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Baselitz wirken lassen: v.l. Karl-Heinz Hempel, Florian Hartmann, Marianne Klaffki und Bärbel Schäfer.

Die Baselitz-Ausstellung

Das Schloss steht Kopf: Weltkünstler Georg Baselitz zeigt seine Werke

Georg Baselitz belegt Platz vier unter den zehn teuersten zeitgenössischen Künstlern der Welt. Nun stellt er auch im Dachauer Schloss aus. Dafür waren zwei Jahre Planung nötig. Jetzt ist das Werk vollbracht.

Dachau – Normalerweise hängen im Saal des Schlosses Gemälde von den adeligen Wittelsbachern, mächtige Kerzenleuchter und edle Wandteppiche: Nun wurde das Mobiliar für die Ausstellung „Georg Baselitz – Mit Richard unterwegs“ komplett ausgetauscht: durch 230 Radierungen, Linol- und Holzschnitten des Künstlers. In einem Rundgang für die Presse wurde die fertige Ausstellung gestern präsentiert. 

Den Ausstellungsnamen „Mit Richard unterwegs“ wählte Baselitz in Anlehnung an Richard Wagner, der für ihn neben Karl May ein großes Vorbild ist. Deswegen zeigt Baselitz im Schloss auf den Kopf gestellte Pferde und Westernlandschaften – denn die Welt auf den Kopf gestellt ist zum Markenzeichen von Baselitz geworden. 

Nach London und vor Frankfurt stellt der Künstler nun in Dachau aus. Die modernen und abstrakten Werke des Künstlers wirken im Schloss als krasser Gegensatz zur prachtvollen Holzdecke und dem barocken Ambiente des Festsaales.

Georg Baselitz, geboren im Jahr 1938, ist ein Künstler, der gerne provoziert und in seinen Werken die gesellschaftlichen Grenzen austestet. Als junger Kunststudent zeichnete er zum Beispiel „Die große Nacht im Eimer“: Ein Gemälde, das einen jungen Mann beim Masturbieren zeigt. Dieses Bild hat der Maler und Bildhauer im Nachhinein auch noch mit einem Hitlerbart versehen. 

Georg Baselitz, eigentlich Hans-Georg Kern, kommt ursprünglich aus Deutschbaselitz in Sachsen und hat in seinem Leben zwei totalitäre Regime erlebt: Hitler und später auch die DDR. Diese Erfahrungen prägen auch seine Graphiken.

„Es ist eine Werkschau von Baselitz aus den letzten 20 Jahren“, erklärte die Kuratorin der Volks- und Raiffeisenbank Bärbel Schäfer: „Sie zeigt den Lebensweg von Baselitz, was ihn beeindruckt und auch bewegt hat.“ Für die Planung der Ausstellung waren zwei Jahre nötig, im Mai wurde das Schloss sogar komplett ausgeräumt.

Und nun, im letzten Augenblick, hat Oberbürgermeister Florian Hartmann auch noch veranlasst, dass der Sperrmüll vor der ehemaligen Flaschenabfüllerei entsorgt wird. Ein Leser hatte sich mit diesem Anliegen an die Dachauer Nachrichten gewandt (siehe Bilder rechts). „Es ist zwar eine private Baustelle, aber der Besitzer hat mir versichert, dass er den Sperrmüll vor Beginn der Ausstellung noch wegbringen wird.“ Dann ist ja alles bereit für die Baselitz-Bewunderer. 

Die Ausstellung ist ab dem morgigen Donnerstag, 2. Juni, ab 10 Uhr geöffnet

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