Besuch der Gemeinderäte

Einblicke in das Leben in der Gada-Traglufthalle

Bergkirchen - Die Bergkirchner Gemeinderäte haben die Flüchtlinge in der Traglufthalle in Bergkirchen-Gada besucht. Es zeigte sich: Es gab negative und positive Eindrücke.

Auf dem Weg zur Traglufthalle mussten die Bergkirchner Gemeinderäte erst einmal durch den Matsch steigen. Denn der Zugang von der Straße zur Halle ist, anders als zugesagt, immer noch nicht befestigt. Beim Besuch in der Asylunterkunft bekamen die Gemeinderäte viele solcher Eindrücke über das Leben in der Traglufthalle und über die Arbeit des Helferkreises.

In der Unterkunft gibt es kein Tageslicht und keine Fenster, die Atmosphäre erinnert an eine Bahnhofshalle. Im Eingangsbereich ist ein Infopoint, am Security-Fenster heißt es: „No money, no tickets, no cigarettes“ (kein Geld, keine Fahrkarten, keine Zigaretten). Jeder der rund 280 Bewohner hat eine Bett- und eine Boxnummer. Im Allgemeinen geht in der Halle ruhig zu, nachdem „ein Störenfried“, wie Landmann sagte, ausziehen musste.

Den Politikerbesuch nutzten viele Bewohner, um Bürgermeister Simon Landmann Fragen zu stellen. Ein 21-jähriger Syrer aus Damaskus, der relativ gut Deutsch spricht, berichtete zum Beispiel, dass bei der Registrierung in Dortmund sein Nachname falsch geschrieben worden sei. Deshalb würde er keine Post von Zuhause erhalte. Bisher habe er mit seinem Wunsch auf Korrektur des Namens kein Gehör gefunden. Nun wird sich Annette Hartl, Gemeindeangestellte und Sprecherin des Gada-Helferkreises, der Sache annehmen.

Die Zusage des Bürgermeisters auf baldigen Internet-Zugang stieß auf große Freude. Der 26-jährigen Schrab Ayoubi aus Afghanistan erzählte etwa, sich den Internetzugang über das Prepaid-Handy nur bedingt leisten kann. „Wir sind an dem Thema dran“, versprach Landmann. Da bisher nur ein geringer Teil der Asylbewerber einen deutschen Sprachkurs besuchen kann, ist das Internet eine Möglichkeit, selbst die Sprache zu lernen. Zeit haben die jungen Leute im Überfluss, denn „Schlafen und Essen“ ist, wie einige beklagten, ihre einzige Beschäftigung. Sie möchten gerne etwas tun und zeigen, dass sie arbeiten können.

Für ein bisschen Abwechslung im Leben der Flüchtlinge sorgt die Helferkreis Gruppe „Freizeit und Sport“. Die Studentin Laura Westermaier veranstaltet mit den Flüchtlingen unter anderem ein Lauftraining, das gut ankommt. Sven Heinrici kommt in der Woche mehrmals in die Unterkunft, „um zuzuhören, Tipps zu geben oder auch mal zu beschwichtigen“. Einmal in der Woche findet ein Spieleabend statt. Er dient dem Kennenlernen und hilft beim Erlernen der deutschen Sprache. Viele der jungen Flüchtlinge sprechen Englisch und einige Brocken Deutsch. Sichtlich stolz begrüßten sie Besucher mit „guten Tag“. Die engagierten Helfer leisten großartige Arbeit, das schätzt die Gemeinde sehr.

Weitere Helfer gesucht

Wer helfen möchte bekommt Infos www.helferkreis-bergkirchen.de oder bei der Gemeinde Bergkirchen (0 81 31/ 56 97 12).

Ingrid Koch

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