Spiel mit Leidenschaft: Harry Kulzer und Mathilda. Foto: HAB

Gern gesehener Gast lässt Mathilda ächzen

Dachau - Im letzten Konzert des Jahres war Harry Kulzer zu Gast im Café Gramsci, auf Einladung des Vereins Tollhaus-Dachau.

Das alte Klavier Mathilda verteidigte tapfer seinen Platz gegen das E-Piano in Kulzers Kofferraum. Dessen Sorge, ob er das betagte Instrument nicht zu sehr strapazieren würde, war durchaus berechtigt. Aber: Es hielt. Nur die Zugabe spielte Kulzer dann auf seiner Resonatorgitarre.

Harry Kulzer spielte nicht nur Klavier, er spielte vor allem mit dem Publikum. Er nahm Stimmungen auf und erzeugte Stimmungen. So flocht er zwischen Blues, Ragtime und Boogie, immer wieder Geschichten aus seinem Leben ein: Er warf einen Rückblick auf Epochen als Filmkomponist, die Vertonung von Werbespots, den Ausblick auf die 25-Jahr-Feier seiner Band „Table for Two“, und kehrte zurück zu den United Balls.

Willig erfüllte er den Wunsch der Gäste und spielte seinen über 20 Jahre alten Hit „Natasha from Russia“. Das Café Gramsci bebte, Mathilda ächzte, und Harry Kulzer tauchte am Ende in sein Handtuch und den Jubel ein. Zuletzt fühlte man sich wie im Chicago der 50er Jahre. (dn)

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