+
Von der Kinderbuch-Macherin bis zum Krimi-Autor , zudem viele Röhrmooser Vorlese-Helfer waren bei der Preisverleihung im Rathaussaal dabei. 

Gemeinde Röhrmoos ausgezeichnet

Vorleser mit Herzblut

Die Gemeinde Röhrmoos ist „Deutschlands Vorlesestadt 2016“ – in der Kategorie „aktiv“. Das wurde nun auch aktiv gefeiert: bei einem feierlichen Festakt im vollbesetzten Rathaussaal.

RöhrmoosDer Titel „Vorlesestadt 2016“ wurde der Gemeinde im Rahmen des bundesweiten Vorlesetags von der überregionalen deutschen Wochenzeitung „Die Zeit“, der Stiftung Lesen und DB Deutsche Bahn Stiftung verliehen.

Nach festlichen Klängen, dargeboten von der Blaskapelle Schönbrunn, trat Bürgermeister Dieter Kugler mit Amtskette vors Mikrophon und betonte, dass diese Auszeichnung die Gemeinde Röhrmoos in besonderem Maße ehre. Kuglers besonderer Gruß galt der Kinderbuchautorin Veronika Gruhl und dem Krimi-Autor Ulrich Rademacher, die mit Vorlesungen in der Gemeinde zu dem grandiosen Erfolg von Röhrmoos beigetragen haben. Aber den größten Anteil am Sieg unter allen deutschen Kommunen habe Michael Wockenfuß, der Vorsitzende des Röhrmooser Kulturkreises, der enorm viel Herzblut in diese Aktion gesteckt habe.

Zum Gesamterfolg der oberbayerischen Gemeinde beigetragen haben aber auch zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Franziskuswerks, der Kindertagesstätteneinrichtungen, der Grundschule, der Ehrenamtlichen vom Helferkreis Asyl, die Damen der Gemeindebücherei und die Mitstreiter aus dem Kulturkreis. Namentlich nannte Kugler Annemarie Rauch, Renate Weiß, Helmut Rumrich, Erich Müller und den jungen Syrer Wesam, die sich als Vorleser besonders engegiert haben.

Kugler findet es für die Entwicklung unserer Gesellschaft sehr wichtig, das Lesen und das Vorlesen wieder mehr in den Mittelpunkt zu stellen. „Gerade wenn man mitbekommt, dass im Bereich der Asylbewerber doch einige einen Alphabetisierungskurs benötigen, weil sie nicht lesen und schreiben können – da wird es uns vielleicht erst so richtig bewusst, dass unser Wohlstand seinen Ursprung in unserer Kompetenz hat“, unterstrich Kugler. Er sieht das Lesen als „Grundstein für die Bildung“. Daher sei es wichtig, dass in frühester Kindheit die Weichen gestellt werden und das Vorlesen zur Normalität gemacht wird.

Zu dem Wettbewerbs-Slogan „Menscheinander“ sei Kugler zusammen mit Wockenfuß gekommen, weil im Vorlese-Konzept die Einbeziehung von Menschen mit Behinderung und Asylbewerbern vorgesehen und auch umgesetzt wurde. Der bundesweite Vorlesetag sei ein guter Anlass, ins Bewusstsein zu rücken, wie wertvoll es ist, sich Zeit zu nehmen und für andere zum Vorlesen da zu sein.

Was die von Initiatoren-Seite vertretene Clara Bluhm (Die Zeit) und Aline Stenger (Stiftung Lesen) besonders beeindruckte, war zweifelsohne, dass für die Kindergarten-Kinder in Schönbrunn das Lesen im Eselstall stattgefunden hat. Die beiden Frauen gratulierten den insgesamt 2248 Röhrmoosern – insgesamt gibt es 6429 Einwohner – die durch aktives Vorlesen den bundesweiten Sieg gesichert haben. Gleichzeitig zeigten sie auf, dass Röhrmoos auch beim nächsten bundesweiten Vorlesetag, der am 17. November stattfindet, wieder die Möglichkeit hat, den Sieg anzusteuern – und zwar in der Kategorie „nachhaltig“. Kugler nahm dann das Schild entgegen, das auf die Auszeichnung von Röhrmoos hinweist. Es soll einen Ehrenplatz im Rathaus bekommen.

Mit einem Grußwort hat auch Bezirkstagspräsident Sepp Mederer den Röhrmoosern gratuliert. Seinen Worten zufolge sei der Röhrmooser Sieg ein Vorbild für ein gelungenes Gemeindewesen, ein Vorbild für gelebte Inklusion. Auch Landrat Löwl erklärte, dass er stolz auf Röhrmoos sei. Löwl hatte die schwäbische Kinderbibel zur Preisverleihung mitgebracht und erklärt, dass durch Lesen in besonderem Maße die Fantasie von Kindern angeregt werde. Das wiederum sei wichtig für die Charakterbildung und ein wichtiger Teil der Erziehung.

Dass sich der Kulturkreis mit großer Begeisterung für das Vorlesen eingesetzt hat, wurde von allen, die im Rathaussaal zu Wort kamen, besonders begrüßt, und so durfte Wockenfuß auch den Ehrenkrug der Gemeinde in Empfang nehmen. Wockenfuß zeigte auf, dass das Projektteam mit Claudia Staben-Obst vom Franziskuswerk große Unterstützung für den Wettbewerbserfolg bedeutete. Blumen gab es für die Damen, die beim Vorlesen am stärksten angeschoben haben. Clara Bluhm und Aline Stenger durften sich ins Ehrenbuch der Gemeinde eintragen.

Josef Ostermair

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Die Dolmetscher der Opfer
Oft muss ein eskalierter Streit vor Gericht verhandelt werden. Manchmal wird er aber zum Täter-Opfer-Ausgleich weitergereicht. Denn dort darf das Opfer mitreden. …
Die Dolmetscher der Opfer
„Ohne Tiere wären wir ein Varieté“
Er ist dem Zirkus schon sein Leben lang verbunden: Stefan Cordi gastiert derzeit mit seinem Zirkus Althoff in Dachau. Mit dabei sind etliche Akrobaten und viele Tiere. …
„Ohne Tiere wären wir ein Varieté“
Schwierige Rettung nach Überschlag
Ein Überholversuch auf der A8 endet mit mehrfachem Überschlag auf der Straße. Zwei Personen sind dabei schwer verletzt worden. Die Rettung des Fahres war schwierig.
Schwierige Rettung nach Überschlag
Ein würdiger Ausdruck des Vermächtnisses
Seit den 1980er Jahren kämpfte Max Mannheimer gegen das Vergessen des Holocausts. Dafür ist ihm die Stadt Dachau dankbar – und setzt ein Zeichen gegen das Vergessen des …
Ein würdiger Ausdruck des Vermächtnisses

Kommentare