Aus dem Gemeinderat Altomünster

Kanalsanierung wird ein Megaprojekt

Altomünsters Bürgermeister Anton Kerle spricht von einem „Jahrhundertprojekt“, das auf die Kommune zukommt. Er meint die Sanierung von Abwasserkanälen. Es soll ein ganzheitliches Konzept werden.

Altomünster – Wurzeln sind in Kanalrohre hineingewachsen, Regen- und Trinkwasser dringt in die Leitungen, Schmutzwasser hingegen versickert in der Erde. Fakt ist: Die Gemeinde Altomünster muss etwas unternehmen, um die Abwasserleitungen einschließlich der Schächte zu sanieren.

Die Umsetzung kann viele Jahre dauern. „Aber es ist wichtig, wenigstens jetzt mal zu beginnen“, sagte Bürgermeister Anton Kerle im Gemeinderat.

Das Projekt wird in mehreren Schritten angegangen. Zunächst werden die Leitungen vermessen und befahren. Danach findet eine hydraulische Überrechnung der Hauptkanäle statt. Dies ist notwendig, um feststellen zu können, ob die Leitungen mit ihrem Durchmesser und dem möglicherweise gestiegenen Abwasseranfall durch zusätzliche Wohngebäude überhaupt noch in der Lage sind, das Abwasser schadlos für die umgebende Bebauung abzuleiten.

Diese drei Schritte sollen heuer und im nächsten Jahr erledigt werden. Im dritten Quartal will Geschäftsleiter Christian Richter dem Gemeinderat einen Beschlussvorschlag zum Sanierungskonzept vorlegen, das dann ab 2019 umgesetzt werden soll. Wichtig ist dem Geschäftsleiter dabei, „Notfälle“ wie Thalhausen vorzuziehen.

Auf eine entsprechende Frage von Martina Englmann (CSU) erläuterte Christian Richter zudem, wofür die Gemeinde und wofür wiederum der private Grundstückseigentümer verantwortlich ist. „Bezahlgrenze ist die Grundstücksgrenze“, so Richter. Das heißt, die Kommune ist zuständig für die öffentlichen Kanäle bis einschließlich Revisionsschacht. Der Grundstückseigentümer muss sich um die Grundstücksentwässerungsanlage und um die Schächte kümmern.

Und: Bis Ende 2020 muss jede Anlage von einem Fachmann geprüft werden. Markus Hagl (Freie Wählergemeinschaft) fragte nach, ob die Grundstückseigentümer dabei wenigstens beraten werden könnten. Doch sowohl Christian Richter als auch der Rathauschef mussten abwinken: „Wir könnten zusperren, wenn dann alle kommen“, so Christian Richter. Doch sei die Gemeinde vor Ort. „Wer Interesse hat, kann ja da dazukommen“, betonte Anton Kerle.

Am Ende segnete der Marktgemeinderat die Planungen, den Zeitplan und die Bereitstellung der Mittel einstimmig ab. Die Maßnahmen werden heuer und im nächsten Jahr mit rund 460 000 Euro zu Buche schlagen.

sas

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