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Große Pläne: Andreas Wilhelm schlägt vor, die neue Halle dort zu errichten, wo sich die Tennisplätze befinden. Für die neuen Plätze müsste eine Streuobstwiese weichen.

Turnhalle contra Streuobstwiese

Aktuelle Pläne beim ASV Dachau

Dachau - Der ASV braucht eine neue Turnhalle. Weil die alte marode ist. So viel ist klar. Doch die Frage lautet: Wo soll sie denn hin?

Die Georg-Scherer-Halle ist alt. 43 Jahre alt. Für ein Mensch kein Alter, für eine Turnhalle schon. Jedenfalls ist sie sanierungsbedürftig. Nur: So eine Sanierung wäre unglaublich teuer. 6,5 Millionen Euro, ungefähr, sagt Andreas Wilhelm. Der Geschäftsführer des ASV weiß das so genau, weil er „alles geprüft“ hat. „Aber dann wäre sie immer noch die alte.“ Die alte Georg-Scherer-Halle ist klein. Und irgendwie blöd gelegen: Auf der anderen Straßenseite reihen sich Wohnhäuser aneinander – für die ist die Halle dort eine Lärmbelästigung, klar.

Eine neue Halle würde ungefähr 8,5 Millionen Euro kosten. Von den Kosten her ist die Rechnung logisch: Die neue muss her. Doch nur wohin? Wenn schon eine neue, dann natürlich eine größere – der ASV wächst, mittlerweile hat er schon 4000 Mitglieder. In den vergangenen fünf Jahren sind 1000 dazu gekommen. Also ist der alte Platz für die Halle zu klein. Außerdem braucht die neue viele Stellplätze, wenn neu gebaut wird, muss dies nach der neuen Stellplatzverordnung passieren, und dann reichen die paar alten Parkplätze nie und nimmer: Heute sind es 123, der ASV bräuchte dann 300. Also: Wohin mit der Halle?

Seit Jahren schon zerbrechen sich Verein und Stadt den Kopf darüber. Ursprünglich wollte der ASV mal in den Bannwald hinein – aber der ist tabu, das ist mittlerweile klar. „Das hat keinen Sinn“, sagt Wilhelm. „Davon mussten wir uns verabschieden.“ Nach einigem Kopfzerbrechen hatte der ASV eine neue Idee. Wie wär’s denn auf dem Platz, wo derzeit die Tennisplätze sind? Diese 13 Plätze müssten natürlich wiederum weichen. Doch auch das hätte seinen Charme: Der ASV könnte mit den Tennisfreunden kooperieren. Die ASVler dürften also geregelt auch auf den Plätzen der Tennisfreunde spielen – und müssten nur sechs neue Plätze bauen, südlich der Tennisfreunde. Und genau da liegt der Haken: Dafür müsste eine Streuobstwiese weichen.

Das Thema war schon im Hauptausschuss. „Man muss da abwägen“, hatte Oberbürgermeister Florian Hartmann damals gesagt. „Aber: Überall werden wir auf Konflikte stoßen“, warnte er. Die Politiker zeigten sich teilweise skeptisch, sie wollen wissen, wie groß der Bedarf an Tennisplätzen ist – der soll nun eruiert werden. Zudem soll die Verwaltung alle Rahmenbedingungen prüfen – das ist zumindest schon einmal ein positiver Wink.

„Ich bin auch ein grüner Mensch“, beteuert Wilhelm. „Aber eine Streuobstwiese ist kein Bannwald.“ Die Kooperation mit den Tennisfreunden findet er eine wunderbare Idee: „Das würde wunderbar zusammenpassen. Dachau hätte ein neues Tennisareal.“ Auch die Gaststätte dort würde davon profitieren – es gibt „nur Vorteile“, sagt Andreas Wilhelm.

Auch für die Stadt: Schließlich nutzt sie die Georg-Scherer-Halle auch als Schulturnhalle – für die Mittelschule Dachau-Süd: Und die will nun das Schulprofil „Sport“ (wir haben berichtet). Eine neue Halle würde also auch dieser Schule helfen. Wilhelm ist überhaupt bereit für alles – vielleicht ein Sportkindergarten? „Es gäbe doch nix Schöneres, ein Kindergarten beim Verein.“

Aber gut, die Entscheidung liegt bei der Stadt, das weiß auch Wilhelm. Der Verein kann es sich nicht leisten, die Halle zu bauen. „Wir können uns nicht weiter verschulden.“ Die Georg-Scherer-Halle hat drei Millionen Mark gekostet – daran zahlt der ASV heute noch ab.

Nun bleibt also nur: hoffen und warten. Die Georg-Scherer-Halle ist „keine Zeitbombe“, sagt Wilhelm. Aber: „Wenn es doof läuft, ist sie nächstes Jahr hin.“ Er seufzt. „Es ist Zeit, sich Gedanken zu machen."

np

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