Landschatsschutzgebiete

CSU Karlsfeld lehnt BN-Vorschläge ab

Karlsfeld - Die CSU hat im Karlsfelder Gemeinderat am Donnerstagabend eine mögliche Ausweisung weiterer Landschaftsschutzflächen im Grünzug zwischen Dachau und Karlsfeld abgelehnt.

Im Oktober hatte der Gemeinderat mehrheitlich beschlossen, dass zwischen Wasserwerk und Dachauer Stadtgrenze Flächen in einer Gesamtgröße von etwa 140 Landschaftsschutzgebiet (LSG) werden sollen (wir berichteten). Ein entsprechender Antrag ans Landratsamt ist zwischenzeitlich gestellt worden. Dem Bund Naturschutz gingen diese Pläne aber nicht weit genug. Er schlug weitere Flächen vor, die zum LSG werden sollen, zum Beispiel westlich der Schnellstraße Richtung Waldschwaigsee, entlang der Würm und westlich des Tiefen Grabens. Komme dieses LSG-Netz nicht, „haben wir den klimatischen GAU“, sagte Bernd Heller vom Bund Naturschutz Anfang Januar.

SPD und Bündnis für Karlsfeld stimmten den BN-Plänen am Donnerstag zu, die CSU ist dagegen. „Wir sehen eine ganze Reihe von erheblichen Problemen“, begründete CSU-Fraktionschef Bernd Wanka die Ablehnung. Bestehende landwirtschaftliche Betriebe und Gärtnereien in diesen Bereichen würden in ihrem Handeln beschnitten, sie seien existenziell bedroht.

Auch die CSU wünsche eine weitere Bebauung auf diesen Flächen nicht, schon gar nicht das vom Bund Naturschutz prophezeite „Zusammenwachsen von Dachau und Karlsfeld“. „Es ist nicht geplant, in diesen Flächen Baurecht zu gewähren“, so Wanka, dies lasse sich jedoch auch über den Flächennutzungsplan regeln.

Mechthild Hofner, Fraktionschefin beim Bündnis für Karlsfeld, widersprach. „Landwirtschaftliche Betriebe und Gärtnereien haben bei einer Ausweisung nichts zu befürchten.“ Das Bündnis unterstütze die BN-Vorschläge, dies sei „ein Signal an die Bevölkerung, an die Investoren und Grundstücksbesitzer“.

Ein Bürgerbegehren gegen ein weiteres Karlsfelder Gewerbegebiet am Rande des Grünzugs an der Stadtgrenze zu Dachau dürfte mit dem Nein der CSU zu den BN-Vorschlägen wahrscheinlicher geworden sein. Der BN-Kreisvorsitzende Dr. Roderich Zauscher hatte im Januar unmissverständlich klar gemacht, dass seine Gruppierung „die Kröte Gewerbe“ nur dann schlucken werde, „wenn alles andere stimmt“ – also auch die vom Bund Naturschutz festgelegten Flächen beim Landkreis für eine LSG-Ausweisung vorgeschlagen werden. Grundsätzlich ist der Bund Naturschutz gegen das Gewerbegebiet.

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