Zukunft der Kinderkrippe ungewiss

Gemeinderat in Weichs sucht nach Lösungen

Weichs - In Weichs wird der Rathausum- oder -neubau erst einmal zurückgestellt, weil das Geld dafür fehlt. Oberste Priorität hat die Kinderkrippe. Vorerst wird es aber auch hier bei der Containerlösung bleiben.

Drei große Bauvorhaben sind in Weichs geplant: Neues Rathaus, Umbau altes Rathaus und Kinderkrippe. Aus finanziellen Gründen muss es aber vorerst bei den Planungen bleiben. Für das Rathaus müssen erst 2,5 Millionen Euro erwirtschaftet und zurückgelegt werden.

Priorität hat mittlerweile die Kinderkrippe, die sich seit einiger Zeit in Modulbauweise im Gewerbegebiet II in gemieteten Containern einer ortsansässigen Firma, der auch das Grundstück gehört, befindet. Platz ist hier für zwei Gruppen mit insgesamt 24 Kindern bis drei Jahren.

17 Plätze sind aktuell belegt, dabei auch von einigen von auswärts. Die Mietkosten betragen in den ersten drei Jahren 4000 Euro brutto monatlich plus eine Nebenkostenvorauszahlung von 60 Euro. Ab dem vierten Jahr reduziert sich der Bruttopreis auf rund 2000 Euro monatlich.

Da es mit dem Bau des Rathauses vorerst nichts wird, Bürgermeister Harald Mundl denkt dabei schon an einen Zeitraum von zehn Jahren, und somit auch im alten Rathaus die Kinderkrippe nicht so schnell wieder zurückkehren kann, hat der Gemeinderat jetzt Überlegungen angestellt, wie es mit der Kinderkrippe weitergehen soll.

Bereits im Vorfeld fand ein Gespräch mit Evi Haindl statt, die seit einiger Zeit den Vorsitz des Trägervereins Initiative zur Förderung Kinder und Jugendlicher Weichs als Nachfolgerin von Angelika Domaczyk hat. Dabei stellte sich heraus, dass die Kinder mit dem derzeitigen Stand zufrieden sind, die Erzieher dagegen nicht. Die Räume für das Personal sind einfach ungenügend. Es fehlen etwa Lager-, Büro-, Team- und Besprechungsräume sowie ein Stauraum für Gartenmöbel, um nur einiges zu nennen.

Außerdem rechnet man damit, dass man wegen des neuen Baugebiets in absehbarer Zeit einen Platz für eine dritte Gruppe braucht.

Die Einrichtung, deren Elternbeiträge über dem Landkreismittel liegen, arbeitet kostendeckend. Bei einigen Mitarbeiterinnen sind Gehaltsanpassungen gewünscht. Als Zukunftslösungen bieten sich die Modulerweiterung auf eine dreigruppige Kindekrippe an oder ein Neubau, der nach jetzigen Stand gut eine Million €Euro kosten würde, wobei mit rund 40 Prozent Förderung zu rechnen wäre.

Bevor fast alle Gemeinderäte ihre Meinungen bzw. Ideen dazu vorbrachten, stellte Bürgermeister Mundl (WBV) klar, dass man bei den Kostenplanungen auch den sozialen Wohnungsbau mit Blick auf die Flüchtlinge in Betracht ziehen muss.

Martin Betz (CSU) sprach sich dafür aus, endlich eines der drei großen Bauvorhaben anzugehen und und schlug einen Kinderkrippenneubau im gemeindeeigenen Grundstück im Neubaugebiet Aufhausener Feld vor.

Petra Hesse (SPD) möchte sich nicht vorstellen, dass die Kinder noch zehn Jahre in Containern untergebracht bleiben, „was noch dazu auch Geld kostet“. Thomas Sänger (WBV) versteht nicht, dass man über verschiedene Möglichkeiten diskutieren soll, „wo wir nicht mal wissen, was das kostet“. Er wünschte sich eine Wirtschaftlichkeitsberechnung, die Containererweiterung und Neubau beinhaltet.

Günter Schilcher (WBV) möchte zuerst die Arbeitsbedingungen durch eine zügige Containerlösung verbessern. Thomas Stiefelmayer (CSU) hätte gerne – um Optionen für die Zukunft offenzuhalten – wenn Bedarf da ist, im Neubaugebiet in Modulbauweise zu bauen, damit man später in das alte Rathaus zurückgehen könnte.

Sein Parteikollege Robert Neisser glaubt dagegen gar nicht mehr daran, dass man bei den Kosten, die unter anderem durch den sozialen Wohnungsbau auf die Kommunen zukommen, das neue Rathaus überhaupt gebaut werden kann, und schlägt vor, an dessen Stelle in der Ortsmitte eine Kinderkrippe zu bauen.

Herbert Rahn (FW) hat eine andere, langfristige Idee: Er findet in einem Wohngebiet eine Kindekrippe wegen des Verkehrs unpassend und schlug vor, eines der unbebauten Grundstücke im Gewerbegebiet, die seiner Meinung nach momentan sowieso nur Spekulationsobjekte sind, zurückzukaufen und dort zu bauen.

Man einigte sich schließlich darauf, die Containerkrippe mit den wichtigsten Räumen baldmöglichst zu erweitern, um dann in Ruhe eine langfristige Lösung zu finden. Das Aufhausener Feld wurde genannt, bei dem es abzuklären gilt, ob man dort auch für eine Modulbauweise Fördermittel bekommen würde. Geklärt werden soll, ob das Landratsamt überhaupt einer Kreditaufnahme für den Neubau einer Krippe zustimmen würde. Außerdem will man im Auge behalten, was mit dem jetzigen Rathaus geschehen soll, sollte der Rathausneubau doch möglich werden. Gegebenenfalls könnte das alte Gebäude dann auch für sozialen Wohnungsbau genutzt werden.

nef

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