Gemeinde verabschiedet Rekordhaushalt

Jetzendorf kann kräftig investieren

Jetzendorf - Wohl dem Kämmerer, der einen Steuerzahler wie das Unternehmen Lowa in seiner Gemeinde hat. Der erfolgreiche Sportschuhhersteller hat Jetzendorf wieder kräftig Gewerbesteuer beschert. So kann die Kommune auch heuer kräftig investieren.

Der Gemeinde Jetzendorf geht es heuer genauso wie in den vergangenen Jahren finanziell überaus gut: Das kommt im Gemeindehaushalt zum Ausdruck, der am Dienstagabend vom Gemeinderat einstimmig verabschiedet wurde. In den Einnahmen und Ausgaben schließt der Gesamthaushalt mit knapp 10,37 Millionen Euro. Was an diesem Zahlenwerk am meisten auffällt, ist das hohe Gewerbesteueraufkommen, mit 3,11 Millionen Euro. Hier handelt es sich um ein Rekordergebnis und es ist kein Geheimnis, dass hierzu in erster Linie wieder der größte Arbeitgeber im Ort, der Sportschuhhersteller Lowa beiträgt.

Das weiß Bürgermeister Manfred Betzin (CSU) zu schätzen, der trotz der fantastischen Ausgangslage nicht „abheben“ will. Er sprach von einem sehr soliden Haushalt, trotz großer Investitionen. Heuer und zum Teil auch in den Folgejahren soll in erster Linie in Schule, Wasserversorgung, Kanal, Breitbandausbau und Straßensanierung investiert werden.

Selbst wenn das Gewerbesteueraufkommen zurückgehen sollte, ist die Ausgangsposition der Gemeinde für die nächsten Jahre gut. Das zeigt sich bei den Rücklagen, die von 2,09 Millionen bis zum Jahresende auf 2,87 Millionen Euro anwachsen sollen. „Sowas gefällt mir“, freute sich der älteste Gemeinderat, Jochen Lojewski (CSU).

Jetzendorf: Nur 25 Euro Schulden pro Einwohner

Als sogenannte „freie Spitze“ kann Jetzendorf heuer immerhin 1,36 Millionen Euro vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt zuführen. Investitonsbedingt werden zwar in den nächsten Jahren die Rücklagen deutlich zurückgehen, aber nach den Berechnungen und Einschätzungen von Kämmerer Richard Linke ist man im Jahr 2019 schon wieder bei Rücklagen in Höhe von 1,11 Millionen Euro.

Dass es Jetzendorf nicht „nass reingehen“ kann, liegt nicht zuletzt auch am Einkommensteueranteil in der 2949 Einwohner zählenden Gemeinde, die mit der Bebauung des großen Baugebiets Ilmblick in den nächsten Jahren noch kräftig wachsen wird. Linke rechnet für heuer mit 1,97 Millionen Euro Einkommensteueranteil. Dazu Betzin: „Wir profitieren nicht nur von den Arbeitsplätzen in unserer Gemeinde sondern auch von den Arbeitnehmern, die gut verdienen und bei uns wohnen“.

Mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von nur 25,38 Euro könne Jetzendorf nur bewundert werden, wo doch der Landesdurchschnitt von Gemeinden in gleicher Größe bei 711 Euro liegt.

Jetzendorf investiert in Nachwuchs, Verkehr und Feuerwehr

Dem Verwaltungshaushalt ist zu entnehmen, dass Jetzendorf nach wie vor stark in den Nachwuchs investiert. Für die 56 Kinder im Kindergarten Spatzennest übernimmt die Gemeinde von den Personalkosten pro Kind und Jahr 3359 Euro. Im Kinderhaus Regenbogen (110 Kinder) sind es sogar 4319 Euro. Ein Minus von 174 300 Euro ergibt sich im Bereich Kanal, so dass bei der nächsten Kalkulation eventuell eine Anpassung erfolgen muss.

Im Bereich Schule kommen die Hauptkosten für die Erneuerung der Heizungsanlage (75 000 Euro) und der Fenster und Geschoßdecken (250 000 Euro) zum Großteil erst 2017 zum Tragen. Die ersten 100 000 Euro sind heuer noch für den Feuerwehrhausbau in Hirschenhausen eingeplant.

Ein großer Brocken bei den diesjährigen Ausgaben ist auch der Verkehrskreisel an der Staatsstraße 2337, der mit 183 000 Euro zu Buche schlägt. Hier geht es um die Mehrkosten gegenüber einer Linksabbiegespur. Für den Straßenausbau in Priel-West werden erstmals 2018 Gelder zur Verfügung gestellt.

Die Hochwasserfreilegung in Hirschenhausen ist heuer mit 188 000 Euro Kosten im Haushalt berücksichtigt. Hierfür erwartet man 2017 aber einen Zuschuss in Höhe von 60 000 Euro.

Der Ausbau VDSL erfordert 2017 1,2 Millionen Euro aus der Gemeindekasse und 2018 weitere 840 000 Euro. Heuer noch soll mit einem Aufwand von rund 40 000 Euro auf dem Feuerwehrhaus in Priel eine Fotovoltaikanlage errichtet werden.

Zur Sanierung der Wasserbehälter in Weingarten muss die Gemeinde in diesem Jahr mit 312 000 Euro tief in die Tasche greifen. Für den Erwerb von Rohbauflächen im Baugebiet Ilmaue will der Gemeinderat 2017 350 000 Euro locker machen.

ost

Rubriklistenbild: © pi cture alliance / dpa

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