Burschenverein Welshofen

Weiterer Bauwagen unerwünscht

Erdweg -Sie wünschen sich einen Ort, an dem sie sich ungestört treffen können. Doch der Gemeinderat Erdweg hat Bedenken, den Burschen von Welshofen den Bau einer Jugendhütte, sprich einen Bauwagen, zu erlauben.

Sie sind eher seltene Besucher einer Gemeinderatssitzung. Am Dienstagabend aber wollten einige Mitglieder des Burschenvereins Welshofen die Diskussion um ihren Antrag auf Errichtung eines Jugendtreffs am Bolzplatz in Welshofen miterleben.

Bürgermeister Georg Osterauer machte dabei deutlich, dass Bauwagen und Jugendhütten grundsätzlich bauliche Anlagen und somit den baurechtlichen Regelungen unterworfen seien. Schon aus bauplanerischer Sicht sei ein solcher Jugendtreff an dieser Stelle nicht genehmigungsfähig.

Ein weiterer Aspekt seien sicherheitsrechtliche Aspekte, die sich aus dem Verhalten mancher Besucher von Jugendtreffs ergeben. In der Sitzungsvorlage waren beispielsweise abgebrannte Bauwagen oder Alkoholexzesse aufgeführt. Bisher errichtete Bauwagen oder Jugendtreffs habe das Landratsamt stets nur geduldet. Die jeweilige Gemeinde muss diese zweimal im Jahr auf Sicherheitsmängel überprüfen. Zielsetzung der Gemeinde Erdweg sei es jedenfalls nicht, weitere Bauwagen zu errichten. Davon rate auch Jugendbetreuer Janusz Rys ab, so Osterauer.

Dr. Josef Ndogmo (Freie Wählergruppe Welshofen) machte sich indes für die Jugendlichen stark. Der Vorstand des Burschenvereins habe sich viele Gedanken gemacht, so Ndogmo. Bisher gebe es nämlich keinen Platz, an dem sich die Jugendlichen treffen könnten. Für ihre Jahresversammlungen müssten die Burschen immer in die Wirtschaft gehen, „Das kostet Geld. Auch spontane Treffs sind nicht möglich“, erklärte der Welshofener Ratsherr. Mit einem offiziellen Jugendtreff wollten die Jugendlichen ein Signal geben, „dass sie an sich arbeiten“.

Alexander Winterholler (Überparteiliche Wählergemeinschaft Eisenhofen) machte vor allem die Haftungsfrage geltend. Auf Gemeindegrund sei ein Bauwagen nicht wünschenswert. Auch Otmar Parsche (Freie Wähler Erdweg) erklärte, es sei nicht im Sinn der Kommune, auf Gemeindegrund solche Gebäude zu errichten. Helmut Steiner (Wählergemeinschaft Unterweikertshofen) befürchtete im Fall eines positiven Bescheids Nachfolgeanträge.

Am Ende sprach sich der Gemeinderat Erdweg, wie eine Woche zuvor schon der Bauausschuss, gegen einen Bauwagen aus. Dr. Josef Ndogmo blieb der einzige Befürworter.

Sabine Schäfer

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Nach Anwohnerklage: Gericht stoppt Dachauer „Nu Park“ – ein bisschen
Das Gewerbegebiet „Südlich des Schleißheimer Kanals“ hat einen Bebauungsplan, einen schicken neuen Namen und einen motivierten Investor. Der Verwaltungsgerichtshof hat …
Nach Anwohnerklage: Gericht stoppt Dachauer „Nu Park“ – ein bisschen
Pfarrer Josef Mayer sieht seine Aufgabe darin, zu helfen
Eigentlich kann Pfarrer Josef Mayer doppelt feiern: Seit 20 Jahren ist er geistlicher Direktor des Petersbergs, und am heutigen Montag wird er 60 Jahre alt. Die große …
Pfarrer Josef Mayer sieht seine Aufgabe darin, zu helfen
Messer-Überfall auf 14-Jährige
Eine 14-jährige Jugendliche aus dem Landkreis Dachau ist am frühen Sonntagabend am S-Bahnhof Heimstetten Opfer einer Messer-Überfalls geworden.
Messer-Überfall auf 14-Jährige
„Downburst“ fegte über Dachau - Superzelle entlud sich mit ganzer Wucht 
Eine Superzelle mit Downburst, wie Wetterexperten sagen, hat Mittwochabend über dem Dachauer Land ihr Unwesen getrieben. Das Unwetter hinterließ Spuren der Verwüstung.
„Downburst“ fegte über Dachau - Superzelle entlud sich mit ganzer Wucht 

Kommentare