Gemeinderat Altomünster

Für Hundehalter wird's teurer

Altomünster - Ab 2016 gilt in der Marktgemeinde Altomünster eine neue Hundesteuersatzung. Mehrheitlich hat der Gemeinderat in seiner Jahresabschlusssitzung dabei auch einige Änderungen beschlossen. Vor allem wird es teurer, einen Hund zu halten.

Weitgehend greift die Hundesteuersatzung in der überarbeiteten Fassung, wie bisher schon, die Formulierungsvorschläge des Bayerischen Innenministeriums auf, wenngleich Martina Englmann (CSU) den Aufbau nicht in allen Paragraphen schlüssig fand. Geschäftsleiter Christian Richter wollte aber zumindest das „Grundgerüst“ so belassen.

Wichtig war es Bürgermeister Anton Kerle vor allem, dass die Satzung gegenüber der aus dem Jahr 2007 den Erfordernissen der Gegenwart und „dem Zeitgeist“ angepasst wird. Die Erfordernisse der Gegenwart sind offensichtlich auch immer mit Teuerungen verbunden.

So beträgt die Steuer für den ersten Hund nunmehr 60 statt bisher 40 Euro. Für den zweiten Hund 100 und jeden weiteren Hund 120 Euro und damit in jeder Kategorie 20 Euro mehr. Kampfhunde kosten auch weiterhin 600 Euro, jeder weitere 1000 Euro. Es sei denn, es gibt eine „Unbedenklichkeitsbescheinigung“. Ganz weggefallen ist die Züchtersteuer.

Entrümpelt wurde der Paragraph zur Steuerbefreiung. Weggefallen ist der Grund der Steuerbefreiung, wenn der Hund der Bewachung von Herden notwendig ist, „die es in Altomünster halt nicht gibt“, so der Gemeindechef. Oder auch die Steuerfreiheit für Hunde in Tierhandlungen. Auch die sind in Altomünster nicht vorhanden. Eine Steuerbefreiung, zumindest für ein Jahr, wird gewährt für Hunde, die aus dem Tierheim Dachau in einen Haushalt aufgenommen werden. „Das stellt eine gewisse Entlastung des Tierheims dar“, betonte Bürgermeister Kerle. Die Gemeinde lehne sich dabei an andere Gemeinden wie etwa Vierkirchen an, die eine solche Steuerbefreiung bereits erlassen haben.

Diskussionsbedarf bestand beim Absatz zu den Steuerermäßigungen. Hinzugekommen ist nämlich, dass die Steuer um die Hälfte für denjenigen ermäßigt wird, der mit seinem Hund freiwillig und erfolgreich eine Hundeschule absolviert hat. Martina Englmann, Elisabeth Glas (Freie Wähler) und Josef Haltmayr bezweifelten allerdings, dass dadurch Hundekot oder gefüllte Hundetütchen in Wiesen und Äckern verhindert würden. Bürgermeister Anton Kerle machte jedoch deutlich, dass es vor allem darum gehe, dass der Hund beim Gassi gehen „keine Probleme macht und Herrchen oder Frauchen den Hund im Griff haben“.

In Altomünster besteht kein Leinenzwang. Anton Kerle wies ausdrücklich darauf hin, dass ein Hundehalter nicht mit „Gefälligkeitsbescheinigungen“ nach zwei Tagen Hundeschule durchkomme. Maria Riedlberger (CSU) fand es zumindest einen Versuch wert.

Im Gemeindebereich Altomünster sind derzeit etwa 450 Hunde registriert. Die durchschnittliche Einnahme aus der Hundesteuer betrug seit 2005 rund 18 000 Euro pro Jahr. Nach der Erhöhung ab 2016 mit einem Basisbetrag von 60 Euro pro Hund rechnet Kämmerer Michael Eggendinger mit einem jährlichen Steueraufkommen von rund 25 000 Euro. Und das trotz der neu eingeführten Ermäßigungstatbestände.

Die neue Satzung wurde in der Sitzung nur gegen die Stimmen von Martina Englmann, Elisabeth Glas und Josef Haltmayr angenommen.

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