In neuem Glanz erstrahlt das Haus in Eisenhofen - Besucher können es besichtigen. kn

Geburtshaus des Weihbischofs

"Geschichte kann man nicht neu bauen"

Eisenhofen - Das Geburtshaus von Weihbischof Johannes Neuhäusler wird 1873 gebaut. 2010 ist es in einem erbärmlichen Zustand. Dann wird ein Architektenpaar auf das Haus aufmerksam, haucht ihm neues Leben und alten Charme ein.

Renka und Matthias Götz gehen durch den breiten Flur ihres Hauses. Schon öfter haben sie Menschen durch ihr Haus geführt. Es ist das Geburtshaus des späteren Weihbischofs Johannes Neuhäusler in Eisenhofen. Baujahr 1873. „Der Keller ist sogar 300 bis 400 Jahre alt, der stammt noch vom Vorgängerhaus“, sagt Hausherr Matthias Götz.

Ziemlich heruntergekommen war das 1873 erbaute Bauernhaus noch vor drei Jahren. 

Der Boden im Haus ist gefliest. Mit sogenannten Sollnhofer Platten - alte Kalksteinfliesen. Die Türstöcke und Decken sind teilweise schief. Das Haus des Ehepaares Götz ist neu renoviert. Trotzdem ist es schwer auszumachen, in welchem Jahr man sich befindet, wenn man durch die Gänge und Zimmer geht. Deutlich ist jedoch zu spüren, dass dort eine ganz besondere Atmosphäre herrscht. Alles wurde mit Liebe zum Detail restauriert. Renka Götz, die ursprünglich aus Wuppertal kommt und ihr Mann Matthias, der aus dem Nachbarlandkreis Fürstenfeldbruck stammt, sind beide 35 Jahre alt. Sie haben sich während des Architekturstudiums kennengelernt. Beide belegten den Schwerpunkt „Altbausanierung“.

Nachdem das Paar sieben Jahre in knapp 60 Quadratmetern wohnte, reifte der Entschluss, ein altes Haus zu kaufen und es zu sanieren. „Wir sind einfach zwei Altbauverrückte“, gibt Renka Götz stolz zu.

Verschiedenen Wandbeschichtungen haben Renka und Matthias Götz beim Restaurieren freigelegt.

So stöberte das Ehepaar im Internet und stieß schließlich auf das Haus in Eisenhofen, das seit Jahren leer stand und immer noch im Besitz der Angehörigen des ehemaligen Bischofs war. Obwohl der optische Zustand des Hauses nicht berauschend war, wussten die Götz nach einer technischen Prüfung: Das wird ihr Haus. „Den Charme und die Geschichte kann man eben nicht neu bauen“, sagt Matthias Götz. Mit Verantwortlichen des Denkmalschutzes und dem damaligen Kreisheimatpfleger Norbert Göttler wurde der Altbau inspiziert. Dabei kamen sogar alte Schriften von Bischof Neuhäusler ans Tageslicht. In weniger als zwei Jahren haben die Götz das Haus saniert. Mit viel Eigenleistung und fachlichem Wissen ist ein wahres Schmuckstück entstanden. Alles möglichst originalgetreu. In den Zimmern im ersten Stock hat Renka Götz in mühevoller Kleinarbeit Farbschicht für Farbschicht mit der Rasierklinge abgetragen. Alte Farben und Muster der vergangenen jahrzehnte kamen ans Tageslicht.

Im obersten Geschoss ist noch eine alte Winde vorhanden, mit der früher das Getreide transportiert wurde. Mittlerweile fühlen sich die Götz mit ihrem fast einjährigen Sohn sehr wohl in Eisenhofen. Die Bayerische Architektenkammer zeigt am kommenden Wochenende ausgewählte Vorzeigeobjekte in Bayern. Besichtigt werden kann auch das Haus der Familie Götz in Eisenhofen.

Geöffnet ist es am Samstag, 29. Juni (100. Weihetag von Bischof Neuhäusler) von 10 bis 13 Uhr und am Sonntag, 29. Juni, ab 14 Uhr.

Christian Chymyn

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