Die Mainstage bildete das Zentrum des Riding-Higher-Festivals auf dem weitläufigen Gelände bei Odelzhausen. Foto: sm

Ein Gesamtkunstwerk

Odelzhausen - Das Festival Riding Higher in Höfa bot auch in seiner achten Auflage Einzigartiges. Zwei Tage lang wurde friedlich Musik gemacht, getanzt und gefeiert.

Mehrere Bühnen mit verschiedenen Musikrichtungen von Reggae bis Jazz und Punk, zahlreiche Workshops und ein breites Angebot aus Bar und Küche. Das ist das Riding Higher Festival in Höfa bei Odelzhausen. Neben vielen weit angereisten Musikfans nehmen auch die Odelzhauser selbst rege an dem zweitägigen Musikereignis teil. Seit 2003 gibt es das Festival in unregelmäßigen Abständen, heuer zum achten Mal.

Bestes Sommerwetter sorgte für einen großen Besucherandrang. Das friedliche Festival war schon mehrere Wochen zuvor ausverkauft. Wenn man an den Tankstellen und Supermärkten neben vielen anderen Jugendlichen auch ausnehmend viele barfüßige Menschen mit Rastalocken sieht, ist es wieder soweit: Teilweise weit angereist, treffen sich die Fans dieser Musik in der Sandgrube bei Odelzhausen. Weil sie dort einige Tage in einem riesigen Zeltlager übernachten, versorgen sie sich in der Glonntalgemeinde mit Lebensmitteln.

Der Abbau in der Sandgrube ist seit Jahrzehnten beendet. Bäume und Sträucher haben große Teile des Areals erobert. Ein Gewirr aus zusammenhängenden Pfaden und Lichtungen macht das dschungelartige Gelände besonders bei Sommerwetter zu einem idealen Treffpunkt. Bedingt durch die Lage ist es auf dem Gelände sogar möglich, auf mehreren Bühnen gleichzeitig Livemusik zu spielen. Wo es einem am besten gefällt, verweilt man, hört Musik, tanzt oder trinkt ein Bierchen mit Freunden. Dementsprechend entspannt, ja, freundlich ist die Stimmung bei den Besuchern. Trotz vieler Leute keine Anzeichen von Hektik oder Streitlust.

Auf der Hauptbühne (Mainstage) spielten bis tief in die Nacht in der Szene sehr bekannte internationale Bands wie Clinton Fearon & The Boogie Brown Band oder die Rotterdam Ska-Jazz Foundation. Ein paar Meter weiter eine weitere Bühne, auf der Anbessa Ark Sound oder die Gruppe Ras Kush (USA) zusammen mit zahlreichen anderen Acts spielten. Weitere musikalische Nischen fanden sich im Bereich der Soundplantage (wo sogar eine Band aus Neuseeland auftrat) und beim Punkrockfrühstück.

Auf drei Areas haben insgesamt über 20 Bands und 40 Soundsystems gespielt. Die Künstler kamen aus der ganzen Welt. Aus Kroatien, Mazedonien, Holland, Italien, England, Schweiz, USA und Neuseeland. Der Headliner war der ehemalige Frontmann der Gladiators, Clinton Fearon, ein Urgestein des Reggae. Das Riding Higher Festival setzt bei seinem Programm aber weniger auf große Namen als vielmehr auf weniger bekannte, aber musikalisch hervorragende Bands.

Im benachbarten Kulturgarten gab es zudem verschiedene Infostände, auch um sich im dschungelartigen Gewirr des Geländes besser zurechtzufinden. Auch an ein Kinderprogramm haben die Veranstalter gedacht, weil zahlreiche Familien mit ihrem Nachwuchs da waren. Angeboten wurden Kindermusiktheater, Spielplatz, Kindermalen, eine Geschichtenwerkstatt und mehrere Workshops.

In der Nacht verwandelte sich dann durch die Lichtkünstler des Künstlerkollektivs Dreschwerk das gesamte Areal in ein bewegtes Gesamtkunstwerk.

Unter den zahlreichen Gästen weilten auch mehrere Kommunalpolitiker mit Familien und Freunden. Unter ihnen auch Bürgermeister Markus Trinkl, der sich an beiden Tagen ein eigenes Bild von der Veranstaltung machte. Sein Resümee: „Ein friedliches Fest, auch für Familien, in einem ideal geeigneten Gelände.“ (sm)

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