Gemeinderat Odelzhausen

Wohnungen statt Gewerbe im Zentrum

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Odelzhausen - Wie viel Gewerbe ist im Ortsinneren von Odelzhausen sinnvoll? Um diese Frage ging es in der vergangenen Gemeinderatssitzung.

Hintergrund war ein Antrag des Unternehmens, das das Rapp-Grundstück in Odelzhausen bebaut. Laut Bebauungsplan müssen in dem Neubau zehn Gewerbeeinheiten errichtet werden. Nicht weit entfernt ist das Staffler-Grundstück, auf dem früher das Gasthaus Staffler stand, bevor es bei einem Brand zerstört wurde. Jetzt wird hier ebenfalls gebaut, es müssen sechs Gewerbeeinheiten entstehen. Doch: Offenbar haben die Eigentümer beider Objekte Schwierigkeiten, geeignete Mieter für die Geschäfte zu finden. 

„Für die gewerbliche Nutzung am Rapp-Grundstück gab es in 1,5 Jahren nur vier Anfragen“, gab Bürgermeister Markus Trinkl die Einschätzung des Bauunternehmens weiter. Der Gemeinderat diskutierte deshalb über eine Änderung des Bebauungsplans. Der Wunsch der Eigentümer ist, dass weniger Gewerbe und dafür mehr Wohnungen zugelassen werden.

In einer Sitzung im vergangenen Jahr lehnten die Gemeinderäte dies mehrheitlich noch ab. Doch jetzt haben viele ihre Meinung geändert. 

Es gab zwar Bedenken, ob Gewerbeflächen wirklich offensiv genug beworben wurden und ob es sinnvoll ist, Bebauungspläne an die Wünsche der Bauherren anzupassen. „Den Bebauungsplan während der Bauphase aufzuweichen, ist schon bedenklich“, sagte zum Beispiel Werner Trinkl (Bürgergemeinschaft Odelzhausen).

Ähnlich sah es Michael Kiemer (CSU): „Wir müssen überlegen, ob wir immer den Eigentümern nachgeben, die vor allem vermarkten möchten.“ Andererseits sorgten sich viele Räte, dass die Gebäude längere Zeit zumindest teilweise leer stehen könnten. „Es hat für die Gemeinde keinen Sinn, mit Gewalt Leerstände zu produzieren“, fand Roderich Zauscher (Bürgergemeinschaft Odelzhausen). 

Ob sich das aber mit den jetzigen Vorschriften verhindern lässt, bezweifelten jedoch viele: „Wir haben eine unglaubliche Nachfrage an Wohnraum, aber nicht in gleicher Form an Gewerbe“, erklärte Bürgermeister Markus Trinkl. 

Letztlich entschlossen sich die Gemeinderäte deshalb, dass der Bebauungsplan geändert werden soll. Mehr Wohnungen statt Geschäfte werden künftig erlaubt sein, die genaue Verteilung von Gewerbe und Wohnen auf die beiden Neubauten wird noch festgelegt.

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