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Bürgermeisterkandidat: Georg Franz Seitz.

Landwirt aus Jetzendorf will für  Bürgermeisteramt in Petershausen kandidieren

Georg Franz Seitz will überzeugen

Bereits vier Bewerber wollen nächstes Jahr Bürgermeister von Petershausen werden. Neben Amtsinhaber Marcel Fath bewerben sich CSU-Mann Günter Fuchs, Jürgen Junghans von der FDP – und der parteilose Georg Franz Seitz.

Petershausen – Dabei will Seitz in mehrfacher Hinsicht Grenzen überschreiten, wie er im Gespräch mit der Heimatzeitung erzählt. Er lebt in Jetzendorf, nur einen Steinwurf von der Grenze zu Petershausen entfernt. Hier ist er nach eigener Aussage viel stärker verwurzelt und hat sich für Petershausen einiges vorgenommen. Er will die Grenzen zwischen Parteien und konkurrierenden Interessen unter den Bürgern überwinden. Denn während nach seiner Beobachtung in Jetzendorf in Rat und Bürgerschaft alles weitgehend harmonisch zugehe, sei Petershausen das „krasseste Gegenteil“. Nicht nur im Gemeinderat, auch unter den Bewohnern sieht er viele Konflikte, die er mit bürgernaher Politik überwinden will.

In Petershausen, beklagt Seitz, würden zu viele Entscheidungen über die Köpfe der Bürger hinweg getroffen. So hätten sich beispielsweise zahlreiche Anwohner einen kleinen Kindergarten in Kollbach gewünscht, den die Verwaltung allerdings abgelehnt habe. In Obermarbach würden viele Pendler einen Radweg zum S-Bahnhof fordern, doch der lasse weiter auf sich warten.

Außerdem sei die Gemeinde „Weltmeister im Schuldenmachen“. Gerade im Münchner Speckgürtel ginge es den meisten Städten und Gemeinden sehr gut, da dürfe Petershausen keine Ausnahme sein. Als Bürgermeister, verspricht Seitz, wolle er konsequent Kosten sparen und darauf pochen, dass öffentliche Bauvorhaben günstiger vergeben werden. Die Gemeinde mache zwar viel, aber sie gebe dabei viel zu viel Geld aus.

Dass sich Georg Franz Seitz diese Aufgaben zutraut, daran hat er keinen Zweifel. Als gelernter Landwirt habe er seinen Meister gemacht, und damit auch eine Ausbildung in Betriebswirtschaft. 25 Jahre lang war er Geschäftsführer eines Sportwagenverleihs. 17 Jahre lang hat er den nach eigenen Angaben größten Ferrari- und Lamborghini-Verleih in Deutschland geleitet. Jetzt arbeitet er wieder hauptberuflich als Land- und Forstwirt – und bereitet sich auf seine Kandidatur vor.

An der Bayerischen Verwaltungsschule besucht er einen Kurs für Bürgermeisterkandidaten und ist in Petershausen auf fast allen Ratssitzungen, im Bauausschuss oder auf öffentlichen Veranstaltungen präsent. Sein Hof, so versichert er, sei gut bestellt. Daher habe er ausreichend Zeit für den langen Wahlkampf, der bei der Vielzahl der Kandidaten durchaus in eine Stichwahl münden könnte. Selbst finanzieren will er seine Kandidatur auch.

Am heutigen Samstagabend will Georg Seitz seinen Wahlkampf ganz offiziell einläuten – mit einer öffentlichen Versammlung um 19.30 Uhr im Restaurant Olympia an der Moosfeldstraße.

Dann soll seine „Überparteiliche Bürgervereinigung Petershausen“ – kurz ÜBP – an den Start gehen. Gut fünf Mitstreiter hat er bis jetzt gewonnen, doch seit Tagen rührt er kräftig die Werbetrommel, damit es möglichst noch mehr werden.

Denn die Vereinigung will auch mit einer Liste für den Gemeinderat antreten. Der Name „überparteilich“ ist bewusst gewählt – Georg Franz Seitz will Parteigrenzen überwinden und Menschen zusammenführen. Dass er die Wähler überzeugen kann, ist für ihn klar. „Ich setz’ auf Sieg“, verkündet er selbstbewusst.

Der Wahlkampf in Petershausen könnte also spannend werden.

VON OLIVER GIERENS

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