Bürgerversammlung in Sigmertshausen

Dieter Kugler wettert wieder gegen die Stadt Dachau

Was das Thema „geplantes Windrad im Sigmertshauser Forst“ betrifft, ist Dieter Kugler alles andere als gut auf die Stadt Dachau zu sprechen. Bei der Bürgerversammlung in Sigmertshausen machte der Röhrmooser Bürgermeister jetzt erneut seinem Ärger Luft. Eine „schmutzige Angelegenheit“ sei es, was da abgelaufen ist. Einem anderen Thema steht der Bürgermeister positiv gegenüber: Blühstreifen am Straßenrand.

Sigmertshausen – Auf diesen Bericht haben wohl die meisten Besucher auf der Sigmertshauser Bürgerversammlung gewartet: Sie wollten wissen, was Bürgermeister Dieter Kugler über den von der Stadt Dachau geplanten Windradbau, unweit von der Röhrmooser Gemeindegrenze bei Sigmertshausen, zu sagen hat. Schon im vergangenen Jahr habe der Gemeinderat laut Kugler beschlossen, diesbezüglich anwaltliche Beratung in Anspruch zu nehmen. „Nur durch ständiges Nachfragen haben wir von der Stadt Dachau erfahren, dass der Bau des Windrads Ende 2019 oder Anfang 2020 erfolgen soll.“ Die Gemeinde Röhrmoos könne so erst aktiv werden, wenn prüffähige Unterlagen vorliegen. Mittlerweile weiß Kugler auch, dass die Stadtwerke ein Gemeinschaftswindrad mit der Bürgerstromgenossenschaft Dachau planen.

„Besonders erwähnenswert finde ich, dass ein Stadtrat, der einen Sitz im Werkausschuss hat, zugleich auch Vorstand der Bürgerstromgenossenschaft Dachau ist“, betonte Kugler. „Da stellt sich für einen Außenstehenden schon die Frage, ob da Eigeninteressen finanzieller Art eine Rolle spielen. Für mich hat das schon ein Gschmäckle. Schade, dass man die Windkraft schlecht macht, durch solches Vorgehen. Ein privater Häuslebauer, der Abstandsflächen vom Nachbargrundstück braucht, spricht doch auch zuerst mit dem Nachbarn, bevor er eine Planung beauftragt“, sagte der schwer angefressene Kugler, mit dem Zusatz: „Das Windrad-Standort der Stadtwerke Dachau an unserer Grenze, in unserer dicht besiedelten Gegend ist eine Standortwahl nach dem Prinzip Misthaufen zum Nachbarn.“

Das sehe laut Kugler auch der Regionale Planungsverband so. Dass Dachau die vorgeschriebene Entfernung nur zu 41,6 Prozent einhält, sei eine Frechheit in Bezug auf die Hoheitsrechte. Aus Kuglers Sicht sei es scheinheilig, die Erzeugung von erneuerbaren Energien anzuführen, „aber es geht wohl eher um die Umsetzung von wirtschaftlichen Interessen, ansonsten wäre die geplante Position nicht am äußersten Eck“. Ein Zeichen wäre es gewesen, dass es nicht um die Profitgier von einzelnen Stadträten geht, die Höhe des Windrads um 90 Meter zu reduzieren, also niedriger zu bauen, meint Kugler. So nannte er vieles, was in Dachau zum Windradbau abgelaufen sei, eine schmutzige Angelegenheit. Damit war Kugler der Beifall der Sigmertshauser sicher.

Doch es gab noch ein anderes Thema, das den Abend bestimmte: Bei der Bürgerversammlung wurde auch ein förmlicher Antrag an Kugler gestellt: Werner Langenecker, Vorsitzender der Sigmertshauser Gartler, und der Vorsitzende der Röhrmooser Ortsgruppe des Bund Naturschutz, Horst Pillhöfer, wollen, dass in der Gemeinde Röhrmoos Blühstreifen entlang der Straßen angelegt werden. „Das wäre dann der Ansatz für einen Runden Tisch zum Thema naturnahes Grün“, sagte Pillhöfer.

Antragsteller sind die Gartenbauvereine von Sigmertshausen, Röhrmoos und Biberbach mit dem Bund Naturschutz Röhrmoos. Der angestrebte Runde Tisch soll ein Forum aus Gemeindeverwaltung, Baufhofsleiter, Vereinen und Vertretern aus dem Gemeinderat sein. Schon möglichst bald will man sich bezüglich Blühstreifen in anderen Gemeinden umsehen und dann festlegen, wie so etwas umgesetzt wird.

Zur Umsetzung ab 2019 soll den Vorstellungen Pillhöfers nach pro Ortsteil so ein Blühstreifen ins Auge gefasst werden. Es soll kurzfristige und mittelfristige Projekte geben. Pillhöfer beabsichtigt auch, die Kreisstraßen und Flächen der Deutschen Bahn einzubinden. Langenecker meinte, dass man auch das Überlaufbecken in Sigmertshausen zur Blühwiese machen könnte. „Die Gemeinde soll sich in Zusammenarbeit mit uns ein Konzept überlegen“, forderte Pillhöfer, der bedauert, dass es naturmäßig auch im Röhrmooser Gemeindegebiet nicht mehr besonders gut aussieht. Deshalb auch sein Hinweis, dass der letzte Kiebitz im Gemeindegebiet letztmals vor zwei Jahren gebrütet hat. Auf vielen Wiesen wächst laut Pillhöfer schon nicht mal mehr Löwenzahn, und im Bereich des Gewerbegebietes wird kein Baum gepflanzt – es sieht aus wie in einer Steinwüste.

Bürgermeister Dieter Kugler steht dem gemeinsamen Antrag positiv gegenüber und will diesbezüglich gerne den Gemeinderat einbinden.

Josef Ostermair

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