Über 140 Hektar soll die LSG-Fläche insgesamt betragen. Die rot umrandeten Flächen sind oder sollen Schutzgebiet werden, hinzu kommt die Fläche mit der Ziffer 2. Die anderen mit Ziffern versehenen Flächen empfahl der Bund Naturschutz ebenfalls. fkn

Gemeinderat Karlsfeld sagt Ja zum Landschaftsschutzgebiet - und streitet

Karlsfeld - Der Karlsfelder Gemeinderat will zwischen dem Wasserwerk und der Grenze zur Stadt Dachau große Flächen als Landschaftsschutzgebiet ausweisen lassen. In der Sache ist er sich einig. Gestritten wurde trotzdem in der Sitzung am Donnerstagabend, und das nicht zu knapp.

Anschließend an das Landschaftsschutzgebiet am Mückensee sollen weite Flächen nördlich des Karlsfelder Wasserwerks ebenfalls als Landschaftsschutzgebiet (LSG) ausgewiesen werden. Es handelt sich insgesamt um über 140 Hektar. Der Karlsfelder Gemeinderat beschloss am Donnerstagabend mehrheitlich, einen entsprechenden Antrag an den Landkreis Dachau zu stellen.

In der Diskussion um den Zuschnitt der Flächen, die ins Verfahren aufgenommen werden sollen, beschränkte sich der Gemeinderat im Wesentlichen auf den Vorschlag der Bauverwaltung. Die Kreisgruppe des Bund Naturschutz hatte weitere Flächen empfohlen. Davon nahm der Gemeinderat jedoch nur eine Fläche am Krebsbach in seinen Beschluss auf.

In der Diskussion ging es ohnehin weniger darum, ob und warum welche Fläche nun LSG werden soll oder nicht. Viel mehr wurde abermals um die Frage gestritten, ob das Bündnis für Karlsfeld mit seinem Ja zum Landschaftsschutzgebiet auch Ja zum Gewerbegebiet an der Schleißheimer Straße gesagt hat.

CSU, SPD und Anton Flügel von den Freien Wählern betonten einhellig, dass doch jedem im Gemeinderat klar gewesen sein müsste, dass in der September-Sitzung ein solcher Kompromiss vereinbart worden sei.

Das Bündnis wies dies zurück. „Von einem Kompromiss war nie öffentlich die Rede“, sagte Fraktionschefin Mechthild Hofner, „so einen Tagesordnungspunkt hat es nie gegeben.“

Das stimmt. In persönlichen Gesprächen nach der Sitzung aber habe sie ihre Zustimmung deutlich gemacht, warf die CSU Hofner vor. „Sie haben mir auf die Schulter geklopft und von einem wunderbaren Kompromiss gesprochen“, sagte Bürgermeister Stefan Kolbe (CSU).

Dass sich das Bündnis in seiner Mitgliederversammlung vor gut einer Woche mit klarer Mehrheit dazu entschieden hat, ein mögliches Bürgerbegehren der Bürgerinitiative Grünzug Dachau-Karlsfeld“ gegen das Gewerbegebiet an der Schleißheimer Straße zu unterstützen, sehen CSU, SPD und Flügel als Wortbruch.

So ging es hin und her, manch alte Kamelle aus der Vergangenheit wurde hervorgeholt. Für Außenstehende war die Auseinandersetzung mitunter ermüdend.

Adrian Heim gelang es dann, die heftig geführte Debatte zu entschärfen. Zum einen betonte der Bündnis-Gemeinderat, dass das Bürgerbegehren noch keineswegs beschlossene Sache sei, weil der Bund Naturschutz - ein offizieller Unterstützer der Bürgerinitiative - mit der Gemeinde wegen der LSG-Flächen im Dialog stehe. Zum anderen erklärte er in seiner gewohnt ruhigen Art, dass der Abwägungsprozess bei den Gegnern des Gewerbegebiets noch nicht abgeschlossen sei. Mancher sei womöglich doch bereit, das Gewerbegebiet zu akzeptieren, wenn durch das Landschaftsschutzgebiet weite Flächen im Grünzug zwischen Karlsfeld und Dachau geschützt werden.

Ob die Flächen tatsächlich Landschaftsschutzgebiet werden, entscheidet der Landkreis. Das Verfahren ist ähnlich aufwändig wie bei großen Bauprojekten - es kann also Jahre dauern, bis es abgeschlossen ist. (tol)

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