Blick zurück in die Nachkriegszeit (von links): Annerose Stanglmayr, Bernhard Seidenath (MdL), Bürgermeister Gerhard Hainzinger, Dr. Annegret Braun, Sylvia Podewils und Dr. Norbert Göttler bei der Eröffnung der Ausstellung im Sulzemoos Rathaus. foto: cst

Die Geschichten hinter der Geschichte

Sulzemoos - Es geht um den Einmarsch der Amerikaner, die Entnazifizierung und das neue Gemeindeleben in der Heimat. Die Ausstellung „Kriegsende und Nachkriegszeit“ ist jetzt auch in der Gemeinde Sulzemoos eröffnet.

Unter großem Zuschauerandrang und mit viel politischer Prominenz ist die Wanderausstellung „Kriegsende und Nachkriegszeit in der Gemeinde Sulzemoos“ eröffnet worden. „Das Interessante an der Regionalgeschichte sind die konkreten Geschichten hinter der allgemeinen Geschichte“, erklärte Dr. Annegret Braun, die Leiterin des Projekts Geschichtswerkstatt auf Landkreisebene, in ihrer Eröffnungsrede im vollbesetzten Foyer im Rathaus Sulzemoos. Das Ziel des Projektes ist es, die Zeit zwischen 1945 und 1949 anschaulich darzustellen. Bilder, Dokumente und Zeitzeugen erzählen davon, wie die Menschen den Einmarsch der Amerikaner und die Entnazifizierung erlebten, welchen Einfluss Flüchtlinge und Vertriebene auf die Dorfgemeinschaft hatten und wie ein neues Gemeindeleben aufgebaut wurde. Projektträger ist das Dachauer Forum in Kooperation mit der vhs Dachau.

Der Regionalverein Dachau Agil fördert die Ausstellung. Dr. Annegret Braun bedankte sich bei den ehrenamtlichen Forschern der Geschichtswerkstatt Dachau und bei den Bürgern aus der Gemeinde Sulzemoos, die sich für das Projekt engagiert haben: „Hier habe ich in den letzten Wochen eine starke Unterstützung erfahren“, sagte Braun. Mahnende Worte kamen von Bürgermeister Gerhard Hainzinger: „Man muss Geschichte kennen und verstehen, um Lehren aus ihr zu ziehen.“

Die Zukunft könne nur mit dem Wissen aus der Vergangenheit gestaltet werden. Die Ausstellung leiste dazu einen wichtigen Beitrag und mache Geschichte erlebbar. „Ich bin immer wieder begeistert, wenn ich diese Ausstellung besuche.“, sagte Sylvia Podewils, Geschäftsführerin von Dachau Agil. Sie richtete ein großes Dankeschön an alle Projektmitarbeiter. Sie forderte ebenfalls, dass man aus der Geschichte lernen soll. Die Geschäftsführerin vom Dachauer Forum, Annerose Stanglmayr, betonte, dass eine lebendige und differenzierte Geschichtsarbeit sehr wichtig ist. „Demokratie ist nicht selbstverständlich. Sie braucht bürgerliches Engagement. Die Geschichtswerkstatt knüpft daran an.“

Als kleines Dankeschön überreichte sie an Dr. Annegret Braun einen Blumenstrauß. Dr. Norbert Göttler, Schirmherr des Projekts und Bezirksheimatpfleger, bezeichnete es als sehr positiv, dass sich alle 16 Landkreisgemeinden an dem Projekt beteiligen. Es sei ein Erfolgsrezept für alle Gemeinden. „Es gibt keine geschichtslose Gemeinde. Man sieht oft nur das, was man weiß.“ In diesem Sinne bat er darum, die Initiative weiter fortzuführen. Im Anschluss an die Eröffnung konnten die zahlreichen Besucher durch die Ausstellung stöbern. Für das leibliche Wohl sorgten Clara Magro und Peter Heckenstaller vom Schloss Gut Sulzemoos mit kleinen Häppchen. Anschließend verteilten die Damen von der Nachbarschaftshilfe Kaffee und Kuchen.

Weitere Veranstaltungen:

Die Ausstellung ist noch bis zum 13. September im Rathaus zu sehen. Am Sonntag, 30. Juni, findet um 17 Uhr eine Führung statt und um 18 Uhr wird eine Führung speziell für Jugendliche angeboten. Berichte von Zeitzeugen über die Nachkriegszeit gibt es am Donnerstag, 4. Juli, um 15 Uhr im Rahmen eines Erzählcafés im Gut Schloss Sulzemoos zu hören. Am Dienstag, 23. Juli, hält der Historiker Prof. Dr. Liebhart um 19.30 Uhr im Gut Schloss Sulzemoos einen Vortrag über Dr. Joseph Baumgartner.

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