Kulturverein Erdweg

Zuschussantrag wie alle anderen behanden

Erdweg - Kultur ist ein wichtiges Gut. Darüber war sich der Gemeinderat Erdweg am Dienstagabend einig. Doch wie soll der noch junge Kulturverein Erdweg unterstützt werden? Darüber gingen die Meinungen auseinander.

Grund der etwas kontroversen Diskussion war ein Zuschussantrag des Kulturvereins Erdweg, der im Juni vergangenen Jahres gegründet und bereits eine ausverkaufte Veranstaltung der Couplet AG sowie eine Veranstaltung des Klapptheaters für Kinder durchgeführt hat. 3000 Euro als Startkapital wünscht sich Vorsitzende Gesa Blaas in ihrem Antrag an die Gemeinde. Gemeinderat Bernhard Kellerer (Überparteiliche Wählergemeinschaft Eisenhofen), zugleich Kassier des Kulturvereins, betonte, der Verein wolle langfristig gesehen „natürlich kostendeckend“ arbeiten. Das Problem: Für das Wirtshaus am Erdweg können nur maximal 150 Karten verkauft werden. Entweder müsse man diese Karten also teurer verkaufen oder ein reduziertes Programm anbieten. Bei dieser ersten Veranstaltung ist der Vorstand in finanzielle Vorleistung getreten. Ein Umstand, den dritte Bürgermeisterin Monika Sedlatschek (Freie Wähler Erdweg) als inakzeptabel ansah. Sie selbst habe das anfangs ebenfalls beim Helferkreis Erdweg gemacht. Aber eigentlich handele es sich doch um ehrenamtliche Aufgaben. Wenigstens das finanzielle Defizit solle ausgeglichen werden. Kultur über die Verwaltung abzuwickeln, sei wesentlich teurer.

Günter Sommermann (Freie Wählergemeinschaft Kleinberghofen) sprach sich dafür aus, das Geld, wie im Beschlussvorschlag vorgesehen, aus dem Kulturetat herauszunehmen und damit den Kulturreferenten Manfred Kircher auszustatten. Zudem widersprach er im Laufe der Diskussion der Meinung einiger Gemeinderäte, man könne den Kulturverein mit anderen Vereinen gleichsetzen. „Andere machen doch auch Veranstaltungen“, meinte zum Besispiel Hans Mertl (Wählergemeinschaft Großberghofen). Helmut Steiner (Wählergemeinschaft Unterweikertshofen) zeigte sich der Meinung, jeder Verein müsse sich selbst tragen. Außerdem habe sich die Gemeinde Zuschussrichtlinien gegeben, die für jeden gelten sollten. „Sonst haben wir Riesenärger in der Gemeinde.“

Zweiter Bürgermeister Christian Blatt (CSU) sprach sich ebenfalls für die Gleichbehandlung der Vereine aus. Doch könne man beim Kulturverein Erdweg, der mit seinem Antrag im übrigen die notwendige Frist eingehalten habe, 20 Prozent ansetzen wie bei einem Verein, der Jugendarbeit betreibt. Damit könne man die Stellung des Kulturvereins herausheben, auch wenn andere Vereine ebenfalls Kulturveranstaltungen anbieten. Im übrigen sprach er sich dafür aus, dass es bei einer jährlichen Antragstellung bleibt und dass die Maßnahmen sowie die Finanzierung dabei aufgelistet werden. „Das ist sonst eine Watsch’n für alle anderen.“

Günter Sommermann hob jedoch hervor, dass alle anderen Vereine eine andere Gründungsbasis haben. Der Kulturverein sei auf Veranstaltungen angewiesen und verpflichte schließlich auch Künstler. Anders als Theatervereine.

Manfred Kircher (SPD) stellte klar, dass das Wirtshaus ausdrücklich auch für Kulturveranstaltungen konzipiert worden und der Kulturverein auf einem guten Weg sei. „Aber Kunst und Kultur gibt es nun mal nicht zum Nulltarif.“

Das hob auch Bürgermeister Georg Osterauer hervor. Kultur sei ein ebenso wichtiger Standortfaktor wie Kindergarten, Schule oder Sportvereine. „Hätten wir den Kulturverein nicht, müsste sich die Gemeinde selbst darum kümmern“, so Osterauer.

Dem „Gesamtpaket“ von Christian Blatt (Antrag zurückstellen bis zu den Haushaltsberatungen, Maßnahmen und Planzahlen auflisten und nach den allgemeinen Zuschussrichtlinien abwägen) stimmten am Ende alle Ratsmitglieder zu. 

Sabine Schäfer

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