Mimikry heißt das pflegeleichte Rasenstück aus dem Zyklus „Schöne heile Welt“ von Turid Schuszter (Augsburg) zieht die Blicke vieler Vernissagengäste auf sich. Es ist aus Plastiktütenstreifen geknüpft und genäht. Foto: DON

Gemeinsame Blickrichtung Kunst

Dachau - Ein Blick über den Zaun. Ein Blick über den Lech. Ein Katzensprung ist es von Dachau nach Augsburg und umgekehrt. Ein kleiner Schritt: ein Sidestep. Und genau das ist der Titel der aktuellen Schlossausstellung, hinter dem sich ungeahnte Vielfalt verbirgt.

Der BBK Schwaben-Nord und Augsburg und die Künstlervereinigung Dachau stellen gemeinsam im Dachauer Schloss aus, es ist die zweite Station dieser Präsentation, die im Juni bereits in der toskanischen Säulenhalle in Augsburg zu sehen war.

Bei der Vernissage am vergangenen Sonntag lobten Landrats Hansjörg Christmann wie auch Peter Grab, der Kulturreferent und zugleich dritter Bürgermeister der Stadt Augsburg die hohe Qualität der Arbeiten. Grab sprach von einem „Ritterschlag“, der mit dem Ankauf der Bayerischen Staatsgemäldesammlung von vier Exponaten dieser Ausstellung zuteil wurde.

Christmann warf in seinem letzten Amtsjahr einen nostalgischen Blick auf das Ereignis. Er nannte es ein „Zeichen der Zeit“, dass sich die Kunst verändert habe. Eines aber sei geblieben: die Qualität. Das Kunstjahr in Dachau sei außerordentlich lebendig und Kunst etwas sehr Professionelles. Hier im Schloss zeige sie sich eher konservativ, was die verschiedenen Formen der Kunstgestaltung angehe. Die Ausstellung selbst sei ein Klassiker, die Qualität der Maßstab der Dinge. Und die Künstler machten die Lebendigkeit aus, mit ihrer Bereitschaft, sich der Öffentlichkeit zu stellen.

Die Vorsitzenden der beiden Kunstvereine, Monika Siebmanns (KVD) und Norbert Kiening (BKK Schwaben-Nord und Augsburg) begrüßten die Aussteller, die Künstlerkollegen und die Gäste bei der Vernissage. Sie freuten sich, dass die mörderische Hitze die Besucher nicht abhalten konnten, ins Schloss zu kommen. Sie dankten den Helfern und Sponsoren und erläuterten das Zustandekommen der gemeinsamen Wanderausstellung. Norbert Kiening stammt aus Prittlbach, war selbst schon Mitglied der KVD. Er sagte: „Für mich bedeutet das hier mehr als nur eine Gastausstellung.“ In den 1980/90er Jahren hat er hier schon mit den Kollegen der KVD und der Gruppe D ausgestellt, und er erinnere sich gerne an das gemeinsame Engagement. Im Dachauer Schloss auszustellen, bedeute für ihn auch ein Stück Heimat. Provokant fragte er: Was ist das schon Besonderes, ein Kunstaustausch Dachau-Augsburg? Die Distanz zwischen den Städten könne man mehrmals täglich überwinden. Aber die Verbindung Altbaiern - Schwaben sei sicher nicht überdimensioniert, mangels Seelenverwandtschaft. Gerade darum ist der Blick über den Zaun, über den Lech aus beiden Richtungen auch ein Aufeinanderzugehen. Das Zitat „Das Beste an Augsburg ist der Zug nach München“, das unbelegt Bert Brecht zugeschrieben wird, konterte Peter Grab mit Ausspruch von Thomas Mann, wonach München ein Dorf sei, gegenüber der Großstadt Augsburg.

In der Ausstellung sind die Exponate beider Kunstvereine vermischt: 23 Künstler zeigen 59 Arbeiten. Sie fügen sich zu einer gehaltvollen Schau, die mit Originalität, Kunstfertigkeit und Aussagekraft besticht: Neben Gemälden, Zeichnungen, Druckgrafiken machen Installationen und Objekte die Ausstellung lebendig und abwechslungsreich. (Bericht folgt).

Schlossausstellung

Die gemeinsame Ausstellung „Sidestepp“ der KVD und des BKK Schwaben-Nord und Augsburg im Renaissancesaal und Vestibül des Dachauer Schlosses ist bis 1. September jeweils Mittwoch, Freitag und Samstag von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Donnerstag von 14 bis 19 Uhr, an Sonn- und Feiertag von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet zwei Euro. Ein Katalog liegt in der Ausstellung auf. (don)

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