Bundesinnenministeriums. Um hier Grenzwerte an Schadstoffen einzuhalten, die beim Schießen ausgestoßen werden, muss der Karlsfelder Stand mit einer modernen und wesentlich leistungsfähigeren Entlüftungsanlage ausgestattet werden. „Die ist der Hauptpunkt in den Auflagen“, sagt dazu Ludwig Buchberger, Schützenmeister des Schützenvereins Eintracht Karlsfeld. Hinzu kommen verschärfte Brandschutzauflagen, die weitere Baumaßnahmen am Stand erforderlich machen. So müssen zum Beispiel die holzvertäfelten Wände verschwinden. Was alles zu tun ist, steht in einem Gutachten schwarz auf weiß. „Als ich das Gutachten gelesen habe, bin ich fast vom Stuhl gerutscht“, sagte Kolbe.

Die Summe von knapp 200 000 Euro nannte CSU-Gemeinderat und Finanzreferent Holger Linde schlicht „gewaltig“. Die Größenordnung entspreche dem, was jährlich für den Straßenunterhalt ausgeben werde. Adrian Heim (Bündnis für Karlsfeld) sagte angesichts der prekären Haushaltslage, dass er „lieber den Schießstand schließt als das Hallenbad“. Ernsthaft diskutiert wurde im Hauptausschuss dann aber ein Verzicht auf die Ausgabe nicht.

Der Schützenverein Eintracht Karlsfeld hat 200 Mitglieder. Davon nutzen den Kleinkaliberstand etwa 50 bis 60 Schützen, so Buchberger. Im Landkreis gibt es nur noch in Bergkirchen einen solchen Stand. Deswegen wird der Karlsfelder Stand auch von Schützen anderer Vereine gerne genutzt. Trotz des Namens: Nur an einem Stand wie diesem ist es möglich, auch mit großkalibrigen Pistolen oder Unterhebelrepetiergewehren wie der Winchester zu schießen.

Der Schützenverein hat die Schießstände im Bürgerhaus von der Gemeinde gepachtet. Für den Unterhalt der kompletten Anlage sorgt er selbst. Erst vor einem Jahr steckte der Verein laut Buchberger 10 000 Euro und rund 400 Arbeitsstunden in Renovierungsmaßnahmen.

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