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Viele rauchende Köpfe saßen bei der öffentlichen Gemeinderatssitzung zu einer möglichen Umfahrung um Odelzhausen zusammen. Nun steht eine Umfahrungsvariante fest.

Gemeinderat Odelzhausen

Die Ortsumgehung kommt - hoffentlich

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Odelzhausen - Der Gemeinderat Odelzhausen hat sich für die langersehnte Ortsumfahrung entschieden. Bereits vor sechs Jahren stimmte das Gremium dafür. Doch das Projekt Südumfahrung scheiterte damals. Jetzt soll es eine Nordvariante gebaut werden. Jedoch könnte der Freistaat das Projekt abermals kippen.

Besucher standen dicht gedrängt an den Holzwänden, es hatte gefühlte 35 Grad im Saal – das Interesse der Bürger an der öffentlichen Gemeinderatssitzung am Dienstagabend war groß. Rund 200 Interessierte waren gekommen. Das Thema der Sitzung ließ die Köpfe der 17 Gemeinderäte und der Besucher rund zwei Stunden lang rauchen: Soll Odelzhausen eine Umfahrung bekommen? Und wenn ja – welche von den vier Vorschlägen des Ingenieurbüros Kurzak ist die beste?

Die Bürger selbst kamen bei der Gemeinderatssitzung nicht zu Wort. Doch das Thema Umfahrung sorgte in der Vergangenheit für Zündstoff (wir haben berichtet). „Es hat über Jahre hinweg Fehlentscheidungen gegeben“, sagte Bürgermeister Markus Trinkl am Anfang der Sitzung. Bereits 2003 lag das Thema Ortsumfahrung auf dem Tisch des Gemeinderats und scheiterte. 2010 entschied sich das Gremium für eine Südumfahrung und scheiterte. Die Straße lohne sich nicht, sagte der Freistaat Bayern. Das könnte der Gemeinde nun wieder bevorstehen.

Schuster: "Zwei Drittel der Autos fahren nur durch Odelzhausen durch"

Zunächst stellte Bernhard Schuster vom Ingenieurbüro Kurzak vier mögliche Ortsumfahrungen vor: Zwei Südumfahrungen und zwei Nordumfahrungen. Denn die hohe Verkehrsbelastung sorge für eine „Herabsetzung der Wohnqualität im Dorf“: Rund 14 000 Autos passieren jeden Tag den Ortskern – rund 22 000 den Kreisverkehr an der Autobahn-Anschlussstelle. Vor allem der Berufsverkehr aus dem Landkreis Aichach-Friedberg nach München sei enorm. „Zwei Drittel der Autos wollen nur durch Odelzhausen durchfahren“, erklärte Bernhard Schuster.

Außerdem machte der Verkehrsgutachter klar, dass vor allem die zwei Nordumfahrungen für die Gemeinde Sinn machten. Die Kosten und die nötigen Umweltwelteingriffe bei den Südumfahrungen seien zu groß – auch der Verkehr in Odelzhausen würde sich nicht spürbar reduzieren.

Schuster favorisierte vor allem die Nordumfahrung mit zusätzlicher Anschlussstelle bei der Sandgrube Höfa. Die Trasse verläuft von Süden am Gewerbegebiet Wagenhofen aus westlich von Odelzhausen nach Norden zur Autobahn. Die neue Anschlussstelle wäre nur rund zwei Kilometer von der Anschlussstelle Odelzhausen entfernt.

Gemeinderätin Johanna Winkler kritisierte die Umfahrung

Doch Gemeinderätin Johanna Winkler (FW) kritisierte die Umfahrung, da Autofahrer aus Altomünster zur neuen Autobahnauffahrt durch Hadersried fahren würden. Das würde den Ort weiter enorm belasten. Elisabeth Kappes (BGO) sagte darauf: „Ich bin für die ganze Gemeinde da. Das ist die einzige Variante, die alles entschärft.“

Schließlich stimmten alle Gemeinderäte für die Nordumfahrung mit zusätzlicher Anschlussstelle. Das Publikum reagierte mit Applaus. Mit diesem Projekt will die Gemeinde in den Staatsstraßenausbauplan des Freistaates kommen.

Die Nordumfahrung: "Der letzte Strohhalm zum Festklammern"

Alex Eder vom Staatlichen Bauamt gab einen Ausblick auf die Chancen: „Es ist der letzte Strohhalm, an den sich Odelzhausen festklammern kann“, erklärte er. Gleichzeitig sorgte er für Ernüchterung: „In der Regel müssen zwei Anschlussstellen acht Kilometer voneinander entfernt sein.“ Im Falle der beschlossenen Nordumfahrung sind es aber nur zwei. Auch der Durchgangsverkehr sei kein Argument für den Freistaat: „Der Autobahndirektion ist das Wurscht“, sagte Eder. Jetzt kann Odelzhausen nur noch hoffen.

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